1974. Tom hat seine Buddys gefunden - Bones Howe und Herb Cohen. Am Freitag haben sie ihr Geld bekommen. Nun ist Sonnabend und die Lichter der Stadt warten auf sie.
Ich mag diese Platte. Eigentlich ist sie mein heimlicher Liebling der Waitsschen 1970er. Sie ist so ein schönes Dazwischen. Einerseits sind da noch ein bisschen die Erinnerungen an den Babyspeck von
Closing Time. Die "San Diego Serenade" ist ganz dem Geist des Erstlingswerks verbunden. Und mit "The heart of saturday night" und vorallem dem zum Sterben schönen "Shiver me timbers" finden sich auf der A-Seite zwei der wunderbarsten Schmachtfetzen seines an Schmachtfetzen reichen Repertoirs.
Aber da ist auch der Jazz, die Barmusik. Der Kontrabass hüpft immer beschwingter im Bodensatz der Stücke herum. Finger schnipsen. Ein Saxophon stänkert. Und Tom fängt damit an, seinen typischen erzählenden Sprechgesang zu entwickeln, in den sich bereits erste frühe Proben seiner später zur Meisterschaft entwickelten Metaphern-Sprache einflechten. Auf der A-Seite gehts schon los mit dem tollen "Diamonds on my windshield". Die B-Seite ist dann reines Bar-Gecroone. Was kostet die Welt? "Drunk on the moon" ist ganz großartig. Und als Rausschmeisser "The Ghosts of saturday night", das so atmosphärisch ist, dass man sich sofort neben den Jungs auf der regennassen Straße im Lampenschein des Zeitungskiosk sieht, tief in der Nacht, wo der Beginn des Abends weit zurück liegt und an den Morgen noch gar nicht zu denken ist.
"The heart of saturday night" ist eine Passage tiefer in die Nacht hinein. Tom stolpert voran. Und wir hinterdrein.
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Dies ist der zweite Teil meinen Annäherungscersuches an den Waitsschen Kanon. Den Vorgänger finden Sie bei "
Closing Time". Weiter geht es mit "
Nighthawks at the Diner".