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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erwartung voll erfüllt, 21. April 2007
Auch Within Temptation haben eine interessante Entwicklung durchgemacht. Zunächst in unserem Nachbarland den Niederlanden als Newcomer gelobt und in Deutschland nur als Geheimtipp bekannt, spielten sie als Vorband von Orphanage, einer Death-Metal Kapelle, welche ebenfalls aus den Niederlanden stammen. Ihr zweites und mittlerweile schon sehr altes Album "Mother Earth" war zunächst eben auch nur in den Niederlanden ein richtig gut verkauftes Album bevor es in Deutschland vor einigen Jahren neu veröffentlicht wurde. Und damit wurde diese Band auch hierzulande einigermaßen bekannt. Obwohl schon auf "Mother Earth" große Melodien Programm waren, war die Produktion nicht besonders mitreißend. Der große Durchbruch gelang ihnen aber mit "The Silent Force". Dieses Album haben Within Temptation zusammen mit einem Orchester aufgenommen, entsprechend bombastisch sind auch die Songs. Dieser Bombast wird nun auf diesem neuem Output "The Heart of Everything" fortgesetzt.
Zur Musik: Die elf Songs dieses Albums, dessen Gesamtspiellänge etwa eine Stunde beträgt, sind mit durchschnittlichen fünf Minuten etwas länger als noch auf "The Silent Force" und können sich dadurch auch besser entfalten.
Das Einstiegstück "The Howling" ist allerdings nicht repräsentativ für "The Heart of Everything", obwohl es typisch nach Within Temptation klingt und das Album nach einem kurzen Intro sehr orchestral eröffnet. Dies liegt einerseits am Gesang von Frau DenAdel, die hier fast ausschließlich zweistimmig singt. Außerdem setzt er sich durch seinen zerhackten Rhythmus von den übrigen Stücken stark ab. Der bereits für WT als typisch zu bezeichnende Bombast kommt aufgrund der sehr wuchtigen Gitarrenwände, treibenden Beats und des breitbändigen Orchesters sehr gut zur Geltung. Als Opener dennoch bestens gewählt und gilt als Bindeglied zur Vorgänger "The Silent Force". Willkommen in der Zukunft von WT...
"What Have You Done" ist das Lied, welches offensichtlich zu sehr gespaltenen Meinungen führte. Allerdings ist genau der umstrittene ansatzweise zu erkennende Rapgesang von Maestro Caputo für die Songdynamik sehr förderlich. Ein geiles Lied, welches man spätestens nach drei Hördurchgängen nicht mehr vergisst, welches sich im Gehirn festfrisst.
Mit "Frozen" platzieren WT nach einem tollen Anfang eine Breitwandballade, welche v.a. durch Klavierpassagen als tragendes Element zusammen mit den Vokals eine wohlige Gänsehaut erzeugt.
"Our Solemn Hour" ist ja bereits dem Titel nach sehr feierlich, in meinen Ohren allerdings das nervigste Lied des Albums uns somit ein echter Totalausfall. Einerseits mit Orchester zugekleistert, andererseits ist die Gitarrenarbeit bis zur Peinlichkeit auf Powercords reduziert worden. Für Gothic-Rock Liebhaber aber trotz der schwulstigen Melodien wahrscheinlich das beste WT Lied überhaupt...
Warum "The Heart of Everything" allerdings das Titelstück ist, scheint mir unverständlich, da es maximal als Lückenfüller und Zeitschinder dient...
"Hand of Sorrow" ist eine weitere sehr tolle Midtempo Ballade, welche v.a. durch einen sehr einprägsamen Refrain begeistert. Der Gesang als zentrales Element wird durch sehr klare Instrumentalisierung mit Klavier und Orchester (und natürlich den üblichen Instrumenten) gut unterstrichen, so dass ein sehr harmonischer Hörgenuss aufkommt. Sehr tolle Melodieführung!
Die weiteren Stücke "The Cross", "Final Destination" und "All I Need" überzeugen ebenso durch ihren enormen Bombast, wobei "The Cross" das experimentellste Lied überhaupt auf "The Heart of Everything" ist, da der Gesang an wenigen Stellen mit Vocodern bearbeitet wurde.
Das interessanteste und gleichzeitig mit 7:05 Minuten längste Stück des Albums ist "The Truth Beneath the Rose", welches dadurch natürlich sein enormes Hit-Potential vollständig entfalten kann. Ebenfalls im Midtempo gehalten endet es nach einem finalen Chorgesang in einen verträumten Klavieroutro. Und leitet somit zum Schlusstrack "Forgiven" über.
"Forgiven" ist einer der besten Songs die WT je veröffentlicht haben, da er durch seine Einfachheit eine sehr große Ausdrucksstärke besitzt und nicht wie üblich von Gitarren und Schlagzeug überladen wird. V.a. VanAdels Stimme mit ihren leichten Unsicherheiten im Strophenteil ist sehr geil. Der Chorus hat eine unglaublich tolle Melodieführung, die durch die zusätzliche Orchestrierung und den warmen Klang des Klaviers (oder Flügels?) an großer Kompaktheit gewinnt.
Fazit: Within Temptation liefern mit "The Heart of Everything" ein sehr solides Album ab, welches zwar keine neuen Maßstäbe setzen und die Musikwelt nicht verändern wird, sie aber sehr wohl bereichert. Den Hörer erwarten bombastgeladene 60 Minuten Gothic-Rock, der sehr viel Spaß macht. Obwohl nicht alle Songs vollständig überzeugen und separat vielleicht sogar langweilig wären, gefällt der Gesamteindruck.
Vergleiche mit Evanescence kann ich allerdings bei bestem Willen nicht finden. Weil erstens beide Bands unterschiedlichen Genren zugeordnet werden sollten, zweitens WT älter sind und drittens Evanescence im Wesentlichen auf zwei Referenzen verweisen können wobei durch den Ausstieg des Hauptsongwriters Evanescences neues Output kompositorisch sehr schwach ist. Bands wie Krypteria oder gar Sirenia sollten sich hier noch einmal genau anhören wie man wirklich großartige Songs schreibt und umsetzt!
Anspieltipps:
- Hand of Sorrow
- The Truth Beneath the Rose
- Forgiven
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein echtes Within-Temptation-Meisterwerk !!, 20. März 2007
In einem Interview sagte Robert Westerholt, dass Within Temptation mit "The Silent Force auf dem richtigen Weg gewesen und mit "The Heart of Everything" am Ziel angekommen seien. Nun, dass man aus der Perspektive des erreichten Ziels auch eine Sackgasse als "richtigen Weg" bezeichnen kann, mag vielleicht sogar logisch sein. Aber wie auch immer man zur Beschreibung des Weges stehen mag, mit "The Heart of Everything" haben Within Temptation definitiv ihr Ziel erreicht, ein großartiges und zugleich modernes Album abzuliefern. Der orchestrale Bombast und die Chöre sind zwar auch wieder am Start, aber sie erdrücken den Metal nicht wie auf dem Vorgänger. Die Gitarren stehen wieder da, wo sie auch im Gothic-/Symphonic-Metal hingehören: im Vordergrund. "The Heart of Everything" bietet massig satte Riffs, wunderschöne Melodien, aber auch einige Neuerungen im Sound-Kosmos von Within Temptation. So setzt Sharon den Adel ihre Stimme variabler ein als zuvor und schreckt sogar vor rockigen Tönen nicht zurück (so zum Beispiel im Titelsong). Auch mit Effekt-Spielereien werden Sharons Gesang neue Facetten hinzugefügt. Es wird hier und da auch mal den Genre-Kollegen/-Konkurrenten anerkennend zugenickt (in "What Have You Done" und dem Titelsong werden Evanescence "gegrüßt", und mit "Hand Of Sorrow" und "The Truth Beneath the Rose" zeigen die Niederländer, dass auch an ihnen Nightwish nicht spurlos vorübergegangen sind). "The Heart of Everything" zeigt die Band gereift und erwachsen, weniger verspielt vielleicht als auf dem grandiosen "Mother Earth", aber dafür umso wuchtiger.
Wer sich für die Ltd.-Edition entscheidet, kommt zudem noch in den Genuss der besten Version von "What Have You Done", dem Rock-Mix.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr überzeugend, 14. März 2007
Ich war schon von dem letzten Album "The silent force" begeistert, doch dieses Album ist ist in jeder Hinsicht qualitativ besser. Nicht nur musikalisch, sondern vor allem lyrisch überzeugen WT. Schluss mit "Kindergartenenglisch" (etwas überspitzt)!
Zugegeben, nach dem ersten Hören , klingen fast alle Lieder sehr ähnlich, was sich jedoch nach dem zweiten Hören ändert.
Es ist ein sehr schönes Rundumpaket.
Ich bin ebenso ein großes Evanescence-Fan, doch beide Bands weisen musikalisch immer noch große Unterschiede auf, und deshalb finde ich es auch nicht gerechtfertigt zu behaupten, dass WT Evanescence kopieren würden, denn gerade Evanescence haben mit ihrem neuen Album "The open door" gezeigt, dass sie sich in eine andere Richtung entwickeln als WT.
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