Ja hoppla, was ist denn das? Die Schweden Lake Of Tears hatten doch als für das Black-Mark-Label typische Death-/Blackmetalcombo angefangen. Mit "Headstones" begann nicht nur eine zaghafte Trendwende, vielmehr stieg die Qualität der Musik schlagartig um Lichtjahre an. Lake Of Tears hatten sich mit ganzem Einsatz auf den von Paradise Lost geebneten Gothic-Weg begeben und fühlten sich schon auf diesem Album dort scheinbar pudelwohl. "Headstones" ist dominiert von düsteren, wuchtigen und stellenweise gar leicht bombastischen Midtempo-Kompositionen mit herrlich schaurigen Melodien, getragen von einem ebenfalls gemäßigten und auch als solchen zu bezeichnenden Gesang. Einzig bei "Burn Fire Burn" melden sich die Wurzeln der Kapelle noch einmal schüchtern zu Wort, ansonsten hält die CD, was der Opener "A Foreign Road" verspricht: Frontman Brennare hat sein Songwriting-Talent entdeckt. Eingängige Stücke wie "Dreamdemons" oder "Sweetwater" müssen sich auch hinter den meisten Paradise-Lost-Nummern nicht verstecken. Klar war nach "Headstones" aber auch, daß in dieser Gruppe noch mehr Potential steckte, daß der neue Stil noch nicht ganz ausgereift war. Während vor allem "Twilight" zu durchschnittlich und gesichtlos klingt, hätte sich nämlich gerade auch aus dem durchaus gefälligen 13-Minuten-Epos "The Path Of The Gods" mehr machen lasssen. Trotz einiger Schwächen, die beim Nachfolger dann gänzlich ausgemerzt waren, ein überraschend gutes Album. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)