Der eine oder anderen gab diesem Album nun wirklich nicht den besten Ruf, was ich gar nicht nachvollziehen kann. Das Album ist wirklich genial gemacht.
Meiner Meinung nach ist die Qualität der Musik der Pop-Szene in der letzten Zeit sehr stark abgefallen. Während früher Musiker wie die Beatles Millionen von Menschen mitrissen, fährt heutzutage die Jugend (oder zumindest sehr viele der Jugendlichen, auch aus meinem Bekanntenkreis) auf diverse merkwürdige, ja schon öberflächige, Gruppen oder Sänger ab. Warum? Warum soll ich mir Popstars, Das Supertalent oder DSDS angucken, wenn doch eh nur irgendwelcher herzloser komerzieller und dahingeschlampter Musik-Kompost dabei heraus kommt? Und warum hören das auch noch so viele? Haben die alle keinen Geschmack mehr? Ich weiß wo das Problem liegt:
Ich gehöre zu 84er Jahrgang und liebe gute Musik sehr. So schlimm das auch ist, ich denke unsere Generation und die darüber gehört bei der Jugend schon zu den "alten Säcken" Ich hab es selber erlebt das, wenn in der Disse Musik aus den 80ern bzw 90er gespielt wird, also richtig gute Musik, dann ist die Tanzfläche auch voll. Auf der anderen Seite, wo das aus den Charts gespielt wird und Hip Hop, ist irgendwie tote Hose. Und genau das haben Goldfrapp auch erkannt und uns mitten in den Stil der 80er, endlich wie ich dazu sagen muss, hereinkatapultiert. Schon als ich den Titel "Rocket" das erste mal im Radio gehört hatte, da musste ich innerlich applaudieren, denn endlich hatte sich wirklich einer mal bemüht, gegen den ganzen kommerziellen Mist der Charts anzugehen. Als ich dann anfing mich über das kommende Album zu informieren, da stellte ich dann fest, das alles "Handmade" also "handgemachte" Musik ist. Die Lieder wurde alle in einem Wohnhaus und nicht wie sonst üblich in einem Aufnahmestudio aufgenommen. Alison Goldfrapp, die Sängerin, hatte so zeitlichen Freiheit und geringere Kosten. Handmade, so wie man es auch schon von vielen Leuten aus den 80ern gewöhnt war, das versprach also noch was zu werden. So warte ich dann und dann war es raus, das neue Album. Ich legte es ein, drehte auf und ließ mich in die 80er zurückversetzen. Hier sagen überschwänglichen Synthies an, wo es lang geht. Die äußert gutgelaunte Alison Goldfrapp kommt mir ein bisschen vor wie Donna Summer, das macht aber einen Heidenspaß.
Fazit: Endlich mal zurück zu guter Musik, endlich fällt mal jemand aus der Reihe und traut sich was. Bei mir und meinem Umfeld kommt es gut an, bei Fans der 80er Musik sowieso...wer es nicht mag muss es ja nicht hören, aber es so zu zerreisen, das verstehe ich nicht. Aber Musik zu zerreisen, das ist ja kein Einzelfall. Wenn man sich die Charts, wie schon mal gesagt genauer anschaut, dann ist 99 % davon kommerzielle Pop wo einem wirklich das Erbrechen kommt. Die Künstler, die etwas neues Versuchen, oder sich an Sachen wagen, die bei unseren Generationen mal wirklich ankommen, die kommen viel zu kurz weil diese ganzen Pseudokünstler die Charts blockieren. Aber die Urheberrechtsabgaben hindern ja auch die Entwicklung von Kunstrichtungen aller Art. Die Musiker sollten sich durch Konzertauftritte und eigenverantwortlichen Verkauf von Tonträgern selbst finanzieren. Jeder Künstler, und auch Musiker, sollte selbst den Preis für sein Produkt bestimmen können. Und das kann man leider in Deutschland so gut wie gar nicht mehr. Daher stirbt der Wettbewerb sehr langsam aber sicher aus, was die ganze Entwicklung abwürgt. Es werden in Deutschland Künstler gefördert, nach denen kein Hahn kräht, leider.