Der Film fängt in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts an und endet mit der Befreiung Frankreichs durch die Allierten (2.Weltkrieg). Der Film ist wunderschön fotografiert und ausgestattet, mit Liebe zum Detail. Nur einige Ansichten von Paris wirken etwas unecht. Der Film handelt hauptsächlich von Gilda Bessé (Charlize Theron), einem reichen und wunderschönen Mädchen/Frau, dem es materiell nie an etwas mangelt. Sie lebt ihr eigenes kapriziöses Leben, ohne sich viel um die politischen und sozialen Themen ihrer Zeit zu scheren. Ihre Zeit vertreibt sie sich mit diversen Liebhabern, die sie aber nicht unbedingt liebt. Sie versucht sich als Malerin, Schauspielerin und zuletzt als Fotografin, mit Erfolg. Sie treibt so durchs Leben, fast bis zum Schluß. Am Ende trifft sie eine folgenschwere Entscheidung, die ich hier aber nicht verraten möchte. Die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive von Guy (Stuart Townsend), anfangs ein irischer Student in Cambridge, der später der einzige Mann wird, den Gilda wirklich liebt. Sie verbindet aber von Anfang an eine vertraute Freundschaft. Zu diesen Beiden gesellt sich später noch Mia (Penélope Cruz), eine Spaniererin, die vor den politischen Ereignissen ihres Landes nach Frankreich geflohen ist. Gilda hat auch mit Mia ein Verhältnis. Als die beiden Menschen, die sie am meisten liebt, nach Spanien gehen, um im spanischen Bürgerkrieg gegen die Faschisten zu kämpfen, nimmt das Schicksal seinen Lauf ....
Der Film verfügt über einige sehr gute Momente und einige sehr pointierte Dialoge. Teilweise ist die deutsche Übersetzung stark abweichend vom Original, vorallem in den Szenen, wenn deutsche Schauspieler (z.B. Thomas Kretschmann als Nazi Offizier)auftreten. Der Film ist in der ersten Hälfte sehr gut und stimmungsvoll, ich war schon fast geneigt, mir die DVD zu kaufen. Leider verliert er in der zweiten Hälfte doch sehr, wenn sich das Geschehen zu sehr auf den zweiten Weltkrieg konzentriert. Dann ist es doch nur wieder eine sentimentale Liebesgeschichte, von denen ich schon zu viele gesehen habe. Wirklich schade. Charlize Theron spielt mal wieder klasse und sehr überzeugend.
Fazit: Ein Film, der letztlich zu viel wollte. Sittenbild der 20er, 30er und 40er Jahre. Politik, Krieg, Kunst, Liebe, Sex, soziale Verhälnisse und noch vieles mehr. Hätte sich der Regisseur (oder Drehbuchautor) auf die 20er Jahre und seine sehr starke und komplexe Figur der Gilda konzentriert, wäre bei mir mehr haften geblieben. Wie so oft im Leben ... weniger ist manchmal mehr. Trotzdem viel Spaß beim Anschauen. Bei ausgeprägten Romantikern wird dieser Film sicherlich seine treuen Fans finden.