1974 war das definitive Jahr für BTO, mit ihren Erfolgsalben "Not Fragile" und "Four Wheel Drive" und 3 erfolgreichen Radio-Singles.
Das fünfte Album "Head On" war ihr erstes Wagnis in Richtung eines vielschichtigeren Sounds. Die Rhytmus-Sektion wurde durch Congas und Maracas erweitert, Little Richard spielte auf einigen Tracks Piano. Obwohl die meisten Tracks nach wie vor heavy sind, klingt der abgemischte Sound weicher und besser produziert als auf früheren LPs.
Eine gute Wahl war es, daß Fred Turner auf etlichen Tracks die Lead-Vocals mit seiner rauhen unverwechselbaren Stimme bestreitet: Take it like a Man (mit dem hämmernden Piano von Little Richard), It`s over, Woncha take me for a while gefallen mir davon am besten. Away from home fällt etwas ab.
Randy Bachman singt auf Find about love, Avarage Man, Stay alive, Titel die weniger heavy sind. Und Looking out for Number 1.
Letztere Titel ist die grosse Überraschung auf "Head On": Looking out ... ist softer und origineller Smooth-Jazz, was damals etliche Radio-Hörer verunsicherte ("wie, das soll BTO sein?" - dennoch ein Radio-Erfolg). BTO-Fans wussten damals nicht, daß Randy Bachman bereits in den End-Sechzigern mehrere Hits der "Guess Who" wie "Undun" mit einer ähnlichen Jazz-Gitarre spielte.
Anspieltips: Mir gefällt der harte Titel "Take it like a Man" am besten, typisch BTO. Wäre auch ein perfekter Opener gewesen. Anschliessend "It`s Over" und "Looking out for # 1".
BTO bot für eine Hard-Rock-Band eine ganze Menge:
die rauhe Stimme von Fred Turner, markante Riffs und gute Melodien im gleichen Song, die Gitarrenduelle von Blair Thornton und Randy Bachman, die treibenden Drums von Rob Bachman zu Turners wuchtigem Bass, ätherische Gitarrensoli in der Songmitte, der harte Sound wird oft durch akustische Folk- und Jazzgitarren aufgelockert.
"Head On" 1975 war der letzte Charterfolg für BTO. Das Album kletterte auf Platz 23 der Charts. Was aber nicht heissen soll, daß spätere Alben wie "Freeways", "Trial by Fire" oder "Rock and Roll Nights" schlecht waren.