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Der Text, auch im Barock schon beliebt und in unterschiedlichen Versionen vielfach vertont, geht zurück auf Torquato Tassos "La Gierusalemme liberata" und spielt in Syrien um 1100. Hauptpersonen sind Armida, eine syrische Zauberin, und der in ihrem Bann befindliche Kreuzritter Rinaldo. Das Drama nimmt seinen Lauf, als nachrückende Kreuzfahrer versuchen, den abtrünnigen Rinaldo Armidas Einfluss zu entreißen. Die inneren Konflikte der Protagonisten kommen in großen Soloszenen zum Ausdruck, die zu den besten Momenten der Partitur gehören.
Die vorliegende CD-Einspielung des "Dramma eroico" wurde Anfang Juni 2000 bei konzertanten Aufführungen im Wiener Musikvereinssaal live mitgeschnitten. Nikolaus Harnoncourt konnte für das vielbeachtete und von der Presse hochgelobte Projekt neben seinem bewährten, auf historischen Instrumenten musizierenden "Concentus Musicus Wien" ein hervorragendes Solistenensemble sein Eigen nennen: Cecilia Bartoli als Armida hat Gelegenheit, alle Register ihres Darstellungsvermögens zu ziehen. Bravourös wechselt sie auf kleinstem Raum zwischen tiefster Verzweiflung und loderndem Zorn, zwischen gehauchtem Pianissimo und durchdringendem Forte. Ihre teilweise ausgesprochen heiklen Koloraturen laufen vollkommen reibungslos.
Allerdings muss sich der Hörer an ein ausgeprägtes Vibrato gewöhnen. Christoph Prégardiens warmer, lyrischer Tenorgesang passt ideal zur Rolle des zwischen Ehre und Liebe hin und her gerissenen Kreuzritters. Hervorzuheben ist ferner Scott Weirs gelungene Verkörperung des Ubaldo, der Rinaldo den Spiegel vorhält und ihn zur Umkehr bewegt. Am Ende des zweiten Aktes vereinen sich diese drei Hauptfiguren zu einem Terzett, das zu den wenigen Stücken aus Armida gehört, die über den Hof von Esterházy hinaus Beachtung gefunden haben. Erst in den 60er Jahren unseres Jahrhunderts erschien Armida erstmals im Druck, und die vorliegende Produktion trägt hoffentlich zur Verbreitung dieser zu Unrecht vergessenen Oper bei. --Michael Wersin
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Haydn kontra Langeweile,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Haydn - Armida / Bartoli · Petibon · Prégardien · M. Schäfer · Weir · Widmer · Concentus Musicus Wien · Harnoncourt (Audio CD)
Gleich vorweg - wer bei dieser Oper Haydns die gleiche fliessende Melodik erwartet wie bei "Orpheo ed Euridice" wird ueberrascht sein: Hier geht es deutlich "deftiger" zur Sache - leise, lyrische Passagen wechseln oft schlagartig mit Blechblaesern und anderen Schwergewichtern ab. Langeweile kommt da bestimmt nicht auf. Bestes Beispiel ist das fantastische Duett am Ende des ersten Aktes: Hier wird eine ganze Palette von Emotionen gespielt, dass der Zuhoerer wie von selbst konzentriert und gespannt seine Umwelt vergisst... Zu den Interpreten: Bei vielen Opernaufnahmen der letzten Zeit haben mich die maennlichen Saenger doch etwas enttaeuscht. Nicht so bei dieser: Alle gefallen durch schoene Stimmen, vornehmer Zurueckhaltung in der Interpretation - herausragend Pregardien als Rinaldo. Es handelt sich bei dieser Einspielung um einen konzertanten Livemitschnitt - welches angesichts Cecilia Bartolis Interpretation kaum zu glauben ist: Auch wenn die Kritiker jetzt wieder aufstoehnen - sie bringt sich derart emotional ein, das man den Eindruck gewinnt, sie spielt nicht Armida - sie ist es! Zusammen mit ihrer grandiosen Stimme und virtuosen Technik eine faszinierende Erfahrung. Die Klangqualitaet kommt einer Studioaufnahme gleich und die CDs befinden sich in "Taschen" zweier Buchklappen - grosses Lob fuer diese geschmackvolle Aufmachung. Schade, dass Haydn's Opern so wenig Beachtung finden - wer also Figaro, Don Giovanni und Rigoletto ueberdruessig ist sollte sich diese Perle einmal anhoeren!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf den Leib geschrieben,
Rezension bezieht sich auf: Haydn - Armida / Bartoli · Petibon · Prégardien · M. Schäfer · Weir · Widmer · Concentus Musicus Wien · Harnoncourt (Audio CD)
Da das Cover schon keinen Zweifel erlaubt, wer im Mittelpunkt dieser Aufnahme steht, sei hier zuerst der Rest des Ensembles erwähnt: Patricia Petibon sowie die Herren Weir, Schäfer, Widmer und Pregardien singen gut bis hervorragend. Dazu kommt Nikolaus Harnoncourt mit dem Concentus Musicus, der beweist, dass auch die Arbeit mit den Philharmonikern seinen energiegeladenen Interpretationen barocker Opern nichts anhaben konnten.Der Star der Aufnahme ist aber Cecilia Bartoli. Ihren Kolloraturen kann man nur atemlos zuhören, sie ist die Pesonifikation von Leidenschaft auf der Bühne. Nur ein Beckmesser kann der Faszination dieser Stimme nicht erliegen. Haydns Opern sind möglicherweise per se keine Geniestreiche - in einer Interpretation wie dieser werden sie es! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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