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Max Havelaar oder Die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft [Taschenbuch]

Multatuli , Eduard D. Dekker
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Ullstein Tb (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548241662
  • ISBN-13: 978-3548241661
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.433.041 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

'Multatuli schwenkt nicht einfach bloß die richtige Fahne. In dem Moralisten steckt ein Poet, den das exotische Sujet herausfordert, die Schönheit Javas, die Harmonien seiner Sprache, die Poesie einfacher Lebensformen, eine die eigene Welt bespiegelnde Fremdheit.' (Die Zeit)

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Max Havelaar
OT Max Havelaar of De koffijveilingen der Nederlansche handelmaatschappij OA 1860 DE 1875Form Roman Epoche Naturalismus
Mit dem Roman Max Havelaar von Multatuli begann noch vor Émile R Zola die sozial engagierte naturalistische Literatur. Das stark autobiografische Werk kritisiert die Kolonialpolitik der Niederlande (Stichwort R S. 798) und bewirkte schließlich tief greifende politische Änderungen. Mit kühnen Verbindungen unterschiedlicher literarischer Formen wies der Autor der Literatur neue formale Wege.
Inhalt: Vier miteinander verknüpfte Erzählstränge bilden die Handlung von Max Havelaar.
Der kleinbürgerliche Amsterdamer Kaffeehändler Droogstoppel träumt davon, ein Standardwerk über Kaffeeanbau und -handel zu schreiben. Von Schalmann, einem Jugendgefährten, werden ihm einige Dokumente über Missstände in der Kolonie Niederländisch-Indien übergeben. Da Droogstoppel sich nicht zutraut, so ein Buch zu schreiben, überträgt er die Niederschrift seines Buchs dem deutschen Praktikanten Stern. Aus der Perspektive Sterns wird schließlich der Kampf des Kolonialbeamten Max Havelaar erzählt, der mitansieht, wie der javanische Stammesfürst seine Untertanen rücksichtslos ausbeutet. Er fordert seine Vorgesetzten auf, den Fürsten und seinen Clan zu verhaften und anzuklagen. Seine Forderung wird letztlich vom Kolonialminister in Den Haag abgelehnt, worauf der engagierte Beamte kündigt. Ein Untersuchungsausschuss stellt später die Richtigkeit der Aussagen Havelaars fest. Dennoch wird dieser nicht rehabilitiert. Ein Schreiben an den König und die Androhung der Veröffentlichung von Max Havelaars Erfahrungen bewirken nichts.
Aufbau: Durch die vier Erzähler in den einzelnen Handlungssträngen findet ein ständiger Perspektivwechsel statt. In eine an sich bereits komplizierte Mischung aus Fiktion, Reportage und Autobiografie arbeitete Multatuli darüber hinaus Gedichte, Parabeln, Satiren und Dokumente sowie Briefe und Aktenvermerke ein. Der Kleinbürger Droogstoppel und die hohen Kolonialbeamten sprechen und schreiben das altmodische, bürokratische Niederländisch der Zeit. Schalmann, Stern und Max Havelaar äußern sich offen und modern in einem revolutionären Sprachduktus.
Wirkung: Max Havelaar markiert den Beginn einer Änderung der niederländischen Kolonialpolitik. Seine humanitären Forderungen, die Mischung aus Atheismus und Emanzipation lösten heftige Debatten aus. Im niederländischen Raum kündigte das Buch mit seiner von der Phonetik abgeleiteten Rechtschreibung und der Verwendung von Slang eine sprachliche Revolution an und führte zu einer einschneidenden Sprachreform im 20. Jahrhundert. Desgleichen übte das Werk großen Einfluss auf die niederländische Literatur aus: Der Autor wurde zum Paten mehrerer Generationen von Avantgardisten. Noch heute wird das Werk regelmäßig neu aufgelegt. S. C. B.

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5.0 von 5 Sternen Kolonialzeit 5. Februar 2009
Max Havelaar" hat eine komplizierte Rahmenstruktur. Die äußerste Ebene handelt von einem Amsterdamer Kaufmann namens Droogstoppel, der von der Kaffeebörse lebt und genau so dröge ist, wie sein Name verheißt. In das saturierte Leben des philiströsen Droogstoppel dringt ein ehemaliger, jetzt mittelloser Bekannter ein, der um Beihilfe zur Veröffentlichung eines Manuskripts bittet. Dieses Manuskript, das seine eigene Entstehungsgeschichte enthält, bildet den größten und entscheidenden Teil des Buchs; es handelt, weitgehend autobiografisch, von der Karriere des Kolonialbeamten Max Havelaar auf Java in Niederländisch-Indien. Diese endet, als er schwere Verfehlungen seiner Vorgesetzten aufdeckt und letztlich das gesamte Kolonialsystem in Frage stellt. Komische Effekte werden durch eingeschaltete Bemerkungen Droogstoppels erzielt, mit denen der Autor die ablehnende Reaktion des niederländischen Bürgertums auf seine Enthüllungen vorwegnimmt und karikiert. Gegen Ende des Buches tritt der pseudonyme Autor, Multatuli, selbst hervor, zerreißt die Illusion, sein Buch sei ein Roman, und formuliert eine leidenschaftliche Anklage gegen eine selbstherrliche, inkompetente Kolonialverwaltung, die vom Mutterland faktisch nicht kontrolliert werden kann.
Buch und Hauptfigur sind in den Niederlanden bis heute sehr populär; der Max Havelaar" gilt heute als das wichtigste niederländische Buch seiner Zeit. Seinen literarischen Rang verdankt der Havelaar" paradoxerweise dem Umstand, dass er nicht nur Literatur ist: Indem Multatuli die Form des Romans auf den letzten Seiten durchbricht, wächst er über die Nachahmung literarischer Vorbilder und über seine Zeit hinaus. 1962 gaben die Niederlande ihre Souveränität über die letzte Insel Niederländisch-Ostindiens, Neuguinea, auf.

Wikipedia über den Verfasser:
Eduard Douwes Dekker (* 2. März 1820 in Amsterdam; 19. Februar 1887 in Ingelheim am Rhein), bekannt geworden unter dem Pseudonym Multatuli (lat. etwa: ich habe vieles ertragen"), war ein niederländischer Schriftsteller. Um das Jahr 1900 herum waren seine Bücher in Deutschland sehr verbreitet. So zählten ihn etwa Sigmund Freud und Hermann Hesse zu ihren Lieblingsautoren. Mittlerweile ist er in Deutschland jedoch weitgehend vergessen, während er in den Niederlanden zum Kanon der Schulbuchliteratur zählt.
Eduard Douwes Dekker wurde 1820 als Sohn eines Kapitäns in Amsterdam geboren. Als 18-Jähriger war er mit seinem Vater nach Java in der Kolonie Niederländisch-Indien gekommen und fand dort bei der Kolonialverwaltung eine Anstellung. Seine Karriere als Kolonialbeamter (er wurde 1856 zum Assistent-Residenten von Lebak auf Java ernannt) endete, als er korrupte Machenschaften anprangerte, in die sein Vorgesetzter verstrickt war. Die auf seinen Antrag hin erfolgte Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis bewog Dekker zur Rückkehr nach Europa.
Die letzten siebzehn Jahre seines Lebens verbrachte er fast ausschließlich in Deutschland. Von 1870 bis 1879 lebte er in Wiesbaden. Hier schrieb er rund zwei Fünftel der noch zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Werke, darunter die Millionenstudien, in denen er seine Erlebnisse in der Spielbank verarbeitete und eine vermeintlich sichere Gewinnmethode für das Roulette beschreibt.
Unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichte er Bücher, die sich kritisch mit der Kolonialpolitik auseinandersetzten. Er veröffentlichte unter diesem Decknamen, da er infolge seiner sehr kritischen Schilderungen der Verhältnisse in den niederländischen Kolonien Repressalien fürchtete. Sein bekanntestes Werk ist der 1860 erschienene Roman Max Havelaar oder Die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft.
Dekker starb 1887 in Ingelheim, wo er die letzten sieben Jahre seines Lebens zurückgezogen gelebt hatte.

Diese Angaben wurden WIKIPEDIA entnommen.
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