Eine Havanna ist ein Symbol für Lebensqualität, denn sie ist ein durch und durch sinnlicher Genuss. Deshalb spricht man bei einer Havanna auch lieber vom "Degustieren" als vom Rauchen. Schon hierin liegt eine gewisse Analogie zu großen Weinen: Man trinkt sie nicht einfach, sondern man verkostet oder "degustiert" sie. In der gleichen Weise prüft und genießt man eine Havanna mit allen Sinnen. Die Kehle und die Lungen jedoch sind keine Sinnesorgane.
Das Ritual beginnt mit den Augen: Man öffnet den Humidor, betrachtet die Auswahl und wählt mit Bedacht eine Zigarre aus. Danach betastet man die Havanna vorsichtig zwischen dem Daumen und den übrigen Fingern. Ist sie gut gerollt und gefüllt? Ist sie weich und feucht genug? Anschließend schnuppert man ausgiebig am Deckblatt. Nehmen Sie schon jetzt all die verschiedenen Aromen in sich auf, die die Zigarre verströmen wird, sobald sie angezündet ist. So können Sie sie später umso vollständiger genießen. Nun erst ist es an der Zeit, Ihre Havanna zu entzünden - und da die Geschmacksnerven sich bekanntlich im Mund befinden, wäre es ein Frevel, den Rauch zu inhalieren ...
Dieses sinnliche Ritual beim Genuss einer Havanna ist ein Fest - und ein Moment der Besinnung ...
Fazit: Der Autor Michel Permeke spricht mit ebenso großer Leidenschaft wie Sachkenntnis von seiner großen Liebe, den Havannas. Er schildert sehr eindrucksvoll, wie man eine Zigarre nach allen Regeln der Kunst verkostet, welche Aromen sich dabei entfalten und welche charakteristischen Merkmale die einzelnen Marken und Formate unterscheiden. Ergänzt wird das Ganze durch den Bezug zu Getränken und feiner Küche.
Ein opulentes, großformatiges Buch in Hardcover-Ausführung, ergänzt durch beeindruckende Fotografien von Kris Vlegels, die jedes noch so kleine Detail stimmungsvoll einfangen.
Der Preis: opulent! Aber wir sprechen ja auch von einer 'Havanna' und nicht nur von einer 'Zigarre'!
Meine differenzierte Wertung: 3,8 Sterne.
Es grüßt -- Reinhard Busse