Die Hände auf seine Schultern stemmend, balancierte Suzanne sich auf ihm aus. Immer wieder rutschten ihre Hände ab, weil seine muskulösen Schultern glitschig von Schweiß waren. Rhythmisch bewegte sie sich auf ihm hin und her, sodass ihre Körper jedes Mal, da sie aneinanderprallten, ein klatschendes, schmatzendes Geräusch von sich gaben. Und jedes Mal, da sie aneinanderprallten, nahm das brennende Verlangen zwischen ihren Beinen zu.
Automatisch glitt ihr Körper auf und ab, dem Höhepunkt entgegen.
Aber nein, noch nicht! Das war so umwerfend, so unglaublich, dass sie nicht wollte, dass es zu Ende ging.
So unglaublich … Wie ein Traum, der ganze Nachmittag war wie ein Traum. Das schummrige Licht in der Höhle, während draußen die Sonne vom blauen Himmel strahlte. Der erdige, scharfe Geruch von Sex, Schweiß, Meer, Staub und noch etwas anderem, etwas Männlichem und Exotischem, das ihr zu Kopf stieg und sie förmlich berauschte. Der Geruch des Mannes unter ihr.
Der der begehrenswerteste, hinreißendste Typ war, den sie je zu Gesicht bekommen hatte. Der Körper der eines Athleten, schlank und muskulös. Die Haut wie dunkle Schokolade, die Haare kohlschwarz, ein gepflegter Spitzbart und kurze Dreadlocks, die ihm einen exotischen Touch verliehen. Sein Lächeln, seine Augen wirkten im dämmrigen Licht der Höhle wie helle Blitze.
Sie beugte sich nach unten, streifte seine Brustwarzen mit ihrem langen blonden Haar, berührte seine Lippen mit den ihren, spürte das sanfte Kitzeln seines Barts. Doch als er versuchte, den Kuss zu intensivieren, hob sie den Kopf und lehnte sich zurück, um ihn zu reizen.
Zu reizen? War das wirklich sie, die so etwas machte?
In ihrem Kopf drehte sich alles, sodass sie vorübergehend aus dem Rhythmus kam. Unverzüglich packte er sie bei den Hüften – nicht um Zwang auszuüben, sondern um ihr Halt zu geben.
Dieser unglaubliche, kräftige Typ hatte sich ihr unterworfen, hatte ihr die Führung überlassen. Die Vorstellung war so erregend, so erotisch, dass sie es kaum auszuhalten vermochte.
So etwas hatte sie noch nie empfunden. Sie hatte ihren Körper immer für gesund und zuverlässig gehalten, aber eigentlich nicht für sexy.
Sexy. O Mann, heute Nachmittag war Suzanne Brennan der Inbegriff von sexy! Weil er es auch war, dieser fabelhafte Liebhaber. Zum ersten Mal in ihrem Leben war sie mit einem Mann zusammen – keinem Jungen von der Highschool oder vom College, sondern einem richtigen Mann. Und jedes Funkeln in seinen Augen verriet ihr, dass sie eine Frau war. Eine sexy Frau.
Vor vier Jahren, im Alter von sechzehn, hatte sie ihre Unschuld verloren, aber jetzt hatte sie das Gefühl, als zähle das nicht. Nichts, was sich vor dem heutigen Tag, da sie wirklich zur Frau geworden war, in ihrem Sexleben ereignet hatte, zählte.
Ein ihr völlig neuer Instinkt drängte sie, sich schneller zu bewegen, nach oben zu gleiten und sich wieder und wieder gegen seinen harten Körper zu pressen, um jenes quälende Verlangen zu steigern, bis sie beide explodierten.
Doch ein anderer Teil von ihr wollte das Spiel hinauszögern, damit es länger dauerte.
Sie hörte auf, sich zu bewegen, und rang keuchend nach Atem. Dabei spürte sie, wie sein Körper erbebte, weil auch er Luft einsog.
»Alles in Ordnung?«, murmelte er.
»Mmm.« Als sie nickte, drehte sich in ihrem Kopf wieder alles. Zu viel Wein zum Lunch, an ihrem letzten Tag auf Kreta. Zu viel Sonnenschein. Zu viel Mann? Nein, ganz bestimmt nicht. »Ich möchte, dass es länger dauert.«
»Dann lenk mich ab. Lenk uns beide ab.« Seine Stimme war tief und melodisch und hatte einen sinnlichen Klang. War ebenso sexy wie alles andere an ihm.
Ablenken sollte sie sie? Vom Sex? »Wie denn?«
»Tja …« Er ließ den Blick schweifen. »Schau nach draußen zum Strand. Erzähl, was dort passiert!«
»Okay.« Sie richtete sich ein wenig auf und blickte zum Ausgang der in der Klippe gelegenen Höhle. Sonnenschein … wow, war das hell! Als sie blinzelnd in das grelle Licht sah, traten ihr Tränen in die Augen.
Von Neuem wurde ihr schwindlig. Hätte nicht so viel Wein trinken sollen, dachte sie bei sich.
Eine sanfte Brise ließ den Schweiß auf ihrem Gesicht eintrocknen und trug den Geruch von Meer und sonnenwarmen Kräutern heran. Nach und nach bekam sie wieder einen klaren Kopf, und ihre Augen gewöhnten sich an das Licht. »Der Sand ist so hell, dass er fast weiß aussieht, und das Wasser hat eine leuchtend grünlich-blaue Farbe. Wie auf einer Postkarte vom Paradies.«
Die Art Postkarte, die sie ihrer großen Schwester, aber ganz gewiss nicht ihren Eltern schicken würde. Denn das Paradies hier war ein Nacktbadestrand.
Sie lächelte. »Einige junge Leute springen lachend im seichten Wasser herum und bespritzen sich gegenseitig.« Wenn sie ihm nicht begegnet wäre, wäre sie jetzt vermutlich bei ihnen – sofern sie den Mut gehabt hätte, sich ihnen anzuschließen. »Sie albern herum, auf irgendwie unschuldige Art, die gleichzeitig aber auch provokativ ist, weil sie nackt sind.«
Seine Finger strichen ihr über die Innenseite ihres Schenkels und machten direkt unterhalb der Stelle Halt, wo ihre Körper sich vereinigten. Unschuldig und gleichzeitig provokativ. Sie erbebte am ganzen Körper, äußerlich wie innerlich.
Unverzüglich reagierte sein Körper und spannte sich an. »Nicht bewegen«, sagte er mit rauer Stimme. »Rede weiter, da mit ich mich auf etwas anderes konzentrieren kann.«
Hatte sie so viel Macht über ihn, dass er, bloß weil sie erbebte, die Selbstbeherrschung zu verlieren drohte? Ein verblüffender Gedanke – aber andererseits hatte auch er diese Macht über sie, dieser Mann, der ihr ihren ersten richtigen Orgasmus verschafft hatte.
Suzanne versuchte, reglos auf ihm sitzen zu bleiben, die heißen feuchten Schenkel gegen die seinen gepresst, die Knie wund von dem rauen Handtuch und dem harten Fels darunter.
Sie ließ den Blick über den Strand schweifen. »Da liegt ein Pärchen auf einem großen roten Handtuch.« Waren das …? Sie kniff die Augen zusammen. »Zwei Männer.« An einem Nacktbadestrand gab es so etwas wie geschlechtliche Zweideutigkeit nicht.
»Sie halten Händchen.« Suzanne lächelte versonnen. »Ein Liebes paar. Sie lassen sich von der Sonne küssen und warten geduldig, während ihre Erregung immer mehr zunimmt.« Genau wie sie und ihr Liebhaber es machten.
Er griff nach ihrer rechten Hand und führte sie zum Mund. Nachdem er sanft an dem Ballen unterhalb des Daumens herumgeknabbert hatte, nahm er die Spitze ihres Zeigefingers in den Mund und saugte daran.
Ihr Atem beschleunigte sich. Als sie nach unten blickte, schüttelte er den Kopf. »Nein«, sagte er. »Beobachte den Strand.«
Zwanzig oder dreißig Meter weiter unten plätscherten die Wellen sanft gegen das Ufer, zogen sich zurück, um gleich darauf von Neuem gegen den Strand zu plätschern. Im Rhythmus der Wellen sog er an ihrem Finger, tauchte ihn in feuchte Hitze, bis er ihn schließlich kurz frei gab, sodass der Atem der Höhle ihre brennende Haut abkühlte.
Noch nie hatte sie etwas erlebt, das derart sinnlich, derart sexy gewesen wäre.
Wie ein Voyeur beobachtete sie die Leute am Strand, während dieser Mann sie beobachtete und mit ihr Liebe machte.
Suzanne vermochte nicht länger reglos zu bleiben. Ihr Körper übernahm den Rhythmus seines Munds, den Rhythmus der Wellen. Sie hob den Unterleib, sodass sein Schaft der kühlen Luft preisgegeben wurde, dann ließ sie sich wieder auf ihn herab und nahm ihn von Neuem in sich auf.
Seine Zähne schlossen sich um ihren Finger. Er stöhnte auf und gab ihre Hand frei, während sein Atem sich beschleunigte. Sie merkte, wie auch ihre Erregung wieder zunahm.
Sie bewegte sich schneller, bis seine Hüften sich vom Boden lösten.
Doch nein! Wenn sie das Ganze beschleunigte, würden sie beide zum Höhepunkt kommen, und sie war nicht bereit, es so schnell zu Ende gehen zu lassen. Wenn sie könnte,...