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Der Hauslehrer. Eine Erzählung von preußicher Zucht und Ordnung
 
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Der Hauslehrer. Eine Erzählung von preußicher Zucht und Ordnung [Broschiert]

Linda Walter , Randy McCane , Randy MacCane
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Der Hauslehrer. Eine Erzählung von preußicher Zucht und Ordnung + Bestrafung eines Dienstmädchens: ...und andere disziplinarische Maßnahmen. 15 Stories + Disziplin: "Erziehungsspiele, die unter die Haut gehen"
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Produktinformation

  • Broschiert: 179 Seiten
  • Verlag: Marterpfahl; Auflage: 1 (August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936708231
  • ISBN-13: 978-3936708233
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 14,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 194.855 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Der Verlag über das Buch

Schon 19 und noch immer so ungezogene Backfische! Wird Zeit, daß die Gutsherrin für ihre Töchter einen englischen Hauslehrer engagiert ...

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Ankunft des Hauslehrers

Frau von Branitz blickte stumm im großen Speisezimmer umher. Unmut machte sich auf ihren schön geschnittenen Zügen breit. Der Hauslehrer hatte zwar bereits Platz genommen, doch von ihren beiden Töchtern fehlte am feingedeckten Tisch noch immer jede Spur. Immer das gleiche, ärgerte sie sich, nicht einmal wenn Gäste im Haus sind, können die beiden pünktlich sein! Sie beugte sich zu Mr. Turner hinüber. »Sie sehen, meine Töchter müssen noch viel lernen! Ich verlasse mich da ganz auf Sie!« Mr. Turner nickte höflich.

Die Haushälterin war schon angewiesen worden, die Suppe warm zu stellen, als die beiden Mädchen endlich lärmend und gänzlich undamenhaft in den Raum gestürmt kamen. Wortlos stand Margarete auf und winkte die beiden zu sich, um ihnen den neuen Lehrer vorzustellen.

»Mr. Turner, darf ich Ihnen Christine und Gerlinde, meine beiden Töchter, vorstellen? Christine, Gerlinde, das ist Mr. Turner, der sich freundlicherweise bereit erklärt hat, dafür zu sorgen, daß ihr diesen Sommer nicht wieder mit Reiten und Schwatzen vergeuden werdet!«

Wie vom Donner gerührt erfuhren die Mädchen, daß dieser Sommer anders verlaufen würde, als sie es bisher angenommen hatten. Äußerlich nicht voneinander zu unterscheiden, waren beide ebenso groß wie ihre Mutter und wiesen die gleichen, beinahe klassischen Züge auf, wenngleich noch mit deutlichen Zeichen jugendlicher, fast noch kindlicher Frische. Im Gegensatz zu Margaretes dunklem Haar jedoch umrahmte eine wilde, blonde Mähne die hübschen, erhitzten Gesichter. Der Lehrer war angenehm überrascht. Mit derart bezaubernden Schülerinnen hatte er trotz der attraktiven Mutter kaum zu rechnen gewagt.

Mr. Turner erhob sich, deutete eine knappe Verbeugung an und ergriff die von den Mädchen widerstrebend entgegengestreckten Hände. Die Neugier, mit der sie den unbekannten Gast am Tisch zunächst gemustert hatten, war trotziger Ablehnung gewichen. Dabei entging ihm nicht, daß die Zwillinge offenkundig keine Zeit mehr gefunden hatten, sich die Hände zu waschen, ehe sie bei Tisch erschienen waren. Er warf Margarete einen fragenden Blick zu, den diese mit einem aufmunternden Nicken erwiderte.

Mit deutlichen Worten machte Mr. Turner daraufhin die jungen Damen damit vertraut, wie ihre Mutter und auch er sich künftig ihr Erscheinen bei Tisch vorstellten. Sichtlich bedrückt nahmen die Zwillinge seine Vorhaltungen entgegen. Dann schickte er die beiden Mädchen hinaus und beob­achtete zufrieden, daß sein erster Auftritt wohl schon einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte. Nach wenigen Minuten kamen die beiden leise zurück, knicksten artig und wollten sich eben setzen, als der Lehrer die beiden zu sich winkte und sich die nun blitzsauberen Hände vorzeigen ließ. Erst dann durften die Geschwister Platz nehmen.

Wie gewohnt verlief das Essen, ohne daß ein Wort gesprochen wurde. Als die Hausherrin dem Personal schließlich das Zeichen zum Abtragen gab, wollten sich die beiden Mädchen schon eilig davonmachen, doch Mr. Turner rief sie noch einmal zurück. Mit gesenktem Kopf ließen sie eine weitere, nicht minder heftige Moralpredigt über Tischsitten und Pünktlichkeit über sich ergehen. Gespannt verfolgte die Baronin v. Branitz das Geschehen. Die mit ernster Stimme vorgetragenen Worte schienen den beiden wirklich unter die Haut zu gehen. Diesen Ton waren die Mädchen nicht gewohnt. Hilfesuchend wandten sie ihre Blicke zur Mutter, die jedoch keine Anstalten machte, den Lehrer zu unterbrechen.

»Wenn Sie gestatten, gnädige Frau, würde ich den jungen Damen gerne noch einige Worte mit auf den Weg geben!« Margarete war einverstanden. »Christine, Gerlinde, hört aufmerksam zu und tut, was immer Mr. Turner euch sagt! Ich möchte keine Klagen hören! Mr. Turner, Sie haben freie Hand und meine volle Unterstützung. Fahren Sie bitte fort!«

»Ab heute weht hier ein anderer Wind, meine Damen«, ergriff Mr. Turner mit schneidender Stimme das Wort. »Schaut mich an!« Er griff jeder der beiden mit einer Hand unter das Kinn, damit sie ihm in die Augen sehen mußten. »Eure Mutter hat mich ausdrücklich damit beauftragt, euch nicht nur Unterrichtsstoff, sondern auch Tugenden einzubleuen, welche von Damen eures Alters und eures Standes erwartet werden! Und wenn ihr das nicht freiwillig lernen könnt oder wollt, werde ich geeignete Mittel und Wege wissen, um euch dabei zu helfen! Noch eines: Wann immer eure Mutter oder ich es für nötig halten, werden entsprechende Maßnahmen ergriffen!« Die Mädchen schluckten und nickten, so gut es Mr. Turners fester Griff zuließ. »Und nun ab auf euer Zimmer!«

Die Mädchen wollten erneut davonlaufen, besannen sich aber gerade noch rechtzeitig eines Besseren und schickten sich an, das Speisezimmer statt dessen in einer gemäßigteren Gangart zu verlassen. Schmunzelnd registrierte Mr. Turner, daß seine Erziehung erste Erfolge zeigte. Auch Margarete warf ihm einen anerkennenden Blick zu, bevor einer der großen Spiegel, welche zu beiden Seiten der Türe hingen, zeigte, daß Christine dem verhaßten Lehrer beim Hinausgehen eine freche Grimasse schnitt.

»Halt, hier geblieben!« herrschte dieser die verdutzten Mädchen an. Er flüsterte seiner Auftraggeberin etwas ins Ohr. Diese nickte und wies das Personal an, vollends abzutragen und anschließend dem Salon fern zu bleiben, in welchen man sich zurückziehen wolle. Nur Martha, die alte Haushälterin, erhielt eine verstohlene Anweisung, bevor sie ebenfalls aus dem Zimmer geschickt wurde. Margarete öffnete die Türen zum Salon. Mr. Turner und ihre Töchter folgten.

Nach wenigen Minuten klopfte es an der Tür, und die Haushälterin kam mit einem der Rohrstöcke aus Mr. Turners Gemach zurück. Dann knickste sie, warf den Mädchen einen vielsagenden Blick zu und verließ den Raum, in welchem nun Totenstille herrschte. Die Mädchen waren bleich geworden. Sie ahnten, welchem Zweck der Rohrstock dienen sollte. Ihre Mutter hatte des öfteren von ihrer strengen Schulzeit in England erzählt, auch wenn die beiden die geschilderten Erlebnisse bis zu diesem Tage nicht recht glauben wollten. »Mama, wir sind doch keine kleinen Kinder mehr!« protestierten sie lautstark, doch Margarete ließ sich auf keinerlei Diskussion ein. »Es wird allerhöchste Zeit, daß ihr lernt, euch standesgemäß wie erwachsene Damen zu verhalten. Wenn ihr es vorzieht, euch wie unartige kleine Mädchen aufzuführen, dann werdet ihr eben auch so behandelt! Ich bin Mr. Turner außerordentlich dankbar, daß er mich bei eurer Erziehung so tatkräftig unterstützt.«

Erneut erhoben die Sünderinnen einen erfolglosen Protest, doch ihre Mutter drohte ihnen an, daß das gesamte Personal bei ihrer Bestrafung zugegen sein würde, wenn sie noch ein einziges Wort der Widerrede vernehmen müßte. »Nun reißt euch endlich zusammen! Auch Mr. Turner und ich haben während der Schulzeit so manches Mal den Stock gespürt, wenn es nötig war. Und uns hat es auch nicht geschadet, nicht wahr?« – »Allerdings«, bestätigte der Lehrer lächelnd. Resigniert seufzend gaben die Mädchen klein bei, und auch ohne Schläge traten ihnen bereits die ersten Tränen in die Augen. Noch bevor jedoch der Lehrer das Wort ergreifen konnte, klopfte die Mutter mit dem Rohrstock schallend auf die Kante des schweren Eichentisches. Hierbei fiel ihr auf, daß der Stock zuvor gewässert worden war. Mr. Turner schien sich sehr gut auf seine pädagogische Mission vorbereitet zu haben, dachte sie anerkennend.

»Hier legt ihr euch drüber, aber ein bißchen fix, wenn ich bitten darf!« Margarete von Branitz war auf ihrem Gut durchaus bekannt für einen strengen Befehlston, der bisher jedoch ausschließlich den Hausangestellten und den Arbeitern vorbehalten geblieben war. Ihre Töchter hatten sie zeit­lebens nur als nachgiebige und liebevolle Mutter erlebt. Das war eine völlig andere Frau, die heute vor ihnen stand. Eine Frau, die gewohnt war, Befehle zu erteilen, und die keinen Widerspruch zu dulden schien.

Nachdem sie erkannt hatten, daß jeder...


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zugegeben, Flag-Geschichten haben oft eine Schwäche: Sie leiden oft unter einer Wiederholung des Immergleichen, die selbst der geneigteste Leser irgendwann doch als ein wenig öd empfindet. Selten aber geht ein Autor mit diesen Gefahren so souverän um wie dieses Autorenduo: Mit sicherem Gefühl für Historie wird der Stoff im historischen Ostpreußen um 1886 angesiedelt, die Schilderung der Details ist liebevoll, der Stil locker und zugleich souverän. So kann man sich als Leser gleich zu Hause fühlen in dieser Geschichte, die zwar mehr für den Maledom-Geschmack bietet, bei der aber auch Femdom-Liebhaber auf ihre Kosten kommen können: Die Gutsherrin kommt einer herrischen italienischen Schwägerin in die Finger und legt durchaus auch selber mit Hand an bei der Erziehung ihrer zwei mißratenen Trotzköpfchen, keineswegs nur der titelgebende "Hauslehrer", gnä' Frau weiß durchaus selbst auszuteilen - bis sie am Schluß dann doch zur gut gezüchtigten, gehorsamen Ehefrau wird ... denn "so steht es schließlich in der SCHRIFT, daß das Weib dem Manne untertan sei". Und die SCHRIFT hinterfragte man 1886 in der Provinz noch nicht ...

Ein Genuß für Maledom-Liebhaber, eine angenehme Lektüre für alle anderen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Hauslehrer 11. Juni 2010
Von Ernestine Baumann TOP 1000 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
Preußisch-englische Erziehungsmaßnahmen im 19.Jahrhundert. Man löste die diesbezüglichen Probleme damals in sehr handfester Weise. Die Geschichte der Baronin die ihre Zwillingsmädchen allein aufziehen mußte und nun erkennt, daß sie mit dem Übermut der Mädchen nicht mehr zurecht kommt, ist sehr humorvoll geschildert. Der Hauslehrer den sie deshalb über die Sommerferien anstellt um ihren Töchtern Zucht und Ordnung beizubringen, verändert das Leben auf dem Gut in schlagender Weise. Nicht nur die Mädchen bekommen den Rohrstab zu spüren, auch die Mutter und die Hausangestellten werden diszipliniert. Trotzdem oder gerade deswegen sind alle Beteiligten sehr zufrieden und genießen Schmerz und Lust von ganzem Herzen. Ein Lesespaß wenn man sich nicht zuviel erwartet. Mir hat es gefallen.
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