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Hausaufgaben [Taschenbuch]

Jakob Arjouni
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 188 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 5., Aufl. (Dezember 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257235046
  • ISBN-13: 978-3257235043
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 33.845 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Jakob Arjouni
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Deutschlehrer Joachim Linde weiá, dass es mit seiner Familie, mit seinem Leben an und fr sich, nicht zum Besten steht. Dass er jetzt sein "peinlichstes" Privatleben vor den Kollegen ausbreiten muss, geht ihm schon gewaltig gegen den Strich. Aber es scheint die einzige M”glichkeit zu sein, seine Haut zu retten. Linde ist fest entschlossen, sich nicht unterkreigen zu lassen -
Es geht in diesem Roman um private, aber auch um historische Schuldzuweisung. Darum, wie sich ein Mensch in Wunschdenken und Halbwahrheiten verstrickt, weil er mit sich selbst im Reinen bleiben, vor sich selbst bestehen m”chte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Jakob Arjouni, geboren 1964 in Frankfurt am Main, studierte und jobbte nach dem Abitur einige Jahre in Südfrankreich und lebte dann in Berlin. Er veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Für "Ein Mann, ein Mord" erhielt Jakob Arjouni 1992 den Deutschen Krimi-Preis. Derzeit lebt er vorwiegend in Südfrankreich.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Professor Unrat 17. Januar 2007
Format:Taschenbuch
Herr Literaturprofessor Linde freut sich am Freitag schon auf das von ihm lange geplante Wanderwochenende in Brandenburg. Während seine Gattin Ingrid zufolge ihrer schweren Depressionen wieder einen ihrer regelmäßigen Aufenthalte in der Psychiatrie verbringt, beabsichtigt der fröhliche Linde, sich auf der Wandertour zu entspannen. Doch dann gerät sein freitägliches Seminar über die Auswirkungen des Naziterrors auf die deutsche Nachkriegsliteratur unvermutet aus dem Ruder und zwischen zweien seiner Schüler kommt es zum Eklat. Linde versucht eine rhetorische Bereinigung der Situation und rhetorisch ist Linde - das weiß er auch - begabt. Doch das ist nur der schulische oder berufliche Auftakt eines Wochenendes, das Linde zum Albtraum gerät. Schritt für Schritt beginnt die Demontage des ziemlich heilen Weltbildes eines Lehrers, der sich selbst für aufgeschlossen, politisch korrekt und einen liberalen Bürger hält und obendrein für einen besorgten Ehemann und modernen Familienvater. Ganz langsam zerbröselt die Fassade eines Biedermannes, der letztlich ziemlich nackt und schäbig um sein gesellschaftliches und berufliches Überleben kämpfen muss.

Eine dichte Erzählung über Vorurteil und Wahrheit, Lüge und Ressentiment, Schein und Wirklichkeit. Gnadenlos und realistisch seziert der Autor die bürgerliche Welt und Umwelt des nicht wirklich unsympathischen Protagonisten, aus dessen subjektiver Sicht wir die Dinge mitverfolgen können. Was sich wirklich ereignete, wissen wir nicht. Es könnte so gewesen sein, wie Linde es uns Leser und - vor allem - sich selbst Glauben machen will. Wir wissen ja um Lindes rhetorische Begabung und seinen Wortwitz. Vielleicht liegt die Wahrheit aber doch im Inhalt des E-Mails seiner depressiven Frau, das diese aus der Psychiatrie an die Lehrerkollegen ihres Gatten versendet. Oder bei Lindes Tochter, die nach einem Selbstmordversuch das Elternhaus verlassen hat. Was bleibt Linde übrig, als an seiner Lebenslüge festzuhalten, wenn um ihn (oder durch ihn?)alles in Scherben zerbricht? Ein interessantes Buch, das Fragen nicht beantwortet und zum Nachdenken anregt.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von zueribueb TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Im Roman "Hausaufgaben" geht es um den Gymnasiallehrer Joachim Linde, der so um die 45 ist und der sein Leben mehr schlecht als recht im Griff hat. Als Lehrer gibt er Hausaufgaben auf, aber seine persönlichen Hausaufgaben hat er nicht gemacht. Weder seine Schüler noch seine Familie hat er im Griff. Es tun sich nur Konflikte auf, so dass er sein wohlverdientes Weekend nicht antreten kann. Aus seiner Sicht läuft alles irgendwie schief. Seine depressive Frau hat einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt nötig, die Tochter flüchtet zu ihrem Freund nach Mailand, der Sohn hat einen Autounfall und seine Kollegen in der Schule vertrauen ihm nicht mehr, nachdem Zweifel an seiner Unterrichtsgestaltung aufkommen und der Verdacht von seiner Frau in den Raum gestellt wird, er habe seine Tochter sexuell missbraucht. Irgendwie schwimmt er durch sein Leben, das von Halbwahrheiten, Selbstgerechtigkeit und Peinlichkeiten geprägt ist. Als Charakter ist er stark ambivalent, irgendwo zwischen einem tragischen Helden und einem Blödmann. Irgendwie ein netter, aber auch gleichzeitig ein grässlicher Typ.
Jakob Arjouni schreibt in einer flotten Sprache, die eine grosse Leichtigkeit versprüht, so dass es macht richtig Spass, das Buch zu lesen. Auch werden politisch kontroverse Themen (Deutsche Vergangenheitsbewältigung und Schuld, Kritik an Israel, Missbrauch mit dem Missbrauch) in intelligenter Weise behandelt und kunstvoll in die Handlung eingewoben. Die Kollektivschuld wird der individuellen Schuld von Linde gegenüber gestellt. Schliesslich überzeugt vor allem auch der lakonische und nicht immer politisch korrekte Humor, der ständig die Schilderungen der Irrungen und Wirrungen des Joachim Linde begleitet.
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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Steffis Bücherkiste HALL OF FAME REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Arjounis neuer Roman liest sich flott wie eh und je. Nach einem netten Nachmittag hat man es ausgelesen, klappt es zu, legt es in den Schoß und ist dann den ganzen Tag damit beschäftigt über dieses grandiose Buch nachzudenken. Wahrscheinlich ist auch das sein Geheimnis. Romane mit Leichtigkeit tarnen, die einen aber inhaltlich so aus der Bahn werfen, das man erstmal damit beschäftigt ist den Roman zu verdauen.
Der Stil des Autors ist packend und ließt sich wahnsinnig flüssig und ohne groß rum zu lamentieren fängt Arjouni einfach mit seiner Geschichte an. Mitten im Leben des Lehrers Lindes - mitten in einer Schulstunde. Ohne Vorgeschichte. Und dann lernt man Linde kennen. Seine verkorkste Familie (depressive Ehefrau; Tochter, die mittlerweile das Weite gesucht hat und sich schon mal umbringen wollte und zu guter letzt ein vermeintliches Weichei als Sohn).
Vielleicht sind Lindes Lebensumstände ein wenig übertrieben, aber sie machen auch gerade deutlich wie sehr Linde in seiner Traumwelt lebt. Für ihn ist irgendwie alles in Ordnung und er ist auch an keinem seiner Probleme schuld. Nein, Linde ist wahrlich kein Charakter in den man sich verliebt. Manchmal tut er einem einfach nur leid, manchmal hasst man ihn gar wegen seiner Überheblichkeit, seiner Peinlichkeit.
Hinzu webt der Autor sehr geschickt politische Themen (Israel, Judenverfolgung, etc.) in den Roman ein. Mit wenigen Sätzen schafft er mehr Kontroverse, wie andere in ganzen Büchern.
Ein faszinierender Autor, der sich mit diesem Roman auf meine Auto-Buy-Liste katapultiert hat.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Übertreiben erlaubt
Wer so fesselnd, humorvoll und geistreich schreibt, darf meiner Meinung nach auch mal übertreiben. Ja es kommt dicke für Herrn Linde, zu dick, um wahr zu sein. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Gülseren Grün veröffentlicht
Klischeehaft und unglaubwürdig
Joachim Linde, Deutschlehrer an einem Gymnasium, widerfahren sehr viele Schicksalsschläge auf einmal und in viel zu konstruierter und daher unglaubwürdiger Weise gelingt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. November 2009 von Alex_Sorbas
Nervtötend gut - eine "Deutschstunde"
An Musils "Mann ohne Eigenschaften" erinnert mich der Lehrer einer gymnasialen Oberstufe für Deutsch, Joachim Linde (geht es "Deutscher"? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Juli 2009 von Apefred
Grandios
Ein grossartiges Buch über Lebenslügen und deren Verdrängung. Dass Buch fängt etwas trocken an, aber dann wird man immer tiefer in den Strudel des menschlichen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. November 2007 von J. Renno
Der perfekte Mensch
Kein Problem ist so groß, dass man es nicht ignorieren könnte. Dies scheint so ungefähr das Motto des Deutschlehrers Linde zu sein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Juli 2007 von Billy
Empfehlenswert
"Hausaufgaben" ist ein gut zu lesendes, auch auf eine Art und Weise

spannendes Buch, obgleich es desöfteren scheint, dass der Plot etwas

weit her geholt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Januar 2007 von Franz Gmeineder
sehr unterhaltsam auf arjouni art
ich habe in der letzten zeit mehrere bücher von arjouni gelesen, alle sind auf eine andere weise fesselnd

in hausaufgaben kommt es allerdings sehr dicke... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. September 2006 von sonnenschein
Treffende Darstellung einer Selbstinszenierung
Joachim Linde ist mit sich und seinem Leben ganz zufrieden. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und als Deutschlehrer des Schiller-Gymnasiums kann er den Schülern mit seinem... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Juli 2006 von Bernard Rieux
Großartig
Eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Schön zu sehen, dass es solche Juwelen-wenn auch selte-aber doch noch gibt.
Veröffentlicht am 26. Mai 2006 von Julia Schwarz
Was für einen grandiosen Widerling hat Jakob Arjouni hier...
Von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel wird er einem unsympathischer, und das obwohl der Autor die Gedankengänge seines Protagonisten stets ganz genau offenlegt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Mai 2006 von isy3
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