Der Coroner und sein Mönch ermitteln erneut im schaurigen London des Mittelalters. Sie werden in den Tower verschlagen, wo Sie einen Schlächter suchen, der auf sehr phantasievolle Weise, wie durch Zauberkunst, Verräter mordet! Wie immer bei Harding: Nichts für zarte Gemüter - aber spannend bis zum überraschenden Ende!
Für mich sicherlich der beste Harding! Es ist einfach ein Genuss, wie dieser Mann es schafft, das mittelalterliche London heraufzubeschwören. Er räumt auf, mit romantisch-verklärten Bildern dieser Epoche. Und jeder, der diese Bücher liest, ist froh, im geordneten, hyperhygienischen 20. Jhd. zu leben! Manchmal hat man beim Lesen das Gefühl, als steige einem der stinkend-faulige Geruch der dunklen Gassen in die Nase - als husche einem eine fette, schmierige, einohrige Ratte über die Füsse oder als stünde man an dem kadaverübersäten Ufer dieser damaligen Kloake namens Themse! In Kontrast zu der drastischen Schilderung der haarsträubenden Zustände im London dieser Zeit steht der köstliche Charakter eines trinkfesten, nimmersatten, unter dem Pantoffel stehenden Coroners, der seine Fälle vor allem - oder sollte man sagen nur? durch die Hilfe des schlauen, edlen Athlestans löst! Schade, dass Paul Harding es nicht schafft, mehr Bücher zu schreiben. Ich habe alle seine Bücher verschlungen und hoffe, dass es endlich mal mehr Autoren geben wird, die es schaffen, einen spannenden Kriminalfall mit einem atmosphärisch dichten, historischen Hintergrund zu verknüpfen. Jeder Krimifan mit Geschichtstick sollte unbedingt mal einen Harding lesen!