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Haus ohne Hüter
 
 

Haus ohne Hüter [Kindle Edition]

Heinrich Böll
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Hier geht es um die 50er Jahre, in denen ich auch aufgewachsen bin. Ich glaube, dass keiner diese Phase der deutschen Geschichte so in Romanen verarbeitet hat, wie Heinrich Böll. Das ist unvergleichbar. Man riecht, man schmeckt, man schwitzt mit.«
BAP-Sänger Wolfgang Niedecken, WDR5 Literaturmagazin Bücher 13.09.2008

»Es geht aber auch um traditionelle Bindungen, deren Verfall selbst die Mütter nicht mehr aufhalten können. Gegen das nervöse Glitzern eines neuen Wohlstandes erhebt sich das dunkle Gefühl, dass die Welt ebenso fragwürdig sei wie zuvor. Böll gehört zu den wenigen Schriftstellern, die hinter dem vordergründigen Lächeln dieser Epoche von Unruhe um den Menschen bewegt sind.«
Deutsche Zeitung

Kurzbeschreibung

Zwei Schulfreunde, zwölfjährig und vaterlos, stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte aus der frühen Nachkriegszeit. Heinrich und Martin wachsen ohne Väter auf, denn diese sind nicht aus dem Krieg zurückgekehrt. Ihre Lebensumstände sind grundverschieden, und doch teilen sie prägende Erfahrungen.Heinrich wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und muss früh Verantwortung übernehmen. Seine Mutter lebt in wechselnden »Onkel-Ehen«, worunter Heinrich sehr leidet. Martins Mutter dagegen ist die vermögende Witwe eines anerkannten Dichters, materielle Sorgen kennen die beiden nicht. Doch fühlt sich Martin oft alleingelassen und ahnt, dass seine Mutter trotz des Wohlstands Mangel leidet.Einfühlsam und genau beschreibt Böll den Alltag der beiden Freunde aus wechselnder Perspektive und richtet dabei sein Augenmerk auch auf die Nöte der beginnenden Pubertät. Mit den Schicksalen der Söhne und ihrer Mütter zeichnet er ein Bild der Kriegsgeneration und der frühen Nachkriegszeit, das exemplarische Geltung hat.Bei der Erstveröffentlichung hieß es in der »Deutschen Zeitung«, dem Roman gehe es »um traditionelle Bindungen, deren Verfall selbst die Mütter nicht mehr aufhalten können. Gegen das nervöse Glitzern des neuen Wohlstands erhebt sich das dunkle Gefühl, daß die Welt ebenso fragwürdig sei wie zuvor. Böll gehört zu den wenigen Schriftstellern, die hinter dem vordergründigen Lächeln dieser Epoche von Unruhe um den Menschen bewegt sind.« Informieren Sie sich auch über das größte editorische Unternehmen in der Geschichte des Verlags Kiepenheuer & Witsch: Heinrich Böll, Werke 1 - 27 Kölner Ausgabe

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Klasse 29. November 2003
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Wer sich mit den Folgen des Krieges auch über die Statistiken hinaus befassen möchte bekommt durch dieses Buch einen kleinen Ausschnitt über die Zeit danach. Die Verarbeitung des menschlichen Verlustes, die Wut, Hilflosigkeit und der Schmerz - aber auch das Nichtverstehen und nicht nachvollziehen können der nachfolgenden Generationen ist durch einfache Worte verständlich gemacht. Der Umgang mit der Nachkriegszeit und eine Kindheit ohne Vater ist aus der perspektive zweier Jungen mit unterschiedlicher finanzieller Lage beschrieben: Hunger aus Geldnot und Hunger wegen Vernachlässigung - im "Reichtum". Zwei Schicksale in einer Zeit, wo Schwarzmarkt und alte Gesellschaftsvorstellungen das Leben der Zurückgebliebenen bestimmen....
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nachgeboren 8. August 2007
Von Polar
Format:Sondereinband
Wie überlebt man einen solchen Krieg, diese immense Verblendung und den abscheulichen Völkermord? Man lebt weiter. Zwar ist es nicht leicht, so zu tun, als habe man von all dem nichts gewußt, doch die Hoffnung liegt auf der nachfolgenden Generation, die mit Fug und Recht behaupten kann, zur Zeit der Nazis noch nicht gelebt zu haben.

Nur spült sich das Verbrechen bleischwer ins aufkeimende Wirtschaftswunder und dem Gefühl: Wir sind wieder wer. Heinrich Böll beschreibt in seinem Roman die Welt zweier Schulfreunde, läßt ihre Probleme wie Freuden dem Leser erscheinen, als handele es sich um ganz normale Jungs, die sich halt mit solchen Problemen in dem Alter herumschlagen.

Doch zeichnet er auch ein Bild einer Nachkriegsgesellschaft, die schwer traumatisiert, deren Verdrängen nicht beizukommen ist und zieht die Linie zwischen arm und reich, die die Freunde prägt. Heinrich Bölls erzählerischer Ton klagt an und versöhnt seine Figuren zugleich mit sich, indem er sie nie bloßstellt, sondern als das nimmt, was sie sind: Losgelöst, entwurzelt, auf Suche nach dem, was ihnen Halt verspricht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Karl-Heinz Heidtmann TOP 500 REZENSENT
Format:Sondereinband
Kennen Sie das? In irgendeiner Lebenssituation geht einem plötzlich ein Buch- oder Liedtitel durch den Kopf und man beschließt, das würde ich mal gerne (wieder) lesen bzw. hören. So ging es mir mit dem vorliegenden Titel. Also flugs die neue Hardcoverausgabe bei amazon bestellt.

Heinrich Böll gehört zwar zu den von mir respektierten, aber seit Schulzeiten kaum wahr genommenen Schriftstellern. Vielleicht war sein Thema, die geistig/geistlich-politisch/kulturelle Situation am linken Niederrhein nicht meins. Vielleicht war es seine schmucklose Prosa, die literarisch das karge Nachkriegsdeutschland widerspiegelt? In diesem frühen Roman Heinrich Bölls aus dem Jahre 1954 erkennt man in seinen literarischen Mitteln deutlich den Stil der Zeit: So fand ich viel Gemeinsames mit dem damals ebenfalls jungen Siegfried Lenz.

Doch auch wenn Böll in seiner Zeit (der Adenauerära) verankert war, ist das Thema dieses Buches m. E. durchaus auch heute noch aktuell. In diesem Buch geht es in parallelen Handlungssträngen um das Leben von - in diesem Falle - durch den Krieg zerrissenen Familien. Die "Onkel-Ehe" lässt sich ja durchaus auf die heutige Zeit der "Patchwork-Familien" zeitgemäß verlängern. Das Buch beschreibt traditionelle Bindungen, deren Verfall nicht aufzuhalten ist. Es beschreibt den Zusammenhang von materieller Abhängigkeit und der Sehnsucht nach Liebe, Zugehörigkeit und Zuhause. Gibt es ein zeitloseres Thema?
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