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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verwirrendes Heiligtum,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen (DVD)
Dem ausgezeichnet fotografierten Dokumentarfilm "Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen" gelingt das Kunststück, die Grabeskirche in Jerusalem als sowohl baulich wie innerchristlich verwirrenden, ja fast schon chaotischen Ort, als auch als mystisch lebendiges, Millionen Gläubige aus aller Welt faszinierendes Heiligtum zugleich zu porträtieren. Wer schon einmal in Jerusalem gewesen ist, weiß, dass schon der Eingang zur Grabeskirche durch die engen Gassen des umliegenden Basars hindurch nicht leicht zu finden ist, und dass - nach Betreten des Gebäudes - der Besucher schnell den Überblick über die unterschiedlichen Kapellen, Altäre, Nischen und Stockwerke im Inneren verliert. Insgesamt teilen sich sechs verschiedene christliche Konfessionen die Kirche: ägyptische Kopten, äthiopische Abessiner, römisch-katholische Franziskaner, syrisch-aramäische, armenische und griechisch-orthodoxe Christen. Alle kommen mit ihren jeweiligen Vertretern im Film zu Wort, berichten von Streitigkeiten sowohl der Mönche, als auch der Gläubigen untereinander, zugleich geben sie aber auch Einblick in ihre eigentliche Aufgabe: Am Ort von Grab und Auferstehung Jesu Christi zu beten und Liturgie zu feiern, um damit den Kern des christlichen Glaubens lebendig zu halten. Obwohl die Kirche nachts verschlossen ist (zwei muslimische(!) Familien sind mit diesem Dienst beauftragt), sind alle Stunden unter den Konfessionen für die Feier der Liturgie aufgeteilt, so dass ständig Menschen an der Grabesstelle Christi beten. Neben dem alltäglichen Geschehen gibt der Film auch Einblicke in die hohen Festtage, insbesondere das Osterfest, wenn Tausende von Pilgern nach Jerusalem kommen.Der bisher nur als Kameramann tätige Hajo Schomerus hat sich in seinem Regiedebüt ganz auf den Ort Grabeskirche eingelassen und möchte diesen selbst sprechen lassen - sowohl in seinen eher abschreckenden Konflikten als auch in seiner unbestritten vorhandenen mystischen Faszination. Daher verzichtet er auf einen Off-Kommentar und lässt nur die Menschen in seinem Film (in ihrer je eigenen Sprache) reden, ansonsten sprechen die Bilder für sich selbst. In den Extras der DVD kann der Betrachter mit dem Franziskanerpater Gerhard einen Rundgang zu verschiedenen Orten innerhalb der Grabeskirche unternehmen und die im Film gezeigten, unterschiedlichen liturgischen Feiern der Konfessionen sind einzeln anwählbar. Ein spannender Einblick in einen christlichen Mikrokosmos, der neugierig macht auf einen realen Besuch. Sehenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was machst du denn hier, Jesus?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen (DVD)
Sie war vielversprechend, die Ankündigung einer DVD über die Grabeskirche in Jerusalem. Ich musste sie haben! Zumal ich damals bei unserer Reise ins gelobte Land in dieser Kirche keine Fotos gemacht hatte. Es erschien mir einfach zu kommerziell, zu trubelig, zu überzogen bunt und schrill'Nun hatte ich ja die Gelegenheit ' so dachte ich ' genügend Informationen zu bekommen, nachträglich. Und tatsächlich, der Kameramann verstand es sehr gut, Details der vielen Nischen und Plätze innerhalb der Kirche einzufangen. Aber auch die Gesichter derjenigen, die als Interviewpartner ihre Meinungen darlegten. Und das ist das Interessante an diesem Film von Hajo Schamerus ' er erzählt darin keine Geschichte, sondern der Film lebt von den Erzählungen der gefilmten Personen. Vielfalt in einer Kirche Da ist der koptische Father, dessen 'Partei' nur am Katzentisch am Grab sitzt, sehr wenig Raum für ihre liturgischen Gebete habt. Aber er weiss, Gott liebt seine Kinder. Auf seinem Handy hat er ein Bild der Jakobsleiter, die ihn ermahnt, auf dem Weg zum Himmel nicht auszurutschen. Da ist der sympatische idische Bruder Jayaseelan, seines Zeichens Franziskaner, der ziemlich neu in diesem Wirrwarr der christlichen Strömungen ist. Aber er versucht mit Freundlichkeit damit klarzukommen. Father Samuel kam mir als der 'Politstratege' vor, der sehr darauf achtet, dass die Privegien seiner armenischen Gemeinschaft gewahrt werden. Sein Statement lautet: 'Wenn du schwach bist und nachgibst, verlierst du'. Hm ' das lässt die Konfliktbereitschaft in dieser speziellen Kirche ahnen' Aber auch äthiopische Mönche, griechische Patriarchen und Franzsikanermönche haben Mühe, ihre Plätze zu verteidigen. Es geht um den 'Status quo' ' alles beim Stand von 1852 zu belassen: den Platz der Teppiche, die Zahl der Kerzen und den Raum für die einzelnen Konfessionen für ihre Liturgien. Wer hat die Schlüssel? Eigentlich hat mich dieser Film seltsam berührt. Zum einen negativ durch die Rangeleien, die Eifersucht, die besten Plätze zu haben usw. Andererseits schimmerte immer wieder die Frömmigkeit der einzelnen Gottessucher durch, die Andacht in der nächtlichen, von Besuchern freien Kirche. Eine Sache zum Schmunzeln am Rande: Den Schlüssel zum einzigen Eingangstor der Kirche verwaltet seit 638 n.Chr. eine muslimische Familie. Aber eigentlich sind es dann doch auch zwei Familien geworden, die jeweils die grössere Ehre für sich in Anspruch nehmen wollen. Das passt ja nun wieder zur Örtlichkeit. Beängstigend die Szenen zu Ostern, bei der die Kirche selbst und das Umfeld voller Menschen steckt, kaum ein Vorwärtskommen ist möglich. Oder wie ein Priester mit dem Osterfeuer durch den Raum rennt' Ein Film, der sich zu sehen trotz allem lohnt. Liebhaber der Heiligen Stadt werden Bekanntes wiedererkennen und Neues entdecken. Interessant fand ich allerdings ' nicht im Film aber bei den specials ' die Bemerkung von Pater Robert: 'Manchmal stelle ich mir vor, dass Jesus plötzlich neben mir sthet und ich ihn dann frage: Was machst du denn hier?' Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Informativ, aber auch verstörend,
Rezension bezieht sich auf: Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen (DVD)
Die fünf Sterne bekommt der Film einfach, weil er gut gemacht ist, weil die Interviews ausgewogen sind und die Bilder faszinierend.Die Sache an sich, also der Status Quo der Grabeskirche und die Streitereien darum, finde ich ziemlich schrecklich. Ich war letztes Jahr in Israel und habe den Besuch der Grabeskirche als einen der Höhepunkte erlebt. Mir war schon klar, dass sich verschiedene Konfessionen die Kirche teilen, und ich hatte auch von Streitigkeiten darum gehört und gelesen, aber dies in Bildern zu sehen ist noch einmal etwas ganz anderes. Ich habe bei meinem Besuch nämlich nichts davon mitbekommen. Was ich erlebt habe, waren rücksichtsvolle und stille Touristen (wenn auch viele, aber es war insgesamt alles recht ruhig), eine dichte Atmosphäre und Mönche aller Konfessionen, die jeweils stolz waren, ihren Altar / Kapelle etc. zu zeigen. Im Heiligen Grab war ich nicht, weil die Schlange so lang und ich mit einer Pilgergruppe unterwegs war, es blieb keine Zeit. Wenn ich die Szenen in diesem Film sehe, bin ich fast froh darüber, diese Schlange und wie ein Mönch dort die Leute zurechtwies, erschütterte mich doch ziemlich. Sehr schade fand ich auch, im Film zu sehen, dass wirklich verschiedene Konfessionen sich gegenseitig "stören" bei ihren Gottesdiensten oder Prozessionen. Wie eine kleine Gruppe betet und singt und dann die Katholiken mit dröhnender Orgel plötzlich alles übertönen. Der Mönch im Interview sagte: "Wenn die Orgel erklingt, ist es noch schöner, katholisch zu sein." Ich dagegen dachte, mir wäre es zutiefst peinlich, wenn ich als Katholikin mit meinem Orgelspiel andere christliche Andachten übertöne. Da dachte ich wirklich: Ist es denn wirklich nicht möglich, diese Andachte, Gottesdienste, Prozessionen usw. zeitlich zu koordinieren, ohne Überschneidung?? Verstörend fand ich die Bilder einer Rangelei (oder kann man schon Prügelei sagen?), ich hätte heulen können. Und auch die Bilder von Ostern fand ich aufgrund der riesigen Massen und des Gedrängels ziemlich erschreckend. Am meisten irritiert hat mich an dem Film die Tatsache, dass man in den Interviews wirklich merkte, wie jeder dieser Mönche und Priester auf ihrem (vermeintlichen?) Recht beharrt und keinen Millimeter beiseite rücken will. Diese Kleinlichkeit und Ordnungsmäßigkeit empfinde ich als nicht besonders christlich, manchmal wollte ich in den Fernseher steigen und sagen: Ihr seid doch alle Christen, wie könnt Ihr so reden? Also insgesamt ein sehr spannender und eindrücklicher Film, wenn auch nicht durchweg positiv. Das einzig rührende fand ich die Interviews mit einem Franziskaner aus Indien, der erst seit wenigen Monaten dort wohnte und noch nicht so verbohrt war, sondern dessen Herz noch offen war. Und natürlich gab es auch einige schöne Bilder von Prozessionen oder Gottesdiensten oder stillem Gebet in der nächtlichen, schlafenden Kirche. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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