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Haus der Schildkröten: Roman [Taschenbuch]

Annette Pehnt
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Februar 2008
»Haus der Schildkröten«, anmutig und scheinbar leicht, ist ein Roman über ein großes Tabu: das Ende unseres Lebens und das Sterben. Ernst und Regina begegnen sich immer dienstags, bei ihrem Besuch im Altenheim »Haus Ulmen«. Sie kommen sich näher an dem Ort, an dem nichts eine Zukunft zu haben scheint. – Annette Pehnt, vielfach preisgekrönt, zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 3 (1. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492251048
  • ISBN-13: 978-3492251044
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 178.059 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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“Sie schauen sich an, verblüfft, dass sie nicht allein sind in ihrer Not.“ Regelmäßig dienstags besuchen Regina ihre Mutter und Ernst seinen Vater im Altersheim Haus Ulmen. Mitten zwischen Trauer und Liebe, dem drohenden Verlust eines Elternteils und seiner Endgültigkeit, lernen die beiden sich kennen und lieben. Eine Liebe, nicht frei von Zwängen.

Die Lektüre dieses Buches ist schmerzhaft; viele Bücher berühren, gehen nahe, sind ergreifend, dieses ist darüber hinaus auch schmerzhaft. Schließlich ist es die Konfrontation mit dem Tod und dem häufig so tabuisierten Kapitel davor: dem Verfall, der Krankheit, dem langsamen Abschied nehmen. Reginas Mutter denkt gewohnt klug und haarscharf, registriert alles um sich herum, ist aber gelähmt und kann sich nicht artikulieren. Regina kauft ihr ein Vogelhaus. „Da hast du was zu gucken, Mama. Du machst ein paar Sonnenblumenkerne rein, und schon hast du das reinste Theater.“ Guter Wille verbirgt Hilflosigkeit, ein erwachsener Mensch, der stolz, eigenständig und selbstbewusst sein Leben lebte, wird zum Kleinkind. Erichs gestammelte Versuche, seinen alten Herrn, der an Demenz leidet, aufzumuntern, bleiben ungehört: „...das ist nicht das Ende, Papa ... du kannst hier arbeiten, wie zu Hause, besser sogar.“

Annette Pehnt erschüttert mit ihrem Buch auf mehreren Ebenen: da ist der Alltag in Haus Ulmen. „Durch die Drehtür fädeln sich Ströme gut frisierter Töchter und Söhne, Schwiegertöchter und Enkel mit geputzten Schuhen“, Besuche sind Termine im Kalender derer dort draußen und rasch wird noch mal ein Blick auf die Uhr geworfen, „damit sie wissen ,wann sie wieder gehen dürfen.“ Wann sie sich brav von den „Immergleichen“ verabschieden dürfen. Beobachtungen und Umstände, die eben so sind und doch tun sie weh bis ins Mark. Da ist das Pflegepersonal mit wenig Zeit und einem despektierlichen Umgang mit einst Erwachsenen. “Wollen wir noch mal für kleine Mädchen ... sonst muss ich gleich wieder rennen oder es gibt ein Unglück.“

Und mitten drin Regina und Erich: so verloren wirken sie, klammern sich in ihrer Einsamkeit und ihrer Trauer aneinander, spüren gleichzeitig eine starke Lebenslust, die sie aufgrund von Erziehung, Leben und der jetzigen Verantwortung so gar nicht ausleben mögen. Und immer wieder ist da das Bild der Schildkröten in einem malaysischen Tempel, das Erich als bedrohliches Souvenir aus dem gemeinsamen Urlaub mit Regina mit nimmt. „Es müssen Hunderte sein, niemand sieht sie. Er steht allein am Geländer und starrt auf das langsame Brodeln im Schlick.“ Annette Pehnt hat so ganz reale Fakten und vorstellbare Gegebenheiten zu einer bitter-süßen Geschichte verwoben, ohne große Worte, aber mit den richtigen Worten. --Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Annette Pehnt, geboren 1967 in Köln, studierte und arbeitete in Irland, Schottland, Australien und den USA. Heute lebt sie als Dozentin und freie Autorin mit ihrem Mann und drei Kindern in Freiburg. 2001 veröffentlichte sie ihren ersten Roman »Ich muß los«, für den sie unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde. 2002 erhielt sie in Klagenfurt den Preis der Jury für einen Auszug aus dem Roman »Insel 34«, 2008 den Thaddäus-Troll-Preis sowie die Poetikdozentur der Fachhochschule Wiesbaden und 2009 den Italo Svevo-Preis. 2011 erschien ihr Roman "Chronik der Nähe", im selben Jahr erhielt sie den Solothurner Literaturpreis sowie den Hermann Hesse Preis. Zuletzt erschien von ihr im Oktober 2013 der Erzählungsband «Lexikon der Angst«.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Die Autorin Annette Pehnt, eine mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin, behandelt in ihrem dritten Roman "Haus der Schildkröten", ein großes Unantastbarkeitsthema, nämlich das langsame Ende des Lebens und die Konfrontation mit dem Tod. Weite Strecken spielen im Altersheim "Haus Ulmen" und zeigen, wie schwer sich letztlich älter werdende Kinder mit ihren tatsächlich alt gewordenen Eltern tun. Es ist eine fiktive Reise, ein Roman und kein Tatsachenbericht.

Im Zentrum stehen vier Figuren, zwei Männer und zwei Frauen. Regina, die ihre Mutter regelmäßig im Altersheim besucht, lernt dort zufällig Ernst kennen, der dort seinen Demenz kranken Vater besucht.

Die eine Figur, der Professor, er arbeitet weiter, schreibt an einem vermeintlich bedeutenden Werk, bereitet Vorträge vor. Beim Lesen ist es recht schmerzhaft und gruselig, denn man merkt sehr schnell, dass er geistig doch schon sehr verwirrt ist. Und doch ist diese Figur eine der glücklichsten in dem Roman.

Der Grusel vor der körperlichen Liebe fängt bei der Autorin schon in der "Mittleren Generation" an, dann wenn sich die körperlichen Verwundungen und die erste Reparaturbedürftigkeit einstellen. Trotzdem spüren Regina und Ernst eine beträchtliche Lebenslust und fangen doch noch eine Art Liebesgeschichte an. Sie sind in den mittleren Jahren und haben ihre Probleme mit der physischen Liebe.

Jede der Figuren schafft sich innerhalb dieses Mikrokosmos des Alt seins" eigene Möglichkeiten des Überlebens. Auch im Alter wird die bisher gekannte Lebensstrategie fortgesetzt.
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endstation 19. Oktober 2006
Von Beate
Format:Gebundene Ausgabe
In Haus Ulmen, einem renommierten Altersheim, scheint die Zeit stillzustehen.
Nur sonntags erwacht das Haus zum Leben und die in der Eingangshalle sitzenden "Immergleichen", die auf niemanden warten, beobachten neugierig und ein wenig neidvoll die regelmäßig einströmenden Besucher.
Nach zwei Stunden, so lange sollte man anstandshalber bleiben, wird es wieder ruhig. Mit entspannten Gesichtern und erleichtert, den Pflichtbesuch für diese Woche hinter sich zu haben, verlassen die Angehörigen das Altersheim. Die Immergleichen verfallen wieder in Lethargie und starren auf den sich leerenden Parkplatz.

Nur Frau Kanter und der Professor erhalten am Dienstag Besuch. Sie von ihrer Tochter Renate und er von seinem Sohn Ernst.
Die beiden begegnen sich und entdecken hier, umgeben von Krankheit, Siechtum und Tod, ihre Liebe.

Die sensiblen Beschreibungen der Charaktere aller Beteiligten, sowie die realistische Schilderung der Lebensumstände in einem Altersheim lassen auf eine gute Beobachtungsgabe der erst 39 Jahre alten Autorin schließen.

Pointiert, ohne Sentimentalität und dennoch einfühlsam berichtet Annette Pehnt über die kleinen Freuden, Sorgen, Probleme und zwischenmenschlichen Beziehungen von Bewohnern, Angehörigen und Personal.

Ein wenig geschmälert wird das Lesevergnügen dadurch, dass Frau Pehnt bis auf Punkte und Kommas keinerlei Satzzeichen verwendet.
Das macht das Lesen zwar anstrengend, ändert aber nichts an meinem Gesamturteil: Ein lesenswertes Buch!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar trist 30. Januar 2007
Von W70
Format:Gebundene Ausgabe
Mit diesem Buch kann man eine wundervolle Autorin mit einer ganz differenzierten und klugen Beobachtungsgabe entdecken. Die Schilderung der Zustände in einem Altersheim und die Lebensbedingungen der BewohnerInnen, die Beschreibung der Entwicklung einer "Liebesbeziehung" zwischen zwei gescheiterten Existenzen - die zu sich selber, dem jeweils anderen und zu ihren Eltern keinen echten Kontakt finden können - mag ja trist sein, das allseige Scheitern mag den Leser / die Leserin frustrieren, es mag keine Moral geben, aber doch: so ist das Leben wohl. Und die Autorin spürt dem auf den Grund. Und ja: das Buch liest sich nicht leicht. Es sperrt sich. Aber es ist gut. Weil es den Nagel auf den Kopf trifft.

Was will man mehr...
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen glänzend und blutleer 15. Mai 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Haus der Schildkröten" beschreibt das Leben der Menschen in einem Altenheim. Pehnt erweitert das Thema um eine interessante Note: die Auswirkungen auf das Leben der Angehörigen. In letzter Zeit sind einige Romane erschienen, die sich mit dem Thema Alter und Sterben beschäftigen. Im Vergleich - und eigentlich auch ohne Vergleich - erscheint Annette Pehnts Haus der Schildkröten" ein wenig blutleer und lässt mich als Leser deprimiert und hoffnungslos zurück. Ganz objektiv betrachtet, Annette Pehnt schreibt glänzend, mit absolutem Stilwillen, pointiert und mit herausragender Beobachtungsgabe. Und erinnert dabei ein wenig an den Wissenschaftler, der das strampelnde Insekt mit kühlem Blick seziert. Ihr Roman erscheint wie eine Momentaufnahme, die ohne Wertung all die peinlichen, kleinlichen, tristen und einsamen Situationen des Lebens zeigt, darin liegt seine Stärke und gleichzeitig seine Schwäche - oder umgekehrt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Warten auf das Ende.... . 25. März 2008
Format:Taschenbuch
Mit Würde alt werden. Die Insassen des von A. Pehnt beschriebenen Altenheims können davon nur träumen. Am Ende ihres Lebens wurden sie aussortiert und warten gemeinsam mit dem Personal und ihren Angehörigen auf das zwangsläufige Ende. Der Roman von Frau Pehnt macht wütend und er schockiert den Leser. Er macht deutlich wie schäbig unsere Gesellschaft mit alten und kranken Menschen bewußt umgeht. A.Pehnt hat ein tolles Buch geschrieben, dass man nur in "starken Stunden" lesen kann und sollte.
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5.0 von 5 Sternen Wo bleibt die Menschlichkeit?
Welch eine trostlose Geschichte! Sie spielt im Altenheim 'Haus Ulmen', in dem so gut wie alle BewohnerInnen nur darauf zu warten scheinen, dass der alte Tag vergeht und ein neuer... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Xirxe veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Leise Töne
Annette Pehnt gelingt es mit ihrem Roman, ein Thema anzuschneiden, das man gerne von sich schiebt: Eltern im Altersheim betreuen zu lassen und das ständige schlechte Gewissen,... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Bookfee veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen WORUM GEHT ES?
Der Professor ist kein Professor mehr. Er ist dement und lebt in einem Alterspflegeheim. Jeden Dienstag besucht ihn sein Sohn Ernst - Lehrer, geschieden, ein Kind. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Mai 2010 von Tom Kadi
4.0 von 5 Sternen Und wieder sind ihre Figuren beinahe greifbar...
Ich verrate natürlich nicht, was es mit dem Haus der Schildkröten so auf sich hat (ausser dass die Geschichte mehrheitlich in einem Altersheim spielt und die Hauptfigur... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Dezember 2007 von variety
4.0 von 5 Sternen Liebe in bedrückender Umgebung
Die Autorin schildert den Alltag in einem Altenheim, und zwar vor allem die Innenansichten einiger Bewohner. Dazu passt, dass im ganzen Buch keine Anführungszeichen vorkommen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. September 2007 von Andrea Finja Groß
3.0 von 5 Sternen Zu flache Schildkröten
Um es vorweg zu nehmen: Das Buch hat nicht meinen Erwartungen entsprochen, obwohl es in einer Buchbesprechung einer renommierten Zeitschrift empfohlen wurde. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Januar 2007 von Manfred Roth
2.0 von 5 Sternen sprachlich zu verwurschtelt
gerade fertig gelesen;

war es Belletristik oder Sachbuch------oder was? Viele Worte verpackt in langen Sätzen mit wenig Interpunktion, die wörtliche Rede... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Oktober 2006 von schmali
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