Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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78 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
griechische Tragödie im modernen Gewand, 2. August 2005
Es ist schon traurig, dass "Das Haus aus Sand und Nebel" fast drei Jahre gebraucht hat, um hierzulande einen Verleiher zu finden und sagt viel über unsere (nicht vorhandene) Kinokultur aus. Dabei wurde der Film in anderen Ländern mit Preisen und Nominierungen überhäuft. Obwohl er eindeutig ein hochklassiges Mainstream-Produkt ist (A-Stars, A-Crew), liegt seine Story so abseits vom Mainstream wie es nur geht. "Das Haus aus Sand und Nebel" ist düster, pessimistisch, depressiv und hoffnungslos. Gnadenlos werden hier Menschen gezeigt, die nicht in der Lage sind, einen simplen Konflikt zu lösen, sondern immer und immer wieder die falschen Entscheidungen treffen und damit eine echte Tragödie von Shakespearschem Ausmaße heraufbeschwören. Die Grundstory: Jennifer Connelly wird das Haus am Strand von der Bank weggenommen, Ben Kingsley kauft es. Sie muss raus, er will rein. Sie will ihre Vergangenheit nicht loslassen, er will seine Zukunft nicht aufgeben.
Was sich zunächst anhört wie eine banale Handlung, entpuppt sich schnell als Metapher für menschliches Verhalten.
Das Besondere an der Story ist, dass es keinen "Bösen" gibt. Alle Figuren handeln aus verständlchem Antrieb, alle wollen nur das Beste - für sich selbst. Immer wieder muss man sich als Zuschauer neu entscheiden, auf wessen Seite man steht. Alle Charaktere haben Schwächen und Defizite, sind aber auch immer wieder sympathisch und zutiefst menschlich. Die Darstellerleistungen sind grandios. Ben Kingsley hat eine so unheimliche Präsenz, dass man kaum noch von Darstellung sprechen kann - er ist seine Figur. Jennifer Connelly, immer gut für ungewöhnliche Rollen in ungewöhnlichen Filmen, spielt hier quasi ihre Figur aus "Requiem for a Dream" weiter (eine von Selbstzweifeln und Schwächen zerfressene junge Frau am Rande der Depression), und ebenso intensiv. Die (Film-)Ehefrau von Ben Kingsley verdient eine weitere Erwähnung, sie verleiht ihrer Rolle eine unglaubliche Würde und Verletzbarkeit.
Die Kameraarbeit ist makellos. Immer wieder gibt es Einstellungen aus der Vogelperspektive, als wenn die Götter auf das Geschehen herunterblicken (laut Regie-Kommentar der US-DVD war dies auch die Absicht) und das verzweifelte Treiben der Menschen beobachten (und lenken?). Sogar Filmkomponist James Horner verzichtet auf seine übliche Überzuckerung und hat einen sehr subtilen, beunruhigenden Score komponiert, der erst im Schlussakt ein erkennbarer "Horner" wird. "Das haus aus Sand und Nebel" ist auf jeder Ebene hochklassig und dazu mörderisch spannend - auf psychologisch intelligente Weise.
Eine Warnung sollte zuletzt auch ausgesprochen werden - man ahnt als Zuschauer schnell, dass die Geschichte wohl keinen guten Ausgang nimmt, aber man sollte sich als Zuschauer auf alles gefasst machen. Der Film berührt nicht nur, er bleibt nachhaltig im Gedächtnis und schmerzt noch Tage später. Ein Meisterwerk! Für mich einer der besten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.
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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Muß man gesehen haben, 5. Januar 2006
Regie: Vadim Perelman Drehbuch: Vadim Perelman Darsteller: Kathy...........................................Jennifer Connelly Massoud. Amir Behrani..........Sir Ben Kingsley Nadi Behrani.......................... Shoreh Aghdashloo Esmail Behrani........................ Jonathan Ahdout Lester Burdon............................Ron EldardEigentlich hatte ich mir diesen Film nur angesehen, weil gerade nichts besseres gefunden hatte. Als ich den Titel las, schwankte ich zwischen den Vermutungen, dass es sich hierbei entweder um ein Liebes-Drama oder um einen Thriller handelt, aber weder noch wie sich im nachhinein herausstellte. Also, erstmal eine kurze Inhaltsangabe: Die Alkoholikerin Kathy, kurz zuvor von ihrem Ehemann verlassen, lebt einsam und zurückgezogen in dem Haus, das sie von ihrem verstorbenen Vater geerbt hat. Weil sie nicht einmal mehr die Post öffnet, entgeht ihr, dass sie kurz davor steht, dieses Haus aufgrund eines Missverständisses an die Stadt (San Francisco) zu verlieren, was dann auch passiert als plötzlich die Polizei vor ihrer Tür steht. Infolge einer Zwangsversteigerung erwirbt der Exil-Iraner M. A. Behrani Kathys Haus mit all seinem Ersparten, das er durch mehrere niedere Jobs zusammengekratzt hat und zieht dort unverzüglich mit seiner Ehefrau Nadi und dem Sohn Esmail ein. Doch Kathy denkt nicht daran ihr Eigentum so einfach aufzugeben und entschließt sich, juristisch dagegen vorzugehen, um das Missverständnis zu beseitigen. Dies erweist sich als schwierig, da Behranis Zustimmung dafür nötig ist, aber für diesen verkörpert das Haus direkt am Strand ein Statussymbol, da er im Iran Offizier des Schahs war und mit seiner Familie im Wohlstand lebte, wovon er in Amerika nur träumen konnte. Von da an kämpfen beide Seiten um das Haus, als ob es um Leben und Tod ginge und eíne Katastrophe folgt der nächsten, so, dass man als Zuschauer nur denkt: "nein, nicht schon wieder". Mehr will ich nicht verraten, aber zugegeben, hört sich auf den ersten Blick nicht wirklich spektakulär an aber genau da beginnt die eigentliche Trägödie ihren Lauf zu nehmen. Bis zum Ende hin ist der Zuschauer hin- und hergerissen, weil er sich nicht entscheiden kann, auf wessen Seite er nun stehen soll, denn im Grunde genommen ist keiner der Protagonisten böse und irgendwie leidet man mit allen gleichviel mit. Die Atmosphäre ist durchweg melancholisch und das Ende sehr überraschend und tragisch. Man sollte bei diesem Film nicht voreingenommen sein, weil es sich um das Erstlingswerk des Regiesseurs und Drehbuchautors handelt. Meiner Meinung nach könnten sich viele seiner Kollegen eine Scheibe von ihm abschneiden, denn sein Werk schleicht sich, ob man es will oder nicht, langsam aber sicher in den Kopf ein und lässt einen nicht mehr so einfach los. Die Story wäre allerdings nur halb so gut, wenn da nicht die großartigen Schauspieler wären, die in ihrer jeweiligen Rolle glänzen-auch die bis jetzt eher unbekannten-allen voran Shoreh Aghdashloo (Nadi Behrani), die den Zuschauer jedesmal ihre Sehnsucht nach der Heimat und ihre Unzufriedenheit spüren lässt, ohne auch nur ein Wort davon zu erwähnen. Wer sich also mal so richtig vom Gefühlschaos mitreißen lassen will, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen. LG
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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine filmische Perle, 3. September 2006
Ein ganz und gar nicht eloquentes "wow" entglitt mir, als der Abspann bieses Films, begleitet von schwerer Musik, herunter lief. Ohne Zweifel, Vadim Perelmans Drama ist ein Meisterwerk!
"Haus aus Sand und Nebel" ist ein Film, der tief unter die Haut geht, der seine tragische Geschichte atmosphärisch und schauspielerisch dicht erzählt, um letztlich beim Zuschauer etwas zu bewirken; zum Nachdenken anzuregen.
Die Geschichte: Berahni (Ben Kingsley), früher in iranischen Militärdiensten, musste aufgrund eines Regimewechsel nach Amerika auswandern. Er verdingt sich in zahlreichen niedrigen Nebenjobs, nur um den Schein und den Stolz früherer goldener Zeiten aufrecht zu erhalten. In einer Annonce erfährt er von der Zwangsversteigerung eines Hauses.
Das Haus gehört Kathy Nicolo (Jennifer Connelly), sie ist von ihrem Freund verlassen worden, hat Entzug hinter sich und wird nun Opfer eines Justizirrtums, denn fälschlicherweise fällige Gewerbesteuern kann sie nicht bezahlen - und so wird das Haus gepfändet.
Zwar entpuppt sich die Angelegenheit schnell als Irrtum der Justiz, doch da hat Behrani das Haus bereits gekauft. Er will es ausbauen und anschließend wiederverkaufen. Doch Kathy kämpft vehement darum, das Haus schnellstmöglich zurück zu bekommen, da auch sie den Schein ihrer Familie gegenüber wahren will, zumal das Haus, ein Andenken an den Vater, nun das Letzte ist, was sie noch hat.
Als sie sich in Lester, einen Deputy, verliebt, der nun Hilfe verspricht, spitzt sich der Streit dramatisch zu - und er wird, langsam aber unaufhörlich, immer dramatischer!
Mit Ben Kingsley agiert in der Hauptrolle einer der größten englischen Mimen überhaupt, er wurde für den Oscar und den Golden Globe in dieser Rolle nominiert, und zwar vollkommen zurecht. Aber auch Jennifer Connelly spielt sich die Seele aus dem Leib, sie überzeugt als Kathy nicht minder.
Die Iranerin Shohreh Aghdashloo, als Berahmis Ehefrau, brilliert ebenfalls, erhielt dafür gleichermaßen die Oscar-Nominierung.
Fazit: Regisseur Vadim Perelman mag noch ein relativ unbeschriebenes Blatt sein, doch er erzählt die Geschichte, einen Stoff von Andre Dubus, souverän und ungemein tiefgehend. Dieser Film kann einen nicht kalt lassen; er ist aufgrund seiner brillanten schauspielerischen Leistungen, der exzellenten Kinematographie, und zu guter Letzt eines beklemmenden Soundtracks von James Horner eine absolute Perle unter den filmischen Dramen dieser Welt.
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