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Eigentlich hatte ich mir diesen Film nur angesehen, weil gerade nichts besseres gefunden hatte. Als ich den Titel las, schwankte ich zwischen den Vermutungen, dass es sich hierbei entweder um ein Liebes-Drama oder um einen Thriller handelt, aber weder noch wie sich im nachhinein herausstellte.
Also, erstmal eine kurze Inhaltsangabe:
Die Alkoholikerin Kathy, kurz zuvor von ihrem Ehemann verlassen, lebt einsam und zurückgezogen in dem Haus, das sie von ihrem verstorbenen Vater geerbt hat. Weil sie nicht einmal mehr die Post öffnet, entgeht ihr, dass sie kurz davor steht, dieses Haus aufgrund eines Missverständisses an die Stadt (San Francisco) zu verlieren, was dann auch passiert als plötzlich die Polizei vor ihrer Tür steht.
Infolge einer Zwangsversteigerung erwirbt der Exil-Iraner M. A. Behrani Kathys Haus mit all seinem Ersparten, das er durch mehrere niedere Jobs zusammengekratzt hat und zieht dort unverzüglich mit seiner Ehefrau Nadi und dem Sohn Esmail ein.
Doch Kathy denkt nicht daran ihr Eigentum so einfach aufzugeben und entschließt sich, juristisch dagegen vorzugehen, um das Missverständnis zu beseitigen. Dies erweist sich als schwierig, da Behranis Zustimmung dafür nötig ist, aber für diesen verkörpert das Haus direkt am Strand ein Statussymbol, da er im Iran Offizier des Schahs war und mit seiner Familie im Wohlstand lebte, wovon er in Amerika nur träumen konnte.
Von da an kämpfen beide Seiten um das Haus, als ob es um Leben und Tod ginge und eíne Katastrophe folgt der nächsten, so, dass man als Zuschauer nur denkt: "nein, nicht schon wieder".
Mehr will ich nicht verraten, aber zugegeben, hört sich auf den ersten Blick nicht wirklich spektakulär an aber genau da beginnt die eigentliche Trägödie ihren Lauf zu nehmen.
Bis zum Ende hin ist der Zuschauer hin- und hergerissen, weil er sich nicht entscheiden kann, auf wessen Seite er nun stehen soll, denn im Grunde genommen ist keiner der Protagonisten böse und irgendwie leidet man mit allen gleichviel mit.
Die Atmosphäre ist durchweg melancholisch und das Ende sehr überraschend und tragisch.
Man sollte bei diesem Film nicht voreingenommen sein, weil es sich um das Erstlingswerk des Regiesseurs und Drehbuchautors handelt. Meiner Meinung nach könnten sich viele seiner Kollegen eine Scheibe von ihm abschneiden, denn sein Werk schleicht sich, ob man es will oder nicht, langsam aber sicher in den Kopf ein und lässt einen nicht mehr so einfach los. Die Story wäre allerdings nur halb so gut, wenn da nicht die großartigen Schauspieler wären, die in ihrer jeweiligen Rolle glänzen-auch die bis jetzt eher unbekannten-allen voran Shoreh Aghdashloo (Nadi Behrani), die den Zuschauer jedesmal ihre Sehnsucht nach der Heimat und ihre Unzufriedenheit spüren lässt, ohne auch nur ein Wort davon zu erwähnen.
Wer sich also mal so richtig vom Gefühlschaos mitreißen lassen will, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen.
LG
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