"Haus der Geister" als "Krimi" zu bezeichnen, hieße literarisch zu freveln. Dieser Roman gehört zu jenen Büchern, die den Leser schon nach wenigen Seiten ergreifen, festhalten und nicht mehr loslassen, - unter anderem, weil er multidimensional fasziniert. Diese erste Übersetzung eines Werkes von Christopher G. Moore in die Deutsche Sprache begeistert nicht nur durch die an unerwarteten Wendungen reiche, intelligente und ungemein spannende Kriminalstory. Darüber hinaus besticht der Roman durch bis ins feinste Detail geschnitzte Charaktere und Profile der Hauptfiguren, die jedoch erst Zug um Zug sichtbar werden und deren unter die Haut gehende Wechselwirkungen den Leser hoffen lässt, dass dieses Buch nie enden möge. Schließlich lässt sich - Kapitel um Kapitel - die Magie des Mythos Bangkok aufsaugen: die dunklen Seiten, die interkulturellen Spannungsfelder und das den realen Gegebenheiten in Südostasien vermutlich verdächtig nahe kommende Gewirr von Mächten und Ohnmacht wird außerordentlich nuanciert ins Visier genommen. Schließlich ist die immens kraftvolle Sprache von Christopher G. Moore (keinesfalls zu verwechseln mit Christopher Moore - ohne "G.") in der exzellenten Übersetzung brillant transportiert worden. In summa: Haus der Geister ist eine Intarsienarbeit in Buchstaben, - ein Thriller mit Gänsehaut-Effekten, UND ein KULTURELLES Kunstwerk, das jedem Südostasien-Liebhaber mehr über die Kultur der thailändischen Metropole abseits von Tempeln, Palästen und Touristenrouten spüren lässt als etliche Reiseführer zusammen.