Tom Webster, nicht verwandt mit dem gleichnamigen Wörterbuch-Verfasser, wie er immer wieder betonen muss (..."Aber ich kenne trotzdem eine Menge tolle Worte"...) ist genau der Mann, den frau auf den ersten Blick nicht wahr nimmt. Und auf den zweiten und dritten eigentlich auch nicht. Er ist nämlich ein Langweiler, wie er im Buche steht, und in diese steckt er auch ständig seine Allerweltsnase, vornehmlich wenn es darin um tote Personen, spricht Geschichte geht. Bis, ja bis er ein ebenso ungewöhnliches wie lohnenswertes Angebot erhält: Für 100.000 Dollar soll er berühmt werden, und zwar auf die Art und Weise, auf die heute so viele Nobodies zu Ruhm gelangen. Nicht etwa, indem man in andere Länder einfällt, fremde Völker unterjocht oder die Wissenschaft revolutioniert (das würde dem geschichtsbesessenen Tom prima passen). Vielmehr soll er quasi nichs tun und trotzdem die Titelseiten der einschlägigen Presse und die TV-Bildschirme belagern. Diese Aufgabe löst er bravourös mit Hilfe einer platinblonden Hollywood-Sexbombe, was ihm nun wirklich niemand zugetraut hätte. Das Ganze erinnert an die Möchte-gern-Promis aus Big-Brother-Zeiten, gemischt mit Elementen aus dem Zauberlehrling ("die Geister, die er rief") und ist sowohl von der Story selbst als auch von der sprachlichen Umsetzung (ein Dank an den Übersetzer!) her ein absolutes Lesevergnügen. Ist die letzte Buchseite gelesen, bleibt Unsicherheit zurück, ob Berühmt sein nun erstrebenswert ist oder nicht. Am besten einfach mal ausprobieren...