Nachdem ich ein absoluter "Twilight"- Fan geworden bin, interessieren mich natürlich auch die anderen Filme der beiden Hauptdarsteller. So habe ich mir "The Haunted Airman" bestellt. Es handelt sich auch um eine Buchverfilmung: Es geht um den Kampfpiloten Toby Jugg, der im Krieg schwer verletzt wird. Er kommt gelähmt im Rollstuhl und auch seelisch sehr angeschlagen in ein Sanatorium. Seine einzige Bezugsperson ist seine Tante, wobei die beiden nicht verwandt sind, sie ist die Frau seines Onkels und offensichtlich Witwe. Toby erhofft sich nach seiner Genesung eine richtige Beziehung zu ihr. Das ist seine Motivation.
Die Atmosphäre des gesamten Filmes ist sehr düster und unheimlich. Das Sanatorium macht nicht den Eindruck, als würde hier den Patienten geholfen, sondern alles wirkt vom ersten Moment an merkwürdig. Z. B. werden Tobys Briefe an seine Tante von dem Arzt mutwillig zurückgehalten; der Selbstmord eines Patienten verschärft die unheimliche Stimmung noch. Die Kameraführung ist wunderbar und tut das ihre dazu, dass der Zuschauer in diesen Bann gezogen wird.
Der Film wird bestimmt von Robert Pattinsons hervorragender schauspielerischer Leistung. Er bringt seine Qualen, Ängste und Phobien, aber auch seinen Wunsch nach Nähe und Zuneigung so eindringlich und glaubwürdig rüber, dass man manchmal eine Gänsehaut bekommt. Und das alles, ohne sich allzu sehr bewegen zu können, denn er ist gelähmt. Fast alles ist Mimik und Gestik und der Ausdruck seiner Augen. Es packt einen sofort. Die Figur des Arztes ist von Anbeginn sehr zwielichtig (s.o.) Auch Toby misstraut ihm...um sich dann doch ein wenig zu öffnen. Trotzdem verwischen sich Realität und Ängste dann irgendwann so sehr, dass es zu dem unausweichlichen Schluss kommt.
Obwohl ich Robs Darstellung des Vampirs Edward schon sehr gut fand, muss ich sagen, dass seine Darstellung des Toby alles in den Schatten stellt. Rob zeigt, dass er trotz seiner Jugend schon in der Lage ist, tiefe seelische Emotionen so darzustellen, dass er sein Publikum packt. Ich finde es auch sehr gut, dass er sich Rollen aussucht, die nicht so "weichgeföhnt" sind, sondern nur "kleine" Filme sind, aber mit anspruchsvollen, guten Rollen für ihn. Auch der Film "Little Ashes" wird sicher kein großes Publikum erreichen, aber das macht Rob nichts aus. Ihm geht es um den Inhalt. Bemerkenswert! "Twilight" kam ja später, aber da konnte keiner ahnen, dass der Film so einschlagen würde.
Es bleibt nur zu hoffen, dass Rob sich durch den Hype um seine Person bzw. seine Rolle als Edward nicht von seinem bisher bodenständigen Kurs abbringen lässt. Es ist sicher nicht leicht, bei diesem Wirbel "normal" zu bleiben.
Der Film ist auf Englisch und eigentlich gut zu verstehen, zumal Rob sehr gut spricht. Aber die englischen Untertitel sind auch hilfreich. Ich werde mir die anderen Filme von ihm auch noch bestellen.