Prinz Charming hat die Nase voll - nach jeder spektakulären Heldentat und Rettungsaktion bekommt er als Dankeschön von den jungen Prinzessinnen einen Klaps auf die Schulter, selbst gebackene Plätzchen oder einen zaghaften Kuss auf die Wange. Da Prinz Charming jedoch 17 ist, und seine Hormone bald überlaufen, erwartet er ganz andere „Dankesdienste", die ihm jedoch einfach nicht gegönnt sind. Eines Tages erhält er einen neuen Auftrag - er muss Prinzessin Anne vor ihrer bösen Stiefmutter retten, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Fruchtbarkeitsgral. Und auf dieser Reise passiert so einiges...
„Hauen und Stechen" hat mich zum großen John Moore Fan gemacht. In der Geschichte werden hauptsächlich zwei Märchen veräppelt - Aschenputtel und Dornröschen. Doch auch die Alltagssituationen des Prinzen sind so amüsant, dass ich oft laut loslachen musste. Die Sexbesessenheit von Charming und gleichzeitig sein Bemühen, seinen guten Ruf zu bewahren, ziehen sich konstant über das gesamte Buch, und sorgen für einige Lacher. Auch die böse Königin Ruby (die wirklich böse, sehr böse, ganz und gar böse ist) brachte mich immer wieder zum Lachen, wenn sie ihren Auftritt hatte. Überdeutlich werden dem Leser die Klischees solcher Geschichten präsentiert. Die Dialoge der Hauptfiguren sind so ulkig, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Nun ist es aber nicht so, dass „Hauen und Stechen" eine überzogene Parodie wäre, vielmehr lockert Moore seine eigene Geschichte immer wieder mit ironischen und überaus humorvollen Situationen und Wortgefechten auf. Am Anfang dachte ich noch „hm, wäre der Prinz grün und der Knappe ein Esel, könnte man die Geschichte glatt für das Buch zu „Shrek" halten, doch dieser Eindruck ließ schnell nach (trotzdem würde sich „Hauen und Stechen" wirklich ausgezeichnet als Film machen!). Alle zwei Sätze sorgen für ein breites Grinsen (wenn man wirklich aufmerksam liest). „Hauen und Stechen" macht einfach unheimlich viel Spaß, egal ob man die Geschichte nun in die Kategorie „Parodie" oder „Komödie" steckt. Sollte man wirklich gelesen haben!