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Hau: Roman
 
 
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Hau: Roman [Gebundene Ausgabe]

Bernd Schroeder
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (26. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446207562
  • ISBN-13: 978-3446207561
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 158.200 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bernd Schroeder
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wer hat gesagt, daß die deutsche Gegenwartsliteratur zu wenig will, zu wenig wagt? Alles Unsinn. Bernd Schroeders neuer Roman ist eine Jahrhundertgeschichte ... Was für ein Buch!" Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 03.09.06 "Bernd Schroeder zeichnet nicht nur das Porträt eines widersprüchlichen Menschen, sondern auch ein Psychogramm der Zeit." Brigitte, 30.08.06 "Ein aufregender Roman um einen der größten Sensationsprozesse in den letzten Jahren des deutschen Kaiserreichs." Focus, 02.10.06 "Er überführt das Ungreifbare, Changierende an der Gestalt Karl Haus und die dem Gerichtsverfahren immanenten Widersprüche sehr elegant in eine Erzählmethode. Er hat akribisch recherchiert, aber die Grenze zwischen Fakten und Fiktion geschickt verwischt; er sprengt die Chronologie der Ereignisse, ohne den mitreißenden Erzählfluss zu unterbrechen; (...) er lässt die eigene Imagination perfekt getarnt mit einfließen." Kristina Maidt-Zinke, Süddeutsche Zeitung, 21.11.06 Ein "bemerkenswerter Roman." Martin Krumbholz, Neue Zürcher Zeitung, 25./26.11.06

Kurzbeschreibung

Karl Hau ist jung, lässig, begehrt, liebevoll, hochintelligent. Und er ist arrogant, ein Frauenheld und Verschwender. Aber ist er auch ein Mörder? 1906 steht er, der mit Lina Molitor nach einer Flucht und Heirat nach Amerika gegangen ist, in Karlsruhe vor Gericht. Er soll seine Schwiegermutter aus Geldgier umgebracht haben. In einem mitreißenden Roman, der das Innerste seiner Figuren ausleuchtet, hat Bernd Schroeder die Geschichte eines rätselhaften Kriminalfalles geschrieben, eines der großen Sensationsprozesse im letzten Jahrzehnt des deutschen Kaiserreichs.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Das ist ein Roman, eher vielleicht eigentlich ein erzählendes Sachbuch, das auf einer wahren Begebenheit basiert. Erzählt wird die Geschichte des mutmaßlichen Mörders Karl Hau, der vor hundert Jahren, 1906, seine Schwiegermutter ermordet haben soll. Dieser Hau, der nie ein Geständnis ablegte, wird auf Grund schlagender Indizien verurteilt. Er ist zum Zeitpunkt der Tat in Baden Baden gesehen worden und er hatte ein Motiv, nämlich permanenten Geldmangel. Heute würde man einen solchen Menschen als Blender, als Hochstapler bezeichnen.

Hau hat mit seiner Frau sechs Jahre in Washington gelebt, hat dort studiert, eine juristische Karriere als Rechtsanwalt gemacht. Er kommt hochmütig aus Amerika zurück, stellt sich den badischen Richtern. Man hat bei dem Prozess das Gefühl, hier wird das Leben von jemandem berochen, der nicht in die damalige Zeit passte. Er ist arrogant vor Gericht aufgetreten. Doch man hatte ihn gestellt, er war schuldig und er musste das Gegenteil beweisen. Schließlich wurde er zum Tode verurteilt, später dann vom Herzog begnadigt. Er hätte fliehen können. In Amerika wäre er nicht verurteilt worden, dort galt  im Zweifel für den Angeklagten.

Es bleibt das große Rätsel, wer wen umgebracht hat, vielleicht wird man es nie erfahren. Hau hat selbst über seinen Fall geschrieben.

Das Buch wird in drei Erzählsträngen erzählt. Das macht der Autor intelligent und dramaturgisch gekonnt. Zunächst erfahren wir wie Hau in den Jahren 1901 bis 1906 die wohlhabende Familie seiner Frau kennen lernt und wie er eine der beiden Töchter heiratet.

In einem anderen Strang wird erzählt, wie er in London verhaftet wird. Im dritten Teil beschreibt der Autor die Zeit in der Haft, seine Begnadigung im Jahr 1924, nach siebzehn Haftjahren und schließlich seinen Tod in Italien im Jahr 1926.

Der Clou hierbei ist, dass der dritte Strang chronologisch rückwärts erzählt wird.

Erwähnenswert sind die vielen Briefe, 400 an der Zahl, die seine Frau dem Inhaftierten aus Amerika geschrieben hat. Zehn Briefe sind als Extrakt in dem Buch abgedruckt. Und diese Briefe sind einfach grandios. Da beschreibt die Ehefrau Lina, die in Amerika eine durch Not geprägte andere Person geworden ist, Amerika wie man es bisher noch selten gelesen hat. Sie beschreibt, ohne Skrupel und ohne Respekt, die Armut und die Tatsache, wie sie immer wieder von ihrem Mann aufgefordert wird, weiteres Geld von zu Hause einzufordern.

Nach der Lektüre dieses Buches bleiben zwei Dinge in wacher Erinnerung. Sie machen den besonderen Reiz dieses Romans aus.

Zum einen, mit einer gewissen Empörung empfindet man beim Lesen die Tatsache, dass diese Figur Hau, --überdurchschnittlich intelligent, genial begabt und erfolgreich,-- auf Grund der Tatsache das er mit Lebemanncharakteren behaftet war und etwas Rätselhaftes hatte, also nicht in die Zeit passte, ums Verrecken runtergedrückt und fertig gemacht werden musste.

Zum anderen beeindrucken diese zehn ausgewählten Briefe aus Washington, wohl als das grandiose Herzstück dieses Romans.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es lebe das Stilmittel 16. Juni 2008
Von S. Lorenz
Format:Gebundene Ausgabe
Geschichten und Aufbereitungen realer Kriminalfälle sind ein immer spannendes Thema und interessieren mich grundsätzlich sehr. Allerdings zeigt dieses Buch deutlich, dass zu einem guten Plot auch ein guter Autor gehört.
Man merkt dem Buch von der ersten Seite an an, dass der Autor ursprünglich an einen Film gedacht hatte, bzw. hauptsächlich im Filmgeschäft arbeitet. Das Stilmittel des Flashbacks wird wirklich arg strapaziert. Hier ein kleines Cliffhängerchen, da ein versteckter Hinweis, da eine unbekannte Person, die laut nachdenkt... hach wie aufregend.
Hat man als Leser einmal das Konzept des Autors verstanden wird's langweilig *gähn* und dessen Geduld wird arg strapaziert.

Ein völlig durchsichtiges Buch, das bemüht literarisch sein möchte und es gerade dadurch überhaupt nicht ist. Dass der Verlag auch noch die Anführungszeichen in den Dialogen weggestrichen hat, trägt nicht gerade zu Lesevergnügen bei.

2 Sterne weil, wie schon gesagt, der Plot gut ist, aber den schrieb das Leben und nicht der Autor.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein Sherlock-Holmes-Roman 27. Februar 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Fast ist man geneigt, nach dem Genuss des Romans von Bernd Schroeder eine juristische Abhandlung schreiben zu wollen, ein Prozessgutachten, zumindest eine aus eigener Sicht verfasste Gerichtsreportage. Doch letztere schrieb ein anderer: irgendein österreichischer Gerichtsreporter, der im Roman seine bescheidene Nebenrolle hat. Man ist fast geneigt, ganz so wie die wilhelminischen Stammtische im Karlsruhe der letzten Kaiser-Dekade Deutschlands, ganz so wie der Wöhrle'sche Freundeskreis [Ferdinand Wöhrle, noch so eine beobachtende, kommentierende Gestalt am Randes des Geschehens (Wöhrle, kann denn ein Schwarzwälder anders heißen?)], sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen. War er's, oder war er's nicht? War Karl Hau jener Schwiegermonster-Mörder, als solchen ihn das Gericht am Ende von Schroeders Roman "Hau" - und nicht nur im Roman, sondern, da der Geschichte eine real-historische Begebung zugrunde liegt, auch im wahren Leben vor knapp mehr als hundert Jahren - ansah und verurteilte?

Fast ist man dazu geneigt ...: doch rechtzeitig erinnert man sich wieder: Es geht nicht um den Mordfall aus dem Jahre 1907, sondern es geht um Sätze und Beschreibungen, Aufbau und Linie, Inhalt und Spannung eines Romans. - Mit wenigen Worten: Es geht um den literarischen Wert und Gehalt von Bernd Schroeders Erzählung. Und ihm - soviel vorweg - tut der gewählte Tagebuch- und Protokoll-Stil alles, nur nicht gut.

Und dabei begann es zunächst so unverfänglich, auf Korsika im Jahre 1901, dort, wo Olga - spätere Schwägerin des Hau, vielleicht heimliche Geliebte - sich "nach den Baden-Badener Alleebäumen gesehnt" hatte, "den einzigen Zuhörern, denen sie ihre Gedichte vorzulesen pflegte ...". Olga, die Möchtergern-Dichterin der Familie Molitor. War sie vielleicht die Mörderin? Ging Hau - der sich zunächst nicht beziehungsweise nur sehr zurückhaltend verteidigte, verteidigen lassen wollte - sie zu schützen vermeintlich so bereitwillig ins Gefängnis? In jenen Strafvollzug der großherzoglichen Geschworenengerichtsbarkeit im Karlsruhe jener Tage. "Man erzählt sich schreckliches über die dortigen Gesetzesvertreter. So soll es üblich sein, schon während der Untersuchungshaft vor dem Zellenfenster des Angeklagten über Tage hinweg ein Schafott aufzubauen! Der Satz 'Im Zweifel für den Angeklagten' habe dort, heißt es in etlichen Schauergeschichten, keine Gültigkeit."

Später - Hau verteidigt sich inzwischen, beziehungsweise lässt sich verteidigen - sind wir Teilnehmer am Prozess und erleben gemeinsam mit Herrn Wöhrle, dem Schwarzwälder Geschäftsmann, die Anstrengungen des damaligen badischen Freistaats zur gerichtsverwertbaren Wahrheitsfindung. Nach dem Schuldspruch begleiten wir den Verurteilten noch über den Zeitraum seiner Gefangenschaft nach Bruchsal, in jene berühmt berüchtigte "Café Achteck" genannte Festung, wo Hau über die Jahre auch die Zeiten des Ersten Weltkriegs verbrachte. "Der Krieg, der sich in unzähligen Schlachten hinzieht und an verschiedensten Ecken der Welt lodert, fordert seine Opfer nicht nur unter den Soldaten. Auch die Zivilbevölkerung zahlt ihren Tribut, sie hungert. ... Der Hunger bestimmt alles Denken und Handeln. Beim Hofgang fallen Gefangene über das Gras an den Mauerrändern her. Andere essen das Seegras aus den Matratzen. ... Die Gefangenen halten sich an den Pfarrer, er sollte sich dafür einsetzen, dass seine Schäfchen nicht verhungern. - Ich bin euer Seelsorger, nicht euer Mehlsorger."

Bernd Schroeders Roman wird immer dann gut, wenn er philosophische Gedanken in Literatur verwandelt. "Wir sind all desselben Ursprungs, geboren aus einem Augenblinzeln im Antlitz der Ewigkeit, ins Weltall geworfen für einen Tag, denn mehr sind wir nicht, gemessen am Ganzen der Schöpfung. ... Unsere Geburt ist das Aufwachen an einem Morgen, unser Leben ist das Tageswerk, unser Tod ist das Schlafengehen. ... Unsere Existenz übersteigt die menschliche Vorstellungskraft, sie ist undenkbar und unaussprechlich. ... Ja, wir sind alle gleich - aber nicht vor irgendeinem Bild eines Gottes, sondern vor der Unendlichkeit."

"Das alles ist ein Sherlock-Holmes-Roman, wie er besser nicht geschrieben werden kann" finden wir im Roman die Bewertung der unglückselige Geschichte des Karl Hau. Der Roman selbst, "Hau" von Bernd Schroeder, ist allerdings kein Sherlock-Holmes-Roman, wie er besser nicht geschrieben werden kann. Soviel zu meiner abschließenden Bewertung. Doch komme ich nicht umhin zu befürchten, dass ich anlässlich meines nächsten Besuchs in Baden-Baden (wann wird das sein?), beim Spaziergang auf "friedlichem Boden der idyllischen Bäderstadt", unter den Bäumen der Lichtentaler Allee, mich an sie alle erinnern, an sie denken werde: an den Hau, den Bernd, die Lina Molitor und an ihre Schwester, die Poetin Olga.
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