Um es vorweg zunehme: Ja, CheVelle ist zurück und sie sind sich treu geblieben! Die Alben von Pete und Co. besitzen nun seit über 5 Jahren einen festen Platz in meiner CD-Sammlung und ich möchte kein einziges von ihnen mehr missen. Mein Leben lang nicht mehr. Ich bin damals eher rein zufällig auf die Band gestoßen und finde es mehr wie Schade oder besser gesagt eine Schande, dass die drei in der "Alten Welt" immer noch so unbekannt sind. Oder habt ihr schon einmal etwas von ihnen in unseren Medien gelesen, gehört oder gesehen? Ich nicht. In meinen Augen gibt es nur wenige Bands, die sich seit ihrer Gründung unaufhaltsam von einer Stufe zur anderen nach oben gespielt, gesungen und geschrien haben. Für mich zählt CheVelle seit der Veröffentlichung von "Hats Off to the Bull" jedoch endgültig dazu. Danke CheVelle. Danke das es euch gibt.
Nach dem für mich persönlich in der Summe gesehen eher enttäuschenden letzten Album "Sci-Fi Crimes" (wenn man bei CheVelle überhaupt jemals von Enttäuschung sprechen darf), war die Befürchtung groß, dass sich CheVelle wie viele andere Bands in die falsche Richtung entwickeln würden. Aber nein, das ist Gott sei Dank nicht passiert. Ihr neues Album "Hats off to the Bull" lässt sich mit ihren früheren Post Grunge/Alternative Rock bzw. Nu-Metal/Alternative Metal Scheiben wie "Wonder What's Next", "This Type of Thinking" und "Vene Sera" nur schwer vergleichen. Dazu ist das neue Album einfach zu eigenständig geworden. Zwar wird man als CheVelle Fan auf dem neuen Album die unter die Haut gehenden Screaming-Attacken und Gefühlsausbrüche wie einst z.B. bei "Send the pain below", "The Clincher" oder "The Fad" vergebens suchen, jedoch gelingt es CheVelle erneut eine klangtechnisch atemberaubende Atmosphäre aufzubauen, die den Hörer vom ersten bis zum letzten Ton fesselt.
Petes Liedschreibekünste sowie seine immer noch einzigartig schöne Stimme, die musikalischen Fähigkeiten von Sam und Dean, die Ausgewogenheit der gesamten Band, die herunter gestimmten PRS-Gitarren, die gekonnte Auswahl der Effektpedalerie und ein auf das feinste eingestellte Soundsetup, sind erneut der Grundstein für eine 42 Minuten lang andauernde Gefühlsachterbahnfahrt im "CheVelle Park". Ein Großteil der 11 Songs weist eine noch nie dagewesene melancholische und zugleich kraftgebende Aura auf, die man bereits Ansatzweise z.B. bei "Breach birth" genießen durfte.
Anspieltipps kann ich keine geben, da jeder Song einzigartig ist und in seiner vollen Länge genossen werden sollte, wie 99% aller CheVelle Lieder. Natürlich gibt es auf "Hats off to the Bull", wie bei anderen Musikalben auch, Songs die man weniger gut findet sowie Songs die man am liebsten einfach nur 24h am Tag hören möchte. Mein Song-Rating sieht dabei wie folgt aus ... aber das ist ja Geschmackssache:
1. Face to the floor: 8 von 10 Punkten
2. Same old trip: 10 von 10 Punkten
3. Ruse: 9 von 10 Punkten
4. The Meddler: 9 von 10 Punkten
5. Piñata: 9 von 10 Punkten
6. Envy: 9 von 10 Punkten
7. Hats off to the Bull: 8 von 10 Punkten
8. Aris: 9 von 10 Punkten
9. Revenge: 10 von 10 Punkten
10. Prima Donna: 7 von 10 Punkten
11. Clones: 10 von 10 Punkten
Ist CheVelle in der Version 2.0.1.1 ein Kauftipp für alte CheVelle Fans? Ja, definitiv!
"Hats off to the Bull" = Das Album des Jahres 2011
CheVelle = Die Band des 21. Jahrhunderts