Ende 1984 veröffentlicht, war "Hatful of hollow" in erster Linie als eine Alternative und Ergänzung zum im selben Februar veröffenlichten Debutalbum "The Smiths" konzipiert worden. Da viele Kritiker nicht zu Urecht bemängelt hatten, "The Smiths" sei ein wenig steril produziert und vermittle nicht die Dynamik und die Brillanz der umjubelten Live- Auftritte oder der Radiosessions vor dem Debut, wollte man hier die Smiths aus einer anderen Perspektive zeigen. 1983 hatten die Smiths ein paar Radiosessions für die John- Peel- bzw. David- Jensen- Show eingespielt und waren dadurch erstmals einem großen Publikum ein England außerhalb ihrer Heimatstadt Manchester bekannt geworden. Einige dieser Aufnahmen wurden hier versammelt und bilden den Großteil der "Hatful"- Tracks. Sie zeigen die Smiths als vitale Band, deren Gitarrist Johnny Marr (mit seinen nicht einmal 20 Jahren) imstande war, auch ohne seine im Studio vielfach aufgetürmten Gitarren- Overdubs einen Song anders und trotzdem spannend und glanzvoll zu spielen (Anspieltipp: "This charming man") und die reguläre Studioversion manchmal vielleicht sogar noch zu übertreffen (das akustische "Back to the old house"!). Zwar sind die Sessions meistens nicht gerade optimal produziert worden ( so ist z.B. das Schlagzeug zu weit in den Vordergrund gemischt), sodass ein Perfektions- verwöhnter Konsument aus der Jahrtausendwende manchmal ein wenig die Nase rümpfen wird. Rentieren tut sich "Hatful of hollow" allemal, zumal einer der frühesten, erstaunlich rockigen Songs nur hier den Weg auf ein Album gemacht hat: "Handsome devil". Da soll es der Freude auch keinen Abbruch tun, dass der Rest, den ich nicht erwähnt habe, mit Ausnahme von "How soon is now" zur Gänze und in derselben Form auf der ultimativen Singleskollektion "Louder than bombs" zu finden ist (die weithin bekannten "William,it was really nothing", "Hand in glove" u.a). "Hatful of hollow" kann ja nichts dafür, dass diese Songs schon drei Jahre später auf "Louder than bombs" noch einmal erschienen.