1993 brachte Cyndi dieses tolle Album heraus und es war die erste CD von ihr, die ich mir kaufte. Ihre früheren Sachen kannte ich bis dahin nur aus dem Radio (ich habe sie mir dann später auch noch auf CD erschlossen). Hier war ich nach dem ersten Hören der Vorabsingle "Who let in the rain" gleich so begeistert, dass ich das Album im Laden direkt probehören und darauf hin kaufen musste. "Hat full of stars" bietet Alles, was ein gutes Popalbum ausmacht: Gefühlvolle Balladen, Gute-Laune-Songs, nachdenkliche Titel oder auch etwas aggressivere Stücke. Soundtechnisch bedient sich Cyndi Lauper allerlei Instrumente und die Musik klingt weitesgehend handgemacht. Natürlich gibt es die ein oder andere Soundspielerei und technische Klänge sind durchaus auch vorhanden, obwohl sie z.T. dezent und leicht versteckt gehalten sind.
That's what I think - Kommt ein wenig angerumpelt. Der Titel hat aber eine exzellente Melodie und Cyndi's Stimme klingt sehr rauh, wenn auch etwas zurückgenommen. Schöner Sound, der von Gitarren und Schlagzeug bestimmt wird dazu ein schönes Flötensample und ein herrlicher Saxophon-Zwischenteil.
Product of misery - Eingeleitet wir dieser Titel durch einen marschartige Trommel, dann folgt ein relativ ruhiger Sound mit ständig presentem Klavier und Keybord im Hintergrund. Besonders der Refrain besitzt eine der Melodien, die man wohl schon nach dem ersten Hören problemlos mitsummen kann. Wie immer super gesungen.
Who let in the rain - Beginnt völlig ruhig und entspannt, lediglich mit einem elektronischem Orgelsound. Erst nach und nach kommen Bass, Schlagzeug und anderen Elemente hinzu. Die Stimme von Cyndi wirkt auch extrem entspannt, erst gegen Ende geht sie etwas aus sich raus. Top-Titel.
Lies - Der Titel wirkt auch etwas holprig, was wohl etwas am basslastigem Sound und den punktgenau gesetzten Klimperelementen liegt. Wenn Cyndi dann singt "Don't tell me your lies" würde sie wohl keiner mehr anlügen. Herrlicher Zwischenteil in dem Cyndi sich so richtig freischreit. Schräge E-Gitarren und Klavierelemente tun zum Song ihr Übriges.
Broken glass - Herrliche Mundharmonika-Elemente im Sound dazu schnelle Klavier- und Countryklänge. Wie immer klasse gesungen von Cyndi mit einem gutem Backgroundchor. Cooles Finale, hier gibt Cyndi noch einmal Alles.
Sally's pigeons - Am Anfang steht nur die schöne Stimme von Cyndi und man denkt sich, das wäre auch ein guter A-Capella-Song geworden. Nach und nach setzt dann ein dezenter Sound mit Streichern, Klavier usw. ein und es entsteht eine traumhafte Ballade.
Feels like christmas - Ein typischer Western- und Countrysound bestimmt diesen Titel. Die Melodie und der Gesang verbreiten eine wohliges Gute-Laune-Gefühl, der Titel funktioniert auch prima zum Mitschunkeln.
Dear John - Hier gibt's nochmal einen Westerngitarrensound, doch anders als beim Vorgängertitel kommt hier keine gute Laune auf. Stimme und Melodie klingen wie eine Abrechnung mit "dear John" dazu trägt wohl auch das offensive Schlagzeug bei. Etwas gewöhnungsbedürftig aber dann richtig Klasse.
Like I used to - Schöner Poptitel mit leicht schrägen Soundelementen, der wohl auch in die Ecke "Gute Laune" passt.
Someone like me - Der Titel muss am Anfang kräftig angeleiert werden. Tempo und Sound ändern sich zwischen Strophen und Refrain von ruhig auf schnell, kräftig und laut. Sehr guter offensiver Zwischenteil mit Sprechgesang von Cyndi. Eigentlich ändert sich der Sound während des Titels ständig und das klingt einfach super gut.
A part hate - Ein Flügelhorn leitet diesen Titel ein, dannach folgen Panflötenklänge und ein Sound, der an afrikanische Musik erinnert. Schöne Melodie und Super Stimme von Cyndi. Am Ende wird sie von einem tollen afrikanischem Chor begleitet und der Titel klingt langsam aus.
Hat full of stars - Eine von Cyndi's besten Balladen. Super gefühlvoll gesungen mit einem wunderschön verträumtem Sound.
Auch wenn die Singles aus diesem Album keine Megahits wie "Girls just want to have fun" oder "True colors" wurden, so kann das Album ohne Weiteres mit seinen Vorgängern mithalten (nach meiner Meinung sie sogar überbieten). Und auch nach 17 Jahren sind die Titel noch gut und immer wieder hörbar.
Übrigens finde ich auch das Artwork der CD sehr gut gelungen. Cyndi auf einer Steinsäule sitzend und nachdenklich in den Himmel blickend, dies ist ein wunderschönes Foto von ihr. Ich mag auch, dass Alles in schwarz - weiß gehalten ist, dies wirkt herrlich melancholisch und verträumt.