|
| ||||||||||||||||||||
Produktinformation
|
„Das verwundete Gedächtnis der einstigen Kolonialvölker ist zu einer geschichtsmächtigen Kraft geworden“, konstatiert der Schweizer Soziologe und Sozialdemokrat, der jahrelang für die UN-Menschenrechtskommission als Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung gearbeitet hat. Aus eigener Anschauung wissend wovon er spricht, prangert Ziegler leidenschaftlich die verheerenden Auswirkungen einer „kannibalistischen Weltordnung des globalisierten Finanzkapitals“ an und zeigt viel Verständnis für den Hass, der dem Westen entgegenschlägt. Nicht für den pathologischen Hass von al-Qaida und Co. wohlgemerkt, sondern den von ihm so bezeichneten vernunftgeleiteten Hass, dem er auch positive Seiten abgewinnen kann. Denn er sei dazu geeignet, Identität zu schaffen und könne eine „Kraft von beachtlicher Effizienz“ werden, wie er am Beispiel Boliviens unter der Führung des im Westen überwiegend als Kommunist verpönten Indio-Präsidenten Evo Morales demonstriert, für den der renommierte Menschenrechtsaktivist ganz unverhohlen eine Menge Sympathie zeigt.
Ein provokantes und unbequemes Buch, für das Jean Ziegler nicht von ungefähr mit dem Literaturpreis für Menschrechte ausgezeichnet wurde. – Arnold Abstreiter
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein schockierendes Buch, welches die Augen öffnet,,
Rezension bezieht sich auf: Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren (Gebundene Ausgabe)
wofür ich Herrn Prof. Ziegler, Träger des Literaturpreises für Menschenrechte, sehr dankbar bin. Der Inhalt des Buches wurde hier bereits umfassend in den übrigen Rezensionen beschrieben, aber aus meiner Sicht verdient ein in dieser Zeit so wichtiges Werk so viele gute Rezensionen wie möglich, um noch mehr darauf aufmerksam zu machen.Der Autor blickt auf eine lange persönliche Erfahrung als Sonderberichterstatter bei den Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung, sowie als Mitglied des beratenden Ausschusses des UNO - Menschenrechtsrates zurück. Er schildert aus diesen Erlebnissen die Praktiken, wie die Kapital besitzenden Staaten, Großspekulanten und Moloch-Riesenfirmen, die potentiell auszubeutenden Länder, die über nicht genügendes Kapital verfügen, um sich dagegen wehren zu können, durch die verschiedensten, teils hoch raffinierten Druckmittel beim Zaum halten, um ein weiteres Abschröpfen der dort vorkommenden Ressourcen in Form von wertvollen Bodenschätzen, Ernten und billigsten Arbeitskräften zu gewährleisten. Wenn man bei diesem Buch anfängt, anläßlich der geschilderten kriminellen Energie den Kopf zu schütteln, tut einem sehr schnell der Nacken weh. Ich selbst war vor allen Dingen überrascht, wie wenig ich von dem Geschilderten vorher durch die Medien erfahren hatte. Da wird anscheinend doch eine Menge Unangenehmes totgeschwiegen. Ein Beispiel, das mich persönlich besonders berührte, war die Art des geschilderten Selbstmords eines von 125.000 (!) indischen Bauern, die in der Zeit zwischen 2001 und 2007 den Freitod wählten, weil diese den meist stark überhöhten Preis von Düngemitteln der ansässigen transkontinentalen Chemieunternehmen nicht in der Lage sind aufzubringen und dadurch ihre Ackerböden nicht ausreichend aufbereiten können um nenneswerte Ernten einbringen zu können. Geschildert am Beispiel des qualvollen Todes eines dieser Bauern nach Austrinken eines Kanisters mit Pestiziden, weil er sich auf diese Weise selbst dafür bestrafen wollte, das er nicht dazu im Stande war, seine Familie ausreichend ernähren zu können... Im Buch gibt es viele solcher Beispiele, die unter die Haut gehen. Es ist wohl kein Buch, das man lesen sollte, wenn man danach noch etwas vorhat, bei dem man gut gelaunt sein will oder muß. Besonders interessant fand ich auch die Erklärung, warum es für fast alle armen, ausgebeuteten, meist in der südlichen Hemisphäre befindlichen Staaten so schwer ist, aus der niederhaltenden Unterdrückung auszubrechen. Der Autor berichtet hier aus mehreren Sitzungen verschiedener Ratsorganisationen, Gipfel und Kommissionen, an denen er selbst teilgenommen hat. Wie hier unverhohlen mit der Streichung von Entwicklungshilfen nicht nur gedroht, sondern bei nicht wohlwollendem Verhalten des sich gegen zukünftige Schröpfungen wehrenden Staates ohne Rücksicht auf das dadurch verursachte immense menschliche Leid der Hahn einfach zugedreht wird, ist bedrückend, macht wütend. Herr Ziegler schildert die Doppelmoral des Westens, dessen Aussagen und Bekenntnisse zu gerechtem, die Menschen aller Nationen achtendem Handeln, für die Bewohner der betroffenen Staaten regelmäßig durch deren tatsächliches, Nachkoloniales, rein am Profit orientiertes Vorgehen als bloße Lüge enttarnt wird. Gut finde ich auch Zieglers Abgrenzung zum wachsenden pathologischen Hass in Form von steigender Anzahl terroristischer Akte. Der Meinung des Autors, dass sich der ideologische Hass im Idealfall in eine erneuernde, positive Kraft bündeln sollte, die Früchte für alle Menschen dieser Welt bringen kann, schliesse ich mich gerne an, denn die möglichen Folgen einer weitergehenden Ignoranz dieses neu erwachenden Bewußtseins der Betroffenen könnte verhängnisvoll sein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das muss man wissen über die Welt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren (Gebundene Ausgabe)
Jean Ziegler, ehemaliger Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung, zeichnet eine erschreckende Momentaufnahme der obszönen Auswirkungen der Globalisierung.Ziegler berichtet exemplarisch wie es a uf der Welt zugeht: In Nigeria fehlt es der notleidenden Bevölkerung an allem, während das Land, der achtgrößte Erdölproduzent der Welt, von Konzernen ausgeplündert wird, über die eine korrupte Militärjunta die schützende Hand hält. Den damaligen Kopf der Verbrecherbande lud übrigens Bundeskanzlerin Angela Merkel als Ehrengast zum G8-Gipfel nach Heiligendamm ein, und entsprechend heftig ist auch seine Kritik am häufig ignoranten Benehmen des Westens. Besonderheit des Buches ist die historisch - psychologische Dimension der Ausbeutung der Länder des Südens. Ert macht klar, wie verhängnisvoll Sklavenhandel und Kolonialisierung auch heute noch nachwirken. Exemplarisch kritisiert er den arroganten Umgang von Frankreichs Präsident Sarkozy mit der Vergangenheit in Afrika und nennt die Dinge beim Namen. So bezeichnet es als historische Lüge, wenn Papst Bendikt XVI sagt, die Einheimischen in Südamerika hätten eine stille Sehnsucht zur Bekehrung empfunden, wobei er drastisch von den Grausamkeiten der Conquistadores berichtet. Ein Positivbeispiel, auf das er näher eingeht, ist Bolivien unter der Regierung Morales, auch hier besticht Ziegler durch detailreiche Sachkenntnis. Er ist gleichzeitig radikal, weil er eine Art von französischer Revolution in anderer Form für notwendig hält, gleichzeitig brilliert seine Argumentation aber durch umfassende historische Bildung und Einsichten in globale Zusammenhänge, auch wenn die Empörung manchmal aus ihm herausbricht: "Für eine Tankfüllung eines Mittelklassewagnes werden 358 kg Mais verbrannt... Davon kann ein Kind ein Jahr lang leben. Sollen die im Süden doch verrecken!" Ein aufrüttelndes Buch, gerade weil es nur einen Teil der Mißstände beleuchtet - Ziegler könnte sicher noch fünf solche Bücher schreiben, und hoffentlich tut er es. So kann es nicht weitergehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
In diesem Hass ist Hoffnung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren (Gebundene Ausgabe)
Jean Ziegler lädt uns ein zu einer Expedition in die Düsternisse der Geschichte und vielleicht auch in die Abgründe der menschlichen Natur. An mehreren Stellen gibt es geschichtliche Rückblenden, um aktuelle Ereignisse (wie beispielsweise eine salbungsvolle Ansprache von Papst Benedikt XVI) ins rechte Licht zu rücken. Ziegler verfolgt die Linie westlicher Verbrechen, angefangen beim Genozid der Konquistadoren an den Eingeborenen Süd- und Mittelamerikas bis hin zu der auch heute noch auf Hochtouren laufenden Ausbeutung Nigerias durch westliche Konzerne.Auf meiner persönlichen Erschütterungs-Skala lässt sich dieser Band nur noch mit "Der Archipel GULAG" von Alexander Solschenizyn vergleichen. Es geht um Erinnerung, genauer, um das kollektive Gedächtnis der Entrechteten, Gefolterten, Hungernden und Ausgebeuteten. Folgende kurze Passage ist für das Buch programmatisch: "Das kollektive Gedächtnis folgt Rythmen, die kein analytischer Verstand vollständig erklären kann. Von allen sozialen Strukturen ist es wahrscheinlich am rätselhaftesten." [27] Nichts von den alten Greueln ist vergessen, moderne Schandtaten kommen Tag für Tag hinzu. Das Beunruhigende, das uns Ziegler vermitteln will, ist, dass ausserhalb jeder Berechenbarkeit liegt, wann und wie sich dieser aufgestaute Hass Bann brechen wird. Ein Ausdruck dieser abwartenden Haltung zeigt Ziegler durch ein Zitat Aimé Césaires (Autor von "Discours sur le colonialisme"): "Ich bewohne eine heilige Wunde ... Ich bewohne einen dunklen Willen ... Ich bewohne ein langes Schweigen." [9] Die Bewohner der heiligen Wunde blicken mit Hass auf das Abendland - ein Hass den Ziegler durch die Ausführungen dieses Buches nachvollziehbar macht. Der Autor spricht dies zwar an keiner Stelle direkt aus, aber ich glaube, dass uns Ziegler hier eine Art Hoffnung in Aussicht stellt, die wohl nur die Wenigsten herbeigewünscht oder auch nur vermutet hätten: im Hass der unterdrückten Völker könnte etwas geborgen sein, dass gerade wir Westler dringend benötigen, um aus dem Labyrinth der Gier, des Konsumismus und der Umweltzerstörung wieder herauszufinden. Auch in unseren Breiten beginnt sich infolge Stress, Lärm, Mobbing, Arbeitslosigkeit und Überforderung verstärkt ein Prekariat auszubilden, das wirkliche Veränderung und Umverteilung von den etablierten Institutionen und global operierenden Profitmaschinen nicht mehr ernsthaft erwartet. Am 22. Januar 2006 wurde Evo Morales Ayma in Bolivien zum ersten Präsidenten indianischer Abstammung gewählt. Die Umwälzungen, die Evo Morales in dieser Zeit bereits zu Stande gebracht hat, lassen den Menschen in Bolivien und dem Leser etwas Hoffnung und werden von Ziegler sehr eindrücklich beschrieben. In einer der vielen Anekdoten ist Ziegler zu Gast bei einfachen Leuten in Bolivien und entdeckt an der Wand nur die Konterfeis der Libertadores Bolivar und de Sucre (18./19 Jht.), während jenes von Evo Morales fehlt: "Ich mache keinen Hehl aus meiner Verwunderung über diesen Wandschmuck. Wo befindet sich Evo Morales, Aymara wie sie und seit drei Jahren der erste indianische Präsident? Plötzlich senkt sich Schweigen über den Saal. ... Lange blickt Felicidad mich an. Dann legt sie ihre rechte Hand aufs Herz. ... Die Bedeutung der Geste ist klar: Die kreolischen Generäle verschimmeln an den Wänden, Evo lebt in unseren Herzen." [230] Wir verdanken diesen aufrüttelnden Text dem Erfahrungsschatz eines engagierten und courragierten Lebens. 5 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
Die neuesten Kundenrezensionen |
|
|