Es gibt sie ja, die Leute die Monopoly eigentlich gerne spielen würden, das ursprüngliche Spiel aber irgendwie zu langatmig finden. Hier nun eine kleine Abwandlung. Beim Spielen kommt echtes Monopoly-Feeling auf, aber nach knapp einer Stunde ist die Partie gelaufen (wir haben mit 3 Spielern getestet). Das ewige Getausche von Straßen sowie das Miete Hin- und Herschieben bis einer pleite ist entfallen.
Wo sind jetzt die wesentlichen Unterschiede zum Grundspiel? Dabei gehe ich mal ganz frei davon aus, dass eigentlich jeder mit den Grundprinzipien des originalen Monopolys vertraut sein dürfte.
1.
Zum Einen kann man nach einer Runde seinen Spielstein aufwerten (2 mal) und kann so bei Ereignissen höhere Erträge erzielen und außerdem erhält man jeweils etwas mehr Geld, wenn man über "Los" kommt.
2.
Die Felder sind zunächst alle mit kleinen "Vermögenskärtchen" abgedeckt, die bevor sie Straße verkauft werden kann, aufgenommen werden müssen. Dahinter versteckt sich eigentlich nichts anderes als eine Ereigniskarte (baue kostenlos ein Haus, ziehe bis "Los" vor o. ä.).
3.
Wenn jemand auf eine Straße kommt, auf der ein Vermögenskärtchen lag, muss diese Straße auch an den Mann gehen. Entweder der Spieler, der auf der Straße landete, kauft sie sofort, oder die Straße wird versteigert. Dass Straßen also lange ohne Eigentümer bleiben kommt eigentlich nicht vor. Das treibt das Spiel aber auch deutlich voran.
4.
Häuser bauen, Ereigniskarten auslegen oder Tauschen darf man jetzt zu jeder Zeit und nicht nur wenn man dran ist.
5.
Gewonnen hat, wer als erster 1.000.000 M in bar erzielt hat.
Was zum Grundspiel allerdings deutlich kürzer kommt sind taktische Überlegungen. Bis ein Spieler das Ziel erreicht hat, sind regelmäßig noch nicht alle Straßenkarten verkauft. Ein taktischer Tausch mit anderen Mitspielern fällt daher eher etwas geringer aus. Auch kommt man bei diesem Spiel eher nicht dazu, seine Straßen komplett mit Häusern oder gar Hotels zu füllen. Dazu ist zu schnell ein Ende gefunden. Und all die ganzen anderen kleinen Taktik-Finessen des Grundspiels (z. B. "Bleibe ich jetzt im Gefängnis oder kaufe ich mich frei?") fallen weitestgehend weg. Dieses Monopoly ist quasi auf das Wesentliche reduziert. Schnell kaufen, wenn möglich schnell bauen und schnell viel Geld machen.
Das Spielbrett finde ich eher etwas unübersichtlich in seiner schwarz gehaltenen Optik und mit unübersichtlichen Bildern auf den Straßen, auch die Spielsteine aus rotem, blauem, grünen und grauen Plastik wirken irgendwie billig und nicht wie "Millionär". Das hätte Hasbro beides ein bißchen liebevoller gestalten dürfen, tut dem Spiel allerdings keinen Abbruch. Ich selber war nie so ein wirklicher Monoploy-Fan, aber meinen Kindern gefällt's und mit dem deutlich verkürzten Zeitansatz hat das Spiel doch wohl vier Sterne verdient, oder?!