Aus der Amazon.de-Redaktion
Neil Young ist bekannt für seinen Zick-Zack-Kurs; man weiß nie, was er als nächstes vorhat. Zwei Jahre nach dem lauten "Ragged Glory" kehrt er wieder zurück in die Welt der Steel-Gitarren, idyllischen Folk-Melodien und unverfälschten Country-Refrains. (Linda Ronstadt, die mithalf, daß Harvest 1972 ein Erfolg wurde, singt Back-up). Er schwelgt in Erinnerungen, z.B. an Hank Williams, Jimi Hendrix und seinen alten Hund King, und erinnert an vielen Stellen an die lange musikalische Reise, die er und seine Fans seit dem Ende der 60er Jahre mitgemacht haben. Das Album ist, wie Young in "One of These Days" singt, "ein langer Brief an all die guten Freunde, die ich kennengelernt habe". --Steve Knopper
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Neil Young ist ein Humphrey Bogart mit Gitarre. Ein Mensch, der nach Zeiten der Schneidigkeit und Härte auch seinen Emotionen freien Lauf lassen kann; der mit zittriger Stimme und viel Folk-Appeal Liebe, Weltschmerz und süße Melancholie zu Dramen verwebt. Eine wimmernde Steel- Guitar, die einsame Harmonika und schmachtende Geigen tun ihr Bestes, daß die großen Gefühle richtig walen. Young fährt mit Harvest Moon die Ernte ein, die er in den 70ern gesät hat; dem überwältigten Hörer bleibt nur eine Bitte: Mach's noch einmal, Neil.
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Stereoplay
Mit "Harvest Moon" beschert Neil Young seinen Anhängern zwar eine Abkehr von den elektrischen Lärmkaskaden der Platten "Ragged Glory" und "Weld" (ganz zu schweigen von "Arc"), doch stilistisches Neuland betritt er nicht. Vielmehr hat er eine regelrechte Kehrtwendung vollzogen, zurück zu seinen bisher erfolgreichsten und bekanntesten Alben "Harvest" (1972) und "Comes A Time" (1978). Die Analogie zu "Harvest" geht so weit, daß dieselben damals wie heute als Stray Gators firmierenden Musiker (Kenny Buttrey, Tim Drummond und Ben Keith) denselben Sound kreieren und daß auch Linda Ronstadt und James Taylor erneut als Harmoniesänger dabei sind. Außerdem gibt es wieder einen Song mit einem Streicherarrangement von Jack Nitzsche ("Such A Woman") und einen Livemitschnitt ("Natural Beauty"). Abgerundet wird die Besetzungsliste durch Spooner Oldham und Nicolette Larson von den "Comes A Time"-Sessions. Mehr nach jenem Album klingen der Auftakt "Unknown Legend" sowie "You And Me", wenngleich die Akkordfolge des letzteren Songs stark an "Old Man" von "Harvest" erinnert. Tragendes Begleitinstrument der zehn Titel ist Neil Youngs akustische Gitarre, die nur bei "Such A Woman" Piano und Streichern und bei "Old King" einem Banjo weicht. Die Tempi sind verhalten, den Melodien ist jener Tropfen Wehmut beigemischt, der viele seiner besten Songs auszeichnet. 20 Jahre mußten "Harvest"-Fans warten, denen Youngs OEuvre in der Zwischenzeit zu erratisch erschien: Jetzt endlich wird ihnen ein vollkommenes Déjà-vu- Erlebnis geboten. ** Klang.: 08-09
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HARVEST MOON