Ich bin ein Harvest Moon Fan der ersten Stunde. Ich fing an diese Reihe zu spielen als es der erste Teil für das Super Nintendo nach Europa schaffte und bin des Farmens seit dem nie müde geworden. Doch auch Harvest Moon muss mit dem Wandel der Zeit gehen, sich ändern und anpassen, sonst würde die liebevolle Farmsimulation irgendwann langweilig werden. Der SNES Teil und der PS1 Teil: Back to Nature - der es auch später unter dem Namen "Friends of Mineral Town" und einigen Anpassungen auf den GBA geschafft hat - sind meine Favoriten und alle HM Teile müssen sich an diesen beiden Teilen - sprich der Begeisterung die diese Teile seiner Zeit bei mir ausgelöst haben - Messen.
Ich habe HM: BdS nun gute 3 Jahreszeiten gespielt, bin nun gerade Ende Herbst, und denke dass ich es mir daher erlauben kann durchaus schon einmal eine Wertung abzugeben. Lest die Teile die Euch interessieren, da es eine recht lange Rezension ist:
Der Spielbeginn:
Ich will mal sagen ich weiß wie man in HM Geld verdient. Dieses Prinzip hat sich, bis auf wenige Ausnahmen, nie geändert. Doch ich empfand den Einstieg in HM: BdS als schwerer als bei anderen HM Teilen. Ich empfinde dies als positiv, denn es weckt auch bei alten HM-Hasen endlich mal wieder einen gewissen Ehrgeiz sein tägliches Einkommen zu optimieren. Wie in allen HM Teilen kann man auch in diesem nicht wirklich pleite gehen. Es gibt immer irgendwo etwas was sich verkaufen lässt und nach spätestens ein paar Tagen hat man wieder genug Geld für Sämereien und/oder neue Tiere, Zubehör etc. etc. Egal ob HM Neuling oder eingefleischter Fan, ich finde die Waage zwischen zu leicht und schwer in diesem HM Teil sehr gut ausbalanciert. 4 Sterne ****
Die Geschichte:
Der Mutterbaum ist tot. Die Erntewichelt und die Regenbögen verschwunden und die Erntegöttin ebenfalls. Stürme und schlechte Ernten bedrohen die Idylle des kleinen Inselparadieses. Und ausgerechnet Ihr wollt hier ein neues Leben beginnen und dann auch noch als Farmer? Ihr müsst verrückt sein! Die Story ist HM typisch sehr einfach und sehr auf Natur und Gleichgewicht fokusiert. Die Menschen haben zu viele zu schwere Fehler gemacht und Ihr dürft die Suppe nun auslöffeln.
Aufgaben für die Erntegöttin:
Eigentlich würde sie ja gerne wieder auf die Insel kommen. Doch die Lebensbedinungen sind für eine Göttin wirklich schlecht. Eure Aufgabe ist es dafür zu Sorgen dass alles wieder so wird wie früher. Ein sprießender Mutterbaum - zu Hause der Erntegöttin. Und viele wunderschöne Regenbögen - für welche die Insel mal berühmt war. Doch diese Aufgabe ist gar nicht so einfach zu meistern. Während einige HM Teile überhaupt keine geschichtlichen Anforderungen oder Spielziele hatten - außer dem aufbauen einer Farm - habt Ihr da in HM: BdS schon einiges mehr zu tun. Farm, heiraten, Haustiere und dann auch noch der Erntegöttin helfen. Ihr habt viel zu tun! Ein Pünktchen Abzug für die immer gleich wirkende, nicht wirklich tiefgründige Story. 4 Sterne ****
Fortschritt = Neue Bewohner, neue Möglichkeiten:
Spielfortschritt bedeutet nicht nur dass Ihr selbst Euch mehr leisten könnt. Nein, es zieht auch neue Bewohner in die Stadt. So könnt Ihr einen größeren Rucksack erst dann erwerben wenn Ihr es geschafft habt dass ein Schneider sich in der Stadt ansiedelt. Gewisse Produkte schalten sich auch erst mit Eurem persönlichen Farmfortschritt frei. Gewisse Informationen rücken Dorfbewohner erst raus wenn Ihr bestimmte Bedinungen erfüllt habt. Haltet Euch also ran und arbeitet hart. Sonst wird es dauern bis Ihr gewisse Sachen bekommt. Volle Punktzahl für den Umfang an Herausforderungen. 5 Sterne *****
Tiere:
8 Arten von Tieren - eine schöne große Auswahl! Man kann sich entscheiden ob man nun gar keine Tiere halten möchte, von jedem min. 1 haben will, oder sich nur auf ein paar wenige Arten spezialisiert. Dies gibt einem mehr das Gefühl von Freiraum in diesem HM Teil. 5 Sterne *****
Feldarbeit:
3x3 macht 6, widewidewid... ahc nee, das war was anderes. Doch 3x3, dies ist in HM unsere gewohnt Feldgröße. Die meisten Teile boten diese Form der aussaht an. HM: BdS geht auch hier neue Wege und ändert die Feldgröße pro Samenbeutel auf 1x6. Dumm nur dass sich die Größe der meisten Felder nicht durch drei teilen lässt. Das Hügelareal hat eine Größe von 10x10 und egal wie man es dreht. Irgendwo wir man Saatgut verschwenden müssen wenn man alle Felder belegen will. Freie Felder bieten Platz für Unkraut und dieses sorgt, wenn nicht sofort beseitigt, für ein langsameres Wachstum der Feldfrüchte. Ansonsten ist Feldarbeit eigentlich wie immer. Es gibt die nachwachsenden und die einmaligen Erträge, sie müssen täglich gegossen werden. Einige wachsen schnell, andere sehr langsam. Noch realtiv neu im HM Universum: Unterschiedliche Bodenqualität die dafür sorgt dass Früchte langsamer wachsen. Ihre normale Wachstumsgeschwindigkeit haben Pflanzen nur auf gutem Boden, und auch nur auf diesen bekommt man Gute bis Edle Feldfrüchte. Auf schlechtem Boden wachsen Pflanzen langsamer und sind auch von minderer Qualität. Doch damit werdet Ihr am Anfang leben müssen da es erst etwas später Dünger gibt. Doch habt Ihr diesen erst einmal, könnt Ihr im Handumdrehen dafür Sorgen dass alle Pflanzen gleichmäßig und in guter Qualität gedeihen. 4 Sterne ****
Werkzeuge:
Werkzeuge unterscheiden sich in diesem Teil auf 2 Arten. Einerseits könnt Ihr Werkzeuge beim Schmied aufbessern lassen, oder für das dreifache an Geld im Krämerladen kaufen. Bessere Werkzeuge bedeutet mehr Fassungsvermögen (im Fall der Gießkanne) und dass das benutzen nicht mehr so viel Ausdauer kostet. Je mehr Ihr ein Werkzeug benutzt, desto mehr Erfahrung erhaltet Ihr und könnt diese bis auf Stufe 5 ausbauen. Diese bewirkt dass Ihr Bäume schneller fällen, Steine schneller zertrümmern, mehr Felder mit einer aufladung Umgraben, Bewässern und Mähen könnte. Positiv hierbei: Beim aufladen der Werkzeuge vergeht keine Zeit. Eine Aufladung der Stufe 5 kostet Euch genauso viel Ausdauer wie ein normaler Schlag. Daher empfiehlt es sich fast immer das Werkzeug zu laden - auch wenn ihr dadurch vielleicht nur ein kleines Feld mehr erwischt. Zwar kostet das aufladen keine Zeit im Spiel, dafür aber echte Zeit! In der Mine geht es - zumindest Anfang - schneller wenn Ihr jeden Fels einfach mit einem einfachen Schlag zertrümmert. Aber es kostet Euch auch mehr Ausdauer und mehr Zeit im Spiel. Wenn Ihr Geduld habt, ladet Ihr Euer Werkzeug, wenn nicht... haut Ihr einfach drauf was das Zeug hält. 5 Sterne *****
Haustiere:
Kein Haustier von Anfang an... ein wenig Schade, muss ich sagen. Katze und/oder Hund die man von Anfang an wählen konnte und die man mit nach draußen nehmen konnten und von Anfang an etwas mehr Leben auf die Farm brachten empfand ich immer als sehr positiv. Nun muss man sich sein Haustier erst 'verdienen' - mit viel viel Zuneigung, Streicheleinheiten und Futter. Im Gegenzug dazu hat man eine riesen Fülle an möglichen Haustieren. Mehrere 'wilde' Hunde und Katzen stehen zur Auswahl, aber auch ausgefallenere Haustiere wie Schildkröten, Eichhörnchen, Wiesel, Hasen, Wildschwein Babys, Affen und und und. Über die Tierarten kann man auch im TV etwas erfahren und erfährt so auch etwas über Arten welche man bisher selbst in freier Wildbahn noch nicht gesichtet hat. Die Aushwahl an möglichen Haustieren ist toll, aber es dauert ziemlich lange bis sie einem nach Hause folgen, was durchaus nervig werden kann. 3 Sterne ***
Die größe der Welt:
Die Insel ist groß und in mehrere Zonen unterteilt die durch Ladezeiten voneinander getrennt sind. Dass die Welt groß ist ist definitiv positiv, die Ladezeiten nerven aber. Für mich könnte es durchaus eine noch größere und lebhaftere Welt sein - insofern sich dies nicht auf die Ladezeiten auswirken würde. Durchschnittliche Punktzahl. 3 Sterne ***
Mann oder Frau?
Gut ist definitiv auch dass man entweder als Junge oder als Mädchen starten und mit beiden mögliche Partner sowie Rivalen hat. 5 Sterne *****
Die Mine:
Es gab Teile, da konntet Ihr mehrere hundert Level in die tiefe rauschen und alle möglichen Geheimnisse - aber auch sehr wertvolle Edelsteine - entdecken. Es gab schon Mädchen die man dort versteckt hat, mystische Werkzeuge, Seen mit seltenen Fischen, Kräuter welche es nur in der Mine gab, Powerbeeren auf den untersten Ebenen und wollte man alles erreichen so musste man sich bis zum letzten Level hinab quälen. HM: BdS macht Schluß damit und macht aus der Mine einen reinen Zweckorientierten Ort: Erze, Edelsteine, ein See, eine Powerbeere und ein heiratsfähiger Mann. 30 Level hat die Mine hier max. Und diese Ebene ist schnell erreicht. Eine Hacke zum öffnen der Treppen ist nicht mehr nötig. Ihr braucht nur noch den Hammer. Die Verstecke der Türen nach unten folgen einem gewissen Schema und sind daher meist schnell und ohne großen Kraftaufwand zu finden. Auf lvl 30 wartet eine Powerbeere und ein See mit der Königsklasse der Fische. Ansonsten werdet Ihr die Mine nutzen für Edelsteine - welche Ihr verkaufen oder zu Schmuck machen könnte, natürlich sind sie auch sehr beliebte Geschenke bei einigen Bewohnern!
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