Ich habe mir das Buch gekauft, um aus meiner bisherigen Fastfood und Fertiggericht-Ernährungsweise auszusteigen. Mich hat interessiert, ob Vollwert und Bio dabei tatsächlich umsetzbar ist, ohne sich in enorme Unkosten zu stürzen, wie es ja so oft behauptet wird. Ein weitere Faktor, der für mich beim Kochen eine Rolle spielt, ist der Aufwand, sowohl zeitlich als auch in Hinsicht auf Platz und benötigte Geräte, da ich zur Zeit Küchenmäßig sehr eingeschränkt bin.
Nun zum Ergebnis: Die Beschreibungen im Buch sind gut verständlich und umsetzbar. Die Bilder sind leider wenig appetitanregend, was vor allem meinen Lebensgefährten störte, der der gesamten Aktion ohnehin skeptisch gegenüber stand. Statt einer teueren Getreidemühle komme ich auch mit einer kleinen elektrischen Kaffeemühle gut zurecht. Finanziell ist diese Ernährungsweise sehr gut umsetzbar. Im Vergleich zum Shopping in konventionellen Supermärkten habe ich nicht mehr ausgegeben und das Kaufen in kleinen Läden und auf Märkten macht richtig Spaß. Dies ist ein Punkt, den ich beibehalten werde, zumal die Lebensmittel besser schmecken.
Der Verzicht auf Fleisch stellte für uns kein Problem da, weil ohnehin nur einmal pro Woche Fleisch auf den Tisch kommt.
Jetzt kommt das Aaaaber:
Die Frischkorn gerichte sind für einen Vollwert-Anfänger gewöhnungsbedürftig, aber recht lecker ... die Verdauungsorgane kommen damit zu Beginn aber nur schwer zurecht. Die Drinks, auf die ich mich besonders gefreut habe, waren sowohl für mich als für meinen Freund nicht genießbar. Habe drei Stück probiert. Naja, ich habe sie runter bekommen, aber Genuss ist für mich anders. Die Hauptmahlzeiten sind für mich nicht umsetzbar gewesen. Aufgrund der Berufstätigkeit und wechselnder Schichten vom Männe, kommt das Mittagessen schon mal nicht in Betracht. Also habe ich versucht, mich auf eine warme Mahlzeit zu konzentrieren und einen Rohkostsalat davor zu schieben. Hier muss ich sagen, kommt dann doch wieder meine Faulheit zum Tragen. Schaffe ich es morgens noch, mich mit Obstschnibbeln und -mixen und Getreide maheln zu beschäftigen, hält sich meine Lust zum Kochaufwand abends dann doch in Grenzen. Die Gerichte waren für unseren Geschmack auch zu Kohl.astig, wobei man da ja auch variieren kann. Das Experiment aus dem Buch fand nun mal im Winter statt, wo es nicht viel anderes gibt. Vom Geschack her konnten uns die Gerichte aber insgesamt nicht so recht überzeugen. Außerdem waren wir bis zum Abend schon so mit der Körner- und Rohkostverdauung beschäftigt, dass wir Angst hatten, ein weiteres Stück Kohl oder Hülsenfrüchte würden uns endgültig zum platzen bringen. Kann natürlich daran liegen, dass für uns die Umstellung zu extrem war.
Fazit: Das Buch war nicht für die Katz. Die Frischkorngerichte für den Morgen sind in meinen neuen Ernährungsplan eingeflossen. Das Kaufen in Bioläden und auf Märkten habe ich zum Großteil beibehalten. Die leckeren Brötchen und Brote werden ab und zu von uns gebacken - dies hätte ich mir vieeeel aufwändiger vorgestellt. Die Drinks machen wir definitiv nie, nie wieder und als Hauptgerichte bevorzuge ich weiterhin vegetarisch, aber lasse mich lieber von anderen Kochbüchern inspirieren. Fastfood und Fertigfraß haben wir aus dem Speiseplan verbannt, sind insgesamt bewusster beim Kauf und sparen dadurch tatsächlich Geld.