DER SPIEGEL Nr. 18/02.05.2005, S. 161
»Für Menschen, die über mehr Geschmack als Geld verfügen, legt der Berliner Lumica Verlag jetzt das erste "Hart[z] IV Kochbuch" vor - "für harte Zeiten". Klassiker der einfachen Küche wie der italienische Brotsalat "Panzanella" ergänzen Omas Kriegsrezepte (Gänseblümchen-Kapern) und Gewöhnungsbedürftiges aus der Schmalhansecke (engelegte Wassermelonenrinde). Ebenso launig wie ernst gemeint sind die im Stil von amtlichen Stempeln abgedruckten Orientierungshilfen für den kostenbewussten Haushalt - im Originalton aus dem Arbeitslosengeldantrag: Saisonale Gerichte tragen den Vermerk "befristet", die "Möhren-Ingwer-Suppe" firmiert unter dem Stichwort "Heizkosten-Zuschuss".«
Berliner Kurier vom 04.05.2005, Titelthema
»Raus ins Grüne, Kräuter sammeln, heißt die Devise für die neue Armenküche. Hartz-IV-Empfänger haben ja bekanntlich viel Zeit. Sie dürfen sich deshalb auf die Suche nach Bärlauch, (Vorsicht, nicht mit giftigen Maiglöckchen verwechseln), Holunderblütendolden und Löwenzahnblättern machen. Illustriert sind die Rezepte mit Stempeln aus Hartz-Antragsformularen, wie "Bewilligt", "Befristet", "Sperrzeiten" ...«
Rheinische Post vom 29.04.2005
»Die beiden Autorinnen wollen beweisen, dass auch in Zeiten fast leerer Geldbeutel noch ein gutes Essen auf den Tisch gezaubert werden kann.«
Der Tagesspiegel vom 29.04.2005
»Stilvoll verarmen das scheint gerade ziemlich in Mode zu sein. Wobei letzten Endes unklar bleibt, ob das Verarmen selbst so hoch geschätzt wird oder nur das Buch über das Thema, eine Art Grusellektüre. Huh!, wird der weiterhin begüterte Leser dann erschauernd feststellen, sieh mal, man kann auch ohne Rolex leben!«
THE TIMES, 06.05.2005, p. 3
»GERMANYS new bestselling cookbook is serving up low-cost dishes for the unemployed as the countrys leaders urge voters to tighten their belts for tough times ahead. The way forward for Germany, the book suggests, is to eat more dandelions, pick rocket leaves from overgrown pavements, improvise meals with stale bread and rustle up turnip stews that were first tried out in the First World War. It is a case of hard cheese for hard times, says the Hart(z) IV cookbook, which takes its name from Peter Hartz, a businessman who is responsible for the latest stage of the Schröder Governments labour reforms. "Collect as many dandelions as you can," say the authors Sigrid Ormeloh and Nicole Schlier, both chefs, addressing the readers of Europes biggest economy. "But use only the young soft leaves, washing them in warm water to take away the bitter taste." With unemployment only slowly coming down from a postwar peak of five million and growth prospects for this year scaled down to 0.7 per cent, Germans are beginning to feel very hard done by. [...]«
Berliner Zeitung, 12.05.2005
BILD vom 13.05.2005, S. 14
Kurzbeschreibung
Hartz IV ist für viele Menschen bittere Realität geworden. Aber muss sie auch so schmecken? Gerade in schlechten Zeiten sollten wir auf gutes Essen, ob allein oder mit Freunden, nicht verzichten. Müssen wir deshalb zu Ladendieben werden, den Schrebergarten des Nachbarn plündern oder im Edelrestaurant die Zeche prellen?
Dieses Kochbuch zeigt, wie sich kulinarische Genüsse auch mit wenig Geld legal befriedigen lassen. Dafür haben wir bewährte Rezepte aus der Not-macht-erfinderisch-Küche zusammen getragen, geprüft und aktualisiert.
Ob Löwenzahnsalat, Plattes Huhn oder Ameisenspeise - die meisten Gerichte können einfach und schnell zubereitet werden. Die Zutaten sind überschaubar und leicht zu besorgen. Dennoch möchten wir auf kleine Extravaganzen nicht verzichten. Ab und zu ein wenig frischer Parmesan oder Sardellen sparsam eingesetzt, sind für die Hartz IV-Küche ebenso bereichernd wie der Kräutergarten auf der Fensterbank oder dem Balkon. Es kommt eben auf richtige Mischung an.
Auf die Angabe von Preisen haben wir bewusst verzichtet, da sie je nach Saison und Einkaufsquelle schwanken. Wer viel Zeit aber kein Geld hat, kann manche Zutaten auch auf Feld und Wiese sammeln. Die gute alte Rauke, oder Rucola, wächst selbst auf Grünflächen vor Arbeitsämtern.
Die Zeiten werden hartz-iger - aber wir genießen trotzdem. Das ist das Motto unseres Buches.
Sigrid Ormeloh und Nicole Schlier
Klappentext
Ein kulinarischer Leitfaden für das wachsende Heer der Erwerbslosen, Ich-Aktionäre, Umschulungs-Akrobaten, Dauer-Praktikanten, Frührentner und Lebenskünstler.
Über den Autor
Nicole Schlier (43), von Hause aus Kostümbildnerin für Theater, Film und Fernsehen und Mutter der fünfjährigen Tabea, arbeitet seit mehreren Jahren professionell im Catering; inzwischen betreibt sie ihren Kochservice als selbstständige Unternehmerin (Ich-AG). Für ihre Kunden, überwiegend aus der Film- und Fernsehbranche, zaubert sie Nachspeisenbuffets und Hochzeitstorten, warme Menüs für 35 Leute und ausgefallene Buffets für bis zu 100 Gäste. Aus ihrem reichen Repertoire wählte sie für das Hart[z] IV-Kochbuch, ihr erstes Kochbuch, besonders pfiffige Rezepte, die zugleich schmackhaft, preiswert und individuell sind - und den Praxistest durch ihre Ko-Autorin überstanden.
Sigrid Ormeloh (41) ist gelernte Buchhändlerin, diplomierte Anglistin und Medienpädagogin; außerdem arbeitete sie als Filmemacherin und Journalistin. Letztes Jahr machte sich die zweifache Mutter (Tochter Cora ist fünf, Sohn Joris drei Jahre alt) mit einer Ich-AG als Hörfunk-Journalistin und Rechercheurin für TV-Produktionen selbstständig. Mit kritischem Realitätssinn prüfte sie Zutaten und Rezepte auf ihre Alltagstauglichkeit. Mit Textwitz, Tipps und Kocherfahrung gemäß dem Familienmotto: "nur nichts verkommen lassen" beweist die vielseitige Autorin, dass Sparsamkeit keine Spaßbremse sein muss.