Die Einführung zu Hartmann von Aue ist für mich der gelungenste Einstieg in den philologischen Umgang mit Autor und Werk. Leicht verständlich für Studienanfängerinnen und -anfänger vermittelt Christoph Cormeau in ersten Teil grundlegende Kritrien und Probleme beim Umgang mit mittelalterlichen Texten, er verschafft einen Einblick in die Quellen zu denWerken Hartmanns - einzeln für jeden Abschnitt: die Lieder, die Artusromane Erec und Iwein, die Klage, den Gregorius, den Armen Heinrich, und er unternimmt einen differenzierten kritischen Versuch, Hartmann in der Historie zu fixieren, wobei er zu den Thesen zur Chronologie Stellung bezieht. Im zweiten Teil von Wilhelm Störmer werden die Rahmenbedingungen des Schaffens in der Zeit um 1200 verdeutlicht. Der Rahmen ist so gut abgesteckt, daß man einen recht vernünftigen Hintergrund erhält, auf dem sich wesentlich souveräner argumentieren läßt. Lektüre historischer Fachbücher ist also Vertiefung, aber nicht mehr Bedingung zum Verständnis, wenn man dieses Kapitel durchgearbeitet hat. Die folgenden Teile gehen aus dem Allgemeinen ins Spezielle über: III: Lieder und Klage; IV: Gregorius, V: Armer Heinrich, VI: Erec mit Grundlageninformation zur Struktur des Artusromans als besondere Gattung des höfischen Romans, VII: Iwein. Das letzte Kapitel schließlich thematisiert die Rezeption Hartmanns. Außerdem geht jedem Spezialkapitel eine kommentierte Literaturliste voraus: So läßt sich's lernen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)