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Hartland: Zu Fuß durch Amerika
 
 
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Hartland: Zu Fuß durch Amerika [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Büscher
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Zu Fuß in das Herz Amerikas, drei Monate lang, 3500 Kilometer von Nord nach Süd: Wolfgang Büscher hat das Abenteuer gewagt. Er läßt sich durch die schneebedeckte Prärie Norddakotas treiben, entdeckt den verlassenen Ort Hartland, der einst Heartland hieß, und freundet sich in den Great Plains mit einem rätselhaften indianischen Cowboy an. Dann folgt er der Route 77 vom Missouri bis zum Rio Grande. Bob Dylan nannte diese historische Straße einmal das eigentliche Herz Amerikas, ihr entlang lasse sich der Geist des Landes einfangen. In Kansas muss Büscher mit gespreizten Armen und Beinen am Wagen des Sheriffs stehen, auf offener Landstraße, er schläft in gespenstischen Motels und viktorianischen Herrenhäusern und flieht aus einem Nachtasyl. Dann Texas. Ranches, groß wie kleine Staaten, die Hitze des Südens. Bei Waco, wo einst die bewaffnete Davidianer-Sekte wochenlang vom FBI belagert wurde, trifft er den heutigen Sektenchef – der Wahn lebt. Büscher läßt sich weitertreiben, immer weiter nach Süden, durch die Desierto de los Muertos, bis er schließlich über den Rio Bravo nach Mexiko verschwindet ... Ein einzigartiges Reiseabenteuer – geschrieben von einem Autor, dessen Bücher, so der «Spiegel», «zum Besten gehören, was in den letzten Jahren in deutscher Sprache erschienen ist». "Seit 'Berlin-Moskau' wissen wir, dass Wolfgang Büscher literarisch reist wie kein anderer. Es ist ihm noch einmal gelungen, im Westen diesmal, der Sonne entgegen, Amerika im Blick, Europa im Herzen." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Über den Autor

Wolfgang Büscher, geboren 1951, hat für die "Süddeutsche Zeitung", "Geo" und die "Neue Zürcher Zeitung" geschrieben und das Ressort Reportage der "Welt" geleitet. Heute ist er Autor der "Zeit". 1998 erschien sein Buch "Drei Stunden Null. Deutsche Abenteuer", 2003 "Berlin – Moskau", 2006 "Deutschland, eine Reise" und 2008 "Asiatische Absencen". Wolfgang Büscher erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik, den Wilhelm-Müller-Literaturpreis und zuletzt, 2006, den Ludwig-Börne-Preis.

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128 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Volker M. TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Zu Fuss durch Amerika. Na ja. Wo sind die Leute in letzter Zeit nicht überall zu Fuss unterwegs gewesen, seitdem Hape Kerkeling ein Paar Schuhe auf dem Jakobsweg durchgelaufen hat. Zu Fuss durch Deutschland, durch die Sahara, durch Wanne-Eickel. Bei den meisten Autoren sind diese Reisen mehr oder weniger trivial, wenn man Glück hat, sind sie wenigstens unterhaltsam.
Wolfgang Büscher ist nicht das erste Mal zu Fuss unterwegs. Er hat schon Berlin-Moskau bewältigt (sowohl konditionell als auch literarisch) und eine Deutschlandreise ist ebenfalls als Buch erschienen. Die hatte ich bereits gelesen und fand sie schon herausragend wegen der präzisen Sprache und der atmosphärischen Beschreibungen, die niemals ins Triviale abgleiten, oder abgehoben und versponnen wirken. Büscher reist mit allen Sinnen, aufmerksam und aufgeschlossen und so gelingen ihm intensive Begegnungen auf Augenhöhe. Wegen dieser "Deutschlandreise" habe ich mir auch Hartland zugelegt und ich muss sagen, dass mich noch selten ein Buch so sprachlos zurückgelassen hat wie dieses. Wer glaubt, unsere moderne, durchgeplante, überraschungslose und gleichgeschaltete westliche Welt böte keine Abenteuer mehr, der wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Büscher beschreibt zwei Amerikas: Eines, das man aus alten Erzählungen kennt, einen Anachronismus in der modernen, heutigen USA, ein Amerika der weiten, menschenleeren Landstriche und der misstrauischen und allgewaltigen Dorfsherrifs. Und das andere, das brodelnde, multikulturelle und oft genug paranoide US-Amerika, in dem Büscher manchmal wie Strandgut angeschwemmt wirkt. Er wandert und trampt 3500 Kilometer durch ein Land, das zwischen Traum und Alptraum schwankt. Wenn er stundenlang von einem ignoranten Angestellten des Heimatschutzministeriums verhört wird, der in ihm partout eine Gefahr für die Sicherheit der Vereinigten Staaten erkennen will, dann spürt man, wie nah die USA am Rande zum Totalitarismus steht. Wenn er durch die Riesenfarmen des Mittleren Westens zieht, dann tun auch dem Leser die Füße weh und er sehnt sich nach einer Mitfahrgelegenheit. Wenn er in der Geisterstadt Hartland (das mal Heartland hieß) mitten in der Einöde auf ein lebendes Gespenst trifft, das mit einer Ration Medikamente und einer Flinte in der Hand auf den Tod wartet, dann zieht es einem das Herz zusammen.
Büscher hat eine Art, diese Begegnungen, diese Momente mit Sprache festzuhalten, die wohl einzigartig ist. Dieses Buch ist auf jeden Fall einzigartig und das beste, das ich seit Langem gelesen habe. Es ist nur schade, dass ich kein Schriftsteller bin und meine Begeisterung nicht genauso virtuos zu Papier bringen kann, wie Büscher. Das Buch hätte es verdient.
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66 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Es war Hans-Otto-Meissner, ein deutscher Reiseschriftsteller, der in mir die latent vorhandene On-The-Road-Sehnsucht entfachte, ein imaginäres Feuer, das wohl nicht mehr zu löschen ist: "Der Stern von Kalifornien" stand am Anfang, andere Bücher (später auch Filme) ließen es glimmen und Reisen hoch auflodern. Die Beschreibungen vom Reisen in Amerika sind so zahlreich wie vielfältig; der schreibenden Zunft scheint es bei diesem Thema besonders in den Fingern zu jucken und jeder hat seine eigene Herangehensweise. So lernt man die Autoren "mit denen man reist" in aller Regel ganz gut kennen, zumal fast alle zu philosophischen Betrachtungen neigen, an denen wir lesend teilhaben dürfen.

Nun also "Hartland". Von Kanada kommend und qualvolle Einreiseformalitäten überstehend, reist der Autor in das von 9/11 immer noch verstörte Land ein. Auf 3.500 Kilometern Länge, von Nord nach Süd, will er die Vereinigten Staaten durchqueren. Die Route 77 ist dabei seine Leitschnur, die er laufend, fahrend und mitfahrend bewältigt. Er reist mit leichtem Gepäck und großem Hintergrundwissen, an dem er uns in Bruchstücken teilhaben lässt. Karl May und Wied, Black Elk, Crazy Horse, Büffelherden und Wounded Knee, die untergegangene Welt der Indianer flackert in dieser Geschichte immer wieder auf, interessant für alle, die sich mit diesem Thema auch schon befasst haben ( "Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses"...) und Anreiz für jene, die sich damit vielleicht noch beschäftigen wollen. Er skizziert Landschaften, die nicht als Touristenattraktionen gelten, und Orte, die nur allzu oft Unorte sind und denen etwas beständig Geisterhaftes anhaftet. Er trifft auf entwurzelte und fest verankerte Menschen auf seinem Weg, nicht aber auf Berglöwen, die immer wieder als abwesende Gefahr durch die Erzählung schleichen und neigt dazu, gut gemeinte Ratschläge stoisch in den Wind zu schreiben, was meist in Ordnung ist. Der Wind allerdings ist oft anwesend und überhaupt spielt das Wetter für einen, der sich der Natur aussetzt, die übliche dominierende Rolle. Viele Motels, Diners und Bars später endet die Reise in Mexiko. Dieser Grenzübertritt verläuft reibungslos und kostet nur 65 Cent.

Wolfgang Büscher beherrscht das Wort und versteht reflektierend zu schreiben. Das Buch liest sich leicht, dennoch sind Unterströmungen vorhanden, seicht ist es nicht. Trotzdem irritierte mich während der Lektüre die oft spürbare Distanz des Autors zum Land, zum Leser und vielleicht sogar zu sich selbst. Dieses Buch hat etwas Akademisches, Reißbrettartiges, wie hinter Glas Geschriebenes. Da hat sich einer nicht eingelassen. Da ist nicht einer seinen Weg gegangen und hat anschließend darüber geschrieben. Da ist einer wegen des Schreibens gegangen, das mag einer der Gründe sein, warum "Hartland" mich nicht berührt hat, auf jene Weise, die lange nachwirkt. Wie der Zufall es so wollte, habe ich erst vor kurzem das für mich eindrucksvollste Buch vom Reisen in Amerika wiedergelesen: "Blue Highways" von William Least Heat Moon, der sich in den 1980er-Jahren in seinem zum Mini-Wohnmobil umfunktionierten Pickup namens "Geistertanz" (!) aufmachte, um die Trennung von der "Frau des Häuptlings" zu verarbeiten und mit Herzblut von seinem Land, seinem verschwundenen Land und von den Menschen, die er auf seiner Reise traf, zu erzählen. Es ist fast ein Vierteljahrhundert her, dass ich "Blue Highways" zum ersten Mal las und immer ist das Buch in mir lebendig geblieben. "Hartland" dagegen beginnt schon jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, zu verblassen.

Helga Kurz
14. Mai 2011
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Falk Müller TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Was treibt jemanden, 3500 km zu Fuß die USA zu durchqueren - ein Land, wo eigentlich niemand zu Fuß geht, nicht mal in den Städten? Es ist wohl der Drang, in einer durchorganisierten Welt noch ein wirkliches Abenteuer zu erleben, sich treiben zu lassen, ohne Gedanken an den Weg. Lassen wir es den Autor selbst ausdrücken: "Es ist Raum, es ist Zeit, es geht weiter - das musste die größtmögliche Freiheit sein."

Wolgang Büscher hat das einzigartige Abenteuer gewagt und die USA von Nord nach Süd zu Fuß durchquert. Und dabei hat er die unterschiedlichsten Landschaften gesehen, von schneebedeckten Wäldern im Norden bis zu sonnenüberfluteten Prärien im Süden. Besonders prägend waren die Menschen, die er auf seinem Weg kennen gelernt hat. Es waren oft Menschen wie er selbst - auf der Suche nach Abenteuer, nach Freiheit, nach Neuem. Sie fragten ihn nie als erstes, woher er kommt, sondern wohin er geht. Und so lernte er auch das amerikanische Lebensgefühl kennen - nicht zurückzuschauen, nur nach vorn.

Die Orte, durch die er kommt, sind oft sehr geschichtsträchtig. So durchstreift er das ehemalige Land der Dakota-Indianer, der Sioux-Indianer. Und im Buch gibt es entsprechend Rückblenden, die die Zeit der Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und Indianern wieder lebendig werden lassen. Er kommt z.B. auch durch Omaha - dem Ort, wo die Bomber für Hiroshima und Nagasaki gebaut wurden. Noch viele andere bedeutende historische Orte und damit verbundene Ereignisse werden erwähnt, so dass das Buch auch eine Art Geschichtsband ist.

Fazit: Das Buch enthält so viele einzigartige Impressionen, dass man es auch zwei- oder dreimal lesen kann, oder vielleicht sogar sollte. Aber schon beim ersten Lesen bekommt man Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer - so wie der Autor sie erlebt hat.
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Vor 7 Monaten von naaltsoos veröffentlicht
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