Detlef B. Blettenberg ist wahrlich eine Ausnahmeerscheinung unter den deutschsprachigen Autoren von Kriminalliteratur.
Nein, seine Romane sind nicht immer 'einfach' zu lesen - sie sind selten 'Pageturner', wie man heutzutage wohl sagt.
Aber sie sind intelligent, hinterfragend, weiterbildend - und im Gegensatz zu so vielen anderen: Auch nach Jahren erinnert man (ich) sich an sie zurück - Ein Kompliment, welches nur wenige Autoren für sich beanspruchen können.
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Ein kurzer Textauszug: "Wenn jemand Spaß am Leben hat, erzeugt das bei mir Vertrauen." Sein Lächeln war breiter geworden. "Mein Credo lautete immer: Vieles für alle - nicht nahezu alles für einige wenige und fast gar nichts für die Masse." Er goß sich gerade soviel Bier nach, daß wieder Schaum auf seinem Glas stand. "In der DDR hat man doch nur die totalitäre Pest konserviert. Später bin ich dann aus der Partei ausgetreten, und ich konnte mich bis heute nicht entschließen, Sozialdemokrat zu werden. Ich war mit anderen Dingen beschäftigt ..."
Daimler trank einen Schluck Bier und wartete, daß Staal fortfuhr.
"Ich habe der Justiz ein paar Schwerverbrecher zugeführt. Was nicht einfach war. Das Finden war oft weniger schwer, als sie der Gerechtigkeit zuzuführen. Anfangs war ich so naiv zu glauben, es reiche, wenn man die Kerle entlarvt, mit dem Finger auf sie zeigt und alles andere der Justiz überläßt. Aber oftmals mußte ich die Staatsanwaltschaft buchstäblich zur Jagd tragen."
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Kurzinhalt: Der Filmregisseur Daimler halst sich Ärger auf. Er will ein peinlich verschwiegenes Thema aus der deutschen Vergangenheit für seinen neuen Film verarbeiten. Schon bald wandeln sich die Recherchen zur Suche nach der eigenen Lebensgeschichte, denn als Daimler die Regie entzogen wird, steckt er bereits tiefer in dem Thema, als ihm lieb ist.
Von Berlin über Key West, Florida, führen ihn die Recherchen zum 'Lebensborn e.V.' nach Ostafrika, denn alle Spuren weisen dorthin ...
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Fazit: Den nachfolgenden Aussagen kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen -
1. "Mühelos verknüpft Blettenberg drei Kontinente, historisches und gegenwärtiges Erzählen bei seinen Ermittlungen in dem Teil der Vergangenheit, der so schnell nicht vergehen wird." [ Die Woche ]
2. "Die Provinzialität deutscher Thrillerautoren ist beinahe sprichwörtlich, so daß Blettenberg sich wie eine Orchidee zwischen lauter Gänseblümchen ausnimmt." [ Darmstädter Echo ]
P.S.: Die aktuelle Entwicklung der deutschsprachigen Kriminalliteratur ist allerdings vielversprechend - die Orchideen nehmen deutlich zu!
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Sehr empfehlenswert - meint - Reinhard Busse