Vorweg: Was ich für diesen Preis geboten bekomme, ist schon einzigartig. Die ltd. Edition der Scheibe "Hart am Wind" und dazu noch einen Heckscheibenaufkleber, Sprühschablone fürs Frei.Wild-Logo, eine neue Fahne, Aufkleber, Autogrammklarte ...
Ich hatte das große Glück, fünf der sechs nagelneuen Stücke dieses Albums kurz nach der Fertigstellung der Studiorohfassung hören zu dürfen. Was soll ich sagen? Ich war begeistert! Auch die mir lieb gewordenen alten Stücke im neuen Gewand hatten so viel Power mehr, dass ich das Endprodukt nicht erwarten konnte.
Da es von Anfang an klar war, dass dieses Werk eine Art "Best of"-Album wird, freue ich mich um so mehr, dass hier sechs neue Songs die Entwicklung der Band mehr als verdeutlichen. Dazu war es meiner Meinung nach auch notwendig, die verbesserten tontechnischen, aber auch musikalischen Möglichkleiten der Bandmitglieder bis an die Grenzen auszuloten und einige Klassiker aufzupeppen. Das ist definitiv gelungen.
Vom ersten Album "Eines Tages" sind zwei Stücke (Eines Tages, Daheim) vertreten. Das zweite Album "Wo die Sonne wieder lacht" wartet mit drei Liedern (Frei.Wild, Südtirol, Freiheit)auf. Das dritte Machwerk "Mensch oder Gott" ist mit Wahr oder Gelogen vertreten. "Mitten ins Herz", die vierte Scheibe der Brixener Band präsentiert uns Weiter immer Weiter und Land der Vollidioten. Vom letzten Album "Gegen Alles Gegen Nichts" hört man: Arschtritt, Immer höher hinaus, Halt deine Schnauze und Irgendwer steht dir zur Seite.
Sicher kann man jetzt fragen, warum die sechs Stücke der letzten beiden Longplayer auch neu eingespielt wurden. Dazu kann ich nur sagen: Hört sie euch an und ihr werdet einen Unterschied merken. Es sind Feinheiten dabei, die der geübte Hörer erkennen kann. Die "Oldies" wie Eines Tages, Daheim, Frei.Wild, Freiheit und vor allem Südtirol gehen so in die Knochen, dass selbst der eingefleischteste "Nichttänzer" zum Pogo bereit ist.
Dass die Band schon immer musikalische Vielfalt präsentierte, wissen die Fans. Aber die sechs neuen Lieder sind so unterschiedlich, dass man die handwerkliche Entwicklung der vier Südtiroler förmlich miterleben kann. NIEMAND kann seine Hände in Unschuld waschen und sei er der "Gutmensch" schlechthin. UNTERWEGS ist eine Liebeserklärung an die Freunde und die Fans der Band, die seit Jahren den Rückhalt bilden. GEBT MIR DIE PAPPE WIEDER greift ein ernstes Thema (Fahren unter Alkohol) auf, ohne aber den Zeigefinger zu erheben, sondern mit einem Augenzwinkern auch die eigene Dummheit zu untermauern. Das Solo am Schluss des Songs erinnert mich irgendwie an Flamenco-Klänge spanischer Gitarrenvirtuosen. Das solls gewesen sein. Den Rest hört selbst!
Fazit: Klare Kaufempfehlung für Freunde des härteren Rocks, die auch balladeske Züge mögen.