Ich habe sie noch nicht alle gesehen. Einige hoch gelobte Perlen fehlen noch (Broadway Danny Rose, Radio Days, Zelig, September). Aber von allen Allen-Fimen, die ich bisher gesehen habe, ist mir dieser der liebste. Keines seiner anderen Werke war so obszön, wild und durchgeknallt (zumindest seit den 80er Jahren). "Harry außer sich" wirkt wie eine bunte Zusammenfassung aller bisherigen Filme von Woody Allen. Zahlreiche Themen und Motive früherer Werke werden erneut aufgegriffen:
- Die Liebe zu einer jüngeren Frau ("Manhattan")
- Ehen, Scheidungen, die Beziehung zu Ex-Frauen ("Hannah und ihre Schwestern", "Ehemänner und Ehefrauen", "Alle sagen: I love you",...)
- Schreibblockade, Künstler in der Schaffenskrise ("Stardust Memories")
- Der Sensenmann tritt auf ("Love and Death")
- Ein Mann begehert die Schwester seine Frau ("Hannah und ihre Schwestern")
usw.
Allen präsentiert all dies jedoch so frisch und cool, dass man nicht den Eindruck hat, es schon einmal gesehen zu haben. Grandios auch die beiden Erzählebenen: Die "reale" Welt um Harry Bloch und die fiktive Welt seiner Geschichten. Der Film hat keine Längen, da immer wieder zwischen diesen beiden Ebenen hin und hergesprungen wird und er so wie eine launige, nie langweilige, Sketch-Comedy wirkt. Das Ensemble, das Allen hier präsentiert, sucht seinesgleichen. In noch so kleinen Rollen tummeln sich erstklassige Schauspieler (Julie Kavner, Mariel Hemingway, Robin Williams).
Dieser Film ist ein großartiges Potpori an Ideen und Kreativität. Mein Favourit-Woody Allen....bis jetzt!