Aus der Amazon.de-Redaktion
Aber eine Frage bleibt natürlich auf allen Lippen: "Inwieweit kann der Film dem Buch gerecht werden?" Und die Antwort kann nur lauten: Chris Columbus hat alle seine Trümpfe richtig ausgespielt und bewiesen, dass es durchaus möglich ist, einen Film zu drehen, der seiner Romanvorlage in kaum etwas nachsteht. Allerdings sollte man trotz allem bedenken, dass der Film eine Lesart dieses im Gedächtnis bleibenden Romans auf die Leinwand bringt -- und diese Lesart kann nicht derjenigen jedes einzelnen Fans entsprechen. Vielleicht haben Sie sich beim Lesen Fluffy etwas niedlicher und pelziger vorgestellt, vielleicht erschien Ihnen Hagrid, den der eigentlich immer grandiose Robbie Coltrane wunderbar verkörpert, noch mehr wie ein Riese -- aber von solchen Kleinigkeiten und Details einmal abgesehen, hat der Drehbuchautor Steven Kloves mit der Hilfe von J. K. Rowling die Abenteuer von Harry Potter kongenial in einen ungeheuer kraftvollen und aufregenden Film übertragen.
Allerdings muss auch Harry Potter und der Stein der Weisen mit einem Handikap zurechtkommen, das eigentlich alle Filme haben, die ganz neue, relativ unerfahrene Kinderdarsteller zu ihren Stars machen. Fast immer sind in solchen Fällen die Kinder etwas damit überfordert, dass sie den ganzen Film auf ihren Schultern tragen müssen. Da sie nur wenig Zeit hatten, ihre schauspielerischen Fähigkeiten so weit auszubauen, dass sie den Anforderungen so komplexer und fordernder Rollen gerecht werden, wirkt ihr Spiel meist etwas hölzern und forciert. Das spürt man auch hier. Nichtsdestotrotz sind Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint, die drei jungen Stars des Films, äußerst sympathisch; und es macht einfach Spaß ihnen zuzusehen. Außerdem zeigen sie alle ein großartiges Potenzial und werden im Lauf der Jahre, mit den regelmäßigen Fortsetzungen der Abenteuer Harry Potters, ganz sicher weiter in ihre Rollen hineinwachsen.
Die einzige größere Enttäuschung dieser Verfilmung liegt darin, dass Steve Kloves und Chris Columbus auf einen großen Teil der Gespensterszenen des Romans verzichtet haben -- und das, obwohl gerade die erste Szene mit John Cleese als fast-kopflosem Nick einige wirklich große komödiantische Momente verspricht. Aber man kann durchaus hoffen, dass die Gespenster von Hogwarts in weiteren Filmen voll und ganz zu ihrem Recht kommen werden. Es gibt natürlich einige Momente in der Geschichte, die kleineren Kindern Angst machen können, wie beispielsweise der Auftritt des bösen Zauberers Voldemort. Doch auch diese Szene ist wahrscheinlich längst nicht so verstörend und Furcht einflößend, wie sie sich die wahren Harry-Potter-Fans in ihrer Fantasie ausgemalt haben. Alles in allem ist Harry Potter und der Stein der Weisen aber ein filmisches Fest für die ganze Familie, das man sich nicht entgehen lassen sollte. --Nikki Disney
Video Jakob Kurzinhalt
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Harry Potter ist zu einem Massenphänomen geworden. Eindeutig mal den Jugendlichen zugedacht, erweiterte sich der Käuferkreis im Laufe der Jahre/Teile auch auf die Erwachsenen. Spätestens ab Teil 4 wurde es den Filmstudios klar, daß hier ein neuer Blockbuster möglich wurde. Und der Film wird dem ersten Buch auch bis in viele kleine Details gerecht und entgeht so einem gefürchteten Verriss, wie man ihn von "Jagd auf roter Oktober" her kennt (grauenvolle Adaption des Romans). Die Extras auf Disc 2 wenden sich dann auch eindeutig dem jüngeren Publikum zu und bieten eine "Finde es heraus-Menüstruktur", die von einem Off-Sprecher erklärt wird. Durch diese Struktur ist Spielspaß für mehrere Stunden sichergestellt, auch wenn die Extras selbst mehr Masse als Klasse bieten. Kind wie Erwachsener hätte sich ganz sicher über einen Filmkommentar von der Autorin J.K.-Rowlings gefreut, die sich dazu sicher auch bereit erklärt hätte. Auch ein Making Of sucht man vergebens. Dafür gibt es jede Menge DVD-ROM-Features und einige nicht im Kino zu sehende Filmszenen. Der Interactual Softwareplayer sollte tunlichst am Installieren gehindert werden, sorgt er doch für einige Abspielprobleme mit DVD-ROM-Laufwerken von Mitsumi und Toshiba. Unter Verwendung von Win-DVD und Power-DVD gelang das Abspielen der Extras jedoch einwandfrei.
Bild: Harry Potters Abenteuer sind mit einer excellenten Detail- und Kantenschärfe gesegnet, die diesen Film zu einem wahren Genuß machen. Auch die Farbsättigung ist sehr gelungen und läßt den Quidditch-Rasen so richtig schön satt leuchten wie in Wimbledon. Doch die Disc hat auch kleine Schwächen, die bei einem so aktuellen Film und dem Prestige, das diesem Titel anhängt, ein wenig stutzig macht. So wurde die Helligkeit leicht zu hoch bestimmt, so daß Innenszenen etwas überbelichtet erscheinen (00.29.00) Wie ein feiner hellgrauer Schleier liegt dieser Effekt über braunen Bildern, die eigentlich tiefschwarz sein sollten. Zu hohe Helligkeit fördert einen anderen unliebsamen Begleiter: Das Rauschen. In hellen Flächen ist ein Grieseln, wenn auch fein, erkennbar (00.08.40). Insgesamt jedoch ist der Hauptfilm kontraststark und bietet einen sehr hohen Genußfaktor.
Ton: Entgegen der Coverangabe findet sich zusätzlich noch eine dritte, holländische Tonspur nebst Untertiteln. Der Filmton ist in allen Sprachen von immenser Raumtreue und Volumen. Während sich die Tonbalance dem dem Bildschirm zugewandten Bereich etwas mehr widmet, als den Surroundkanälen, kommt von dort vor allem viel atmosphärischer Eindruck in Form von Fluggeräuschen der Eulen, heulendem Wind und viel viel mehr. Wenn auch leicht höhenbedämpft und so nicht ganz so klar herauszuhören wie bei anderen modernen Produktionen dieses Kalibers, ist das "Drin-Gefühl" völlig gelungen. Auch das Baßfundament ist beeindruckend tief und fast beängstigend laut. Die englische Stimmenwiedergabe ist noch etwas vorzüglicher als in der deutschen Fassung. Alle Fassungen beweisen eine glaubwürdige Ortbarkeit, die sich über das gesamte Kanalspektrum ergießt. Eine wunderbare Akustik, wie sie nur selten geboten wird. --movieman.de