Zuerst möchte ich schreiben, dass sich meine Rezension auf beide Teile und somit auf das gesamte Ende der Reihe bezieht.
Ich finde die "Heiligtümer des Todes" sehr gelungen verfilmt. Besonders im riesigen Schatten die der "Halbblutprinz" hinterlassen hat.
Auf angenehme Weise wurde auf "einige" Details Wert gelegt und vor allem der Sinn der Bücher fest gehalten. Mit "einige" Details meine ich dass auch Dinge vorkommen die den Leser freuen und in solcher Art bei vorherigen Verfilmungen der Bücher außer Acht gelassen wurden aber dennoch sehr viele Begebenheiten umerzählt wurden, welche ich für ein Ärgernis halte (Aber dazu später).
Den Anfang vom Ende finde ich in seiner Gesamtheit schön gemacht. Man sieht wie die Dursleys ihr Haus verlassen, Hermine ihren Eltern das Gedächtnis nimmt und wie Lucius Malfoy seinen Zauberstab verliert. Die Abreise aus dem Privet Drive, ist meiner Meinung nach etwas zu aktionreich dargestellt aber für das allgemeine Popcorn-Kino durchaus stimmig. Warum nun auf Hedwig zurückgegriffen wird um den echten Harry zu enttarnen bleibt für mich eine Frage, der ich aber nicht weiter Beachtung schenke. Mein Wohlwollen genießt allerdings die Tatsache, dass offensichtlich Harry's Zauberstab (oder seine Hand) selbstständig Voldemort aufhält. Dies ist ein Detail welches ich passend finde. Die darauf folgenden Szenen im Fuchsbau und auf der Hochzeit sind gut gelungen und erstmals werden auch Dumbledores düstere Geheimnisse erwähnt (nur leider kaum weitergeführt). Nach der Flucht von der Hochzeit tingelt der Film so dahin allerdings ohne langweilig zu werden. Ich kann aber verstehen wenn es der nicht lesenden Bevölkerung langweilig geworden ist, denn der Eindruck das drei Tennager beim Camping gefilmt wurden ist so manches mal Erdrückend. Schlüsselszenen wie der "Einbruch" im Ministerium, der Besuch und die Flucht aus Lunas Haus sowie die Besichtigung von Godrics Hollow sind durchweg passend getroffen. Größte Beachtung findet hier meiner Meinung nach die Erzählung des Märchens der drei Brüder, welches göttlich dargestellt wurde. Wobei mich der Tot sehr an General Grievous aus Star Wars erinnert.
So bin ich auch schon am Ende des ersten Teils. Der Aufenthalt im Haus der Malfoys ist so düster geworden wie ich es mir wünsche und Dobbys Tot kann einem schon die ein oder andere Emotion entlocken. Aber das fehlende Ableben des Peter Pettigrew störte mich wirklich!
Das der zweite Teil genau da anfängt wo der erste aufhört ist wirklich gut, da man nicht das Gefühl bekommt man schaut einen anderen Film. Doch jetzt kommen beide Filme an "mein" größtes Problem mit diesem Gesamtwerk. Harry kommt nicht zu der Frage ob er die Suche nach den Horcruxen lassen könnte und sich voll und ganz auf die Heiligtümer konzentrieren sollte, die ihm seinerMeinung nach die Macht geben das Vorhaben auch trotz der Horcruxe zu schaffen. Oder ob er den ursprünglichen Plan verfolgen muss. Ich finde das sind keine ausgelassenen Details, sondern fehlende Inhalte. Die Frage zeigt immerhin, dass Harry durchaus eine schlechte, Macht-besessene Seite haben könnte, die er allerdings besiegt als er erst zu Griphook geht und nicht zu Olivander.
Der Einbruch in die Bank und auch die Flucht aus selbiger ist aber wieder prima gemacht. Besonders das Detail dass Hermine, nach der Landung, eine kleine Medizin-Flasche aus ihrer Tasche zieht womit sich die drei einreiben, obwohl von den Verbrennungen an den Objekten im Verließ nichts zu sehen ist, hat mir sehr gefallen. Danach geht es auch schon in die Schlacht um Hogwarts, welche sehr stimmig und keinesfalls wie befürchtet ein reiner Akt des Krieges ist. In diesem Kapitel wird mal wieder die besondere Fähigkeit beleuchtet wie sich David Yates auf die in Szene Setzung der Erinnerungen versteht. Der Rückblick auf Severus Snape's Leben ist grandios, allerdings für nicht Leser bestimmt verwirrend. Schließlich wird das Mysterium um Dumbledores Hand im Film nie ganz aufgeklärt. Denn das der Ring ein Horcrux war interessiert ja da keinen.
Nun aber auch zu den negativen Sachen die mich wie bereits erwähnt so ärgern:
Allen voran die bereits beschriebene Sache mit den Heiligtümern aber diese wurde ja schon erläutert. Sauer aufgestoßen hat mir, dass Harry sich im Film fast nie tarnen muss. Er marschiert einfach als Harry Potter auf die Hochzeit von Bill & Fleur und versteckt sich auch nicht unter seinem Umhang bei seiner Visite in Godrics Hollow. Somit geht ein Teil der Atmosphäre verloren.
Von einem liebenswerten Kreacher ist nie die Rede, aber der wurde ja auch in anderen Teilen missachtet.
Mad Eyes Auge wird zwar im Ministerium gezeigt, dass dessen Fehlen aber der Auslöser der Hetzjagd ist wird verschwiegen.
Hermine hat auf einmal aus heiterem Himmel die Idee, dass das Schwert Horcruxe zerstören kann. Ich glaube hier wird ihr etwas zu viel Intelligenz angedacht.
Das Mysterium Dumbledore wird leider nicht enthüllt, zwar ist kurz von seiner Schwester und auch von seiner Freundschaft zu Grindlwald die Rede aber direkte Erklärungen gibt es nicht. Im Film bleibt Dumbledore der Saubermann, wobei alle Leser wissen das er durchaus Dreck am stecken hat, welcher das größte Motiv seines erbitterten Kampfes gegen Voldemort darstellt.
Der Horcrux im Raum der Wünsche liegt in irgend einer Truhe rum. Dabei fand ich es immer schön dass Harry den Aufenthaltsort des Diadem durch seine früheren Besuche dort kannte.
Die Zerstörung des Raumes durch Feuer ist keiner Beanstandung Wert, es wird sogar gezeigt das Übermut die Ursache ist. Aber die Optik von Goyles Feuertot ist unterirdisch. Man kann noch nichtmal ausmachen ob es sich um einen Mensch oder einen Inferi handelt, der da ins Feuer fällt. Auf jeden Fall hat besagtes Etwas keine Ähnlichkeiten mit Joshua Herdman.
Der Endkampf zwischen Harry und Voldemort ist sehr fraglich dargestellt. Natürlich muss auf die Spannung geachtet werden, und die wäre mit Buch Gleichheit untergegangen, aber der eigentliche Sinn dass Voldemort der unantastbar mächtige Zauberer ist wird völlig untergraben. Harry wirkt zeitweise mit seinen Fähigkeiten fast ebenbürtig, wobei J.K. Rowling höchsten Wert darauf gelegt hat dass Harry's Fähigkeiten NICHT besonders sind.
Den zweitgrößten Fauxpas, nach der Sache mit den Heiligtümern, stellt für mich allerdings Harry's Umgang mit dem Elderstab dar. Zerbrechen und wegwerfen? So ein Mist! Was sah bitte an der normalen Lösung schlecht aus?
Die Schauspielerischen Leistungen fand ich durchgehend gelungen. Daniel Redcliffe hat seine gewohnte mittelmäßige bis unterdurchschnittliche Leistung gehalten, Emma Watson glänzt weiterhin durch Mimik und Grint ist meiner Meinung nach der stärkste der drei. Aber wieder möchte ich die Leistungen von Alan Rickman, Ralph Fiennes und Helena Bonham Carter würdigen.
Was außerdem nie Beachtung findet ist die deutsche Synchro. Ich finde das original auch besser aber die Synchro ist top. Allen voran natürlich Udo Schenk, dessen Stimme fast immer besser klingt als das original.^^
Die Qualität der BD'S finde ich super. Das Bild ist gestochen scharf und der Ton durchgehend Mängelfrei. Dies liegt denke ich an meiner PS3. Andere Player scheinen riesen Probleme zu haben.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich mit dem Ende der Reihe zufrieden bin, besonders nachdem ich dachte das diese Teile genauso wie der Halbblutprinz verhunzt werden.