24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für Fans und alle, die es werden wollen, 14. September 2009
Okay, hier schreibt einer, der auch noch als Erwachsener sowas sehr schätzt, in dem Versuch, sich dreizuteilen und die ganze Harry-Potter-Serie ein bißchen mit unschuldigen Kinderaugen, ein bißchen aber auch mit Filmfreakblick und schließlich ein bißchen über die Beobachtungen der Reaktionen des eigenen Sohnes zu sehen. Klar handelt es sich um DVDs von erlesener Qualität, ich konzentriere mich mal auf die einzelnen Filme. Sie sind alle ziemlich genial, was man vielleicht in folgendem auf den Punkt bringen kann: gute spannende Vorlagen, die in einer geschlossenen durchdachten Welt einen Mix aus Märchen, Internatsroman und Komödie sehr phantasievoll präsentieren, und eine filmische Umsetzung, die einerseits auf der tricktechnischen Höhe der Zeit ist, andererseits aber sich immer auch eine Seele bewahrt hat. US-Traumfabrik trifft britischen Humor und britische Schauspielkunst. Schauwerte sind en masse vorhanden, erdrücken aber nie die Geschichte, die Persönlichkeiten der kleinen und großen Darsteller bzw. Rollen. Es ist immer noch ein Mehrwert gegenüber anderen Fantasyfilmen da, eine individuelle Note, ein besonderer Charme, so wie bis heute (Connerynostalgiker sehen das vielleicht anders) ein Bond immer noch ein bißchen mehr als ein Actionfilm ist. Der Eigenwert ist da, und herausragend. Im Einzelnen:
Teil 1: Schöne Kinderfantasy, in der vieles vorkommt, was man als Leser einfach sehen will (Quidditch!). Radcliffe scheint eine gute Wahl zu sein, es gibt so einige Szenen (Dudley und die Schlange!), in der er so ein herrlich unschuldiges Kinderlachen hat, man aber gleichzeitig ahnt, dass das irgendwann vorbei sein könnte.
Teil 2: Komisch... Radcliffe ist massiv im Stimmbruch, der deutsche Synchronsprecher aber erst ab Teil 3. Nun denn. Die Kinder sehen nicht massiv älter aus, der Film ist wieder sehr vergnüglich, noch länger, noch spannender, und "ab 6" ist hier schon grenzwertig (wenn Nagini der Giftzahn entrissen wird, sieht das für mich so chaotisch elliptisch geschnitten aus, dass ich eine Auflage nur in Deutschland vermute, für die man sich das "ab 6" erkauft hat). Aber auch Teil 2 ist wirklich gut. In jedem neuen Teil gibt es mindestens eine wichtige neue erwachsene Figur, oft von bedeutenden Darstellern verkörpert. Hier schießt Teil 2 vielleicht den Vogel ab: Shakespeare-Darsteller und -Regisseur Kenneth Branagh ist sich nicht zu schade, mit herrlicher Spielfreude und Selbstironie den Prof. Lockhart zu geben (für Nicht-Fans: Das ist ein angeberischer, selbstverliebter Zauberlehrer, der in Wirklichkeit ein mäßiger Zauberer und ein rechter Feigling ist, ein eitler Geck mit großer Klappe und nichts dahinter / für Fans: Lockhart kann man echt vergessen...).
Teil 3: In jeder Hinsicht ein herausragender Beitrag der Serie: Die Kinder haben alle einen mächtigen Wachstumsschub hinter sich, Regisseur Chris Columbus wurde durch Alfonso Cuaron ausgetauscht, und dessen Phantasie ist noch abgedrehter, detailreicher, gruseliger und poetischer zugleich. Man kommt kaum nach, diese ganzen kleinen eingestreuten Gags am Rande zu genießen (z.B. im "Tropfenden Kessel", einem Gasthaus für Zauberer, in dem im Hintergrund immer irgendein Stuß zu sehen ist, oder bei wirklich extrem blödsinnigen Sprüchen eines Schrumpfkopfes im "Fahrenden Ritter", einem Dreifachdeckerbus für gestrandete Zauberer). Manchmal wird es fast Monty Python: Da lässt Cuaron ein süßes quietschblaues Vögelchen eine halbe Minute lang zu wunderhübschen Flötentönen durch die Gegend flattern, nur damit das dann in die "peitschende Weide" segelt und nur noch ein paar Federn übrig bleiben. Visuell ist der Film überwältigend in wundervoll irrealen Kamerafahrten und Szenenwechseln - aber man ist ja schließlich im Zauberland. Die Geschichte ist ebenfalls sehr phantasievoll und endet mit einer irren Zeitschleife - auch der beste Regisseur wäre halt nix ohne J. K. Rowling! Einen erkennbar aus dem Computer stammenden felllosen Werwolf verzeihen wir da liebend gern. Ab Teil 3 heißt es FSK 12 - berechtigterweise! Leider ist einer der alten Garde nicht mehr dabei: Richard Harris (Dumbledore) war zwischenzeitlich verstorben.
Teil 4: Ein wenig, aber nur ein wenig schwächer. Man merkt, dass die Macher erstmals so richtig fiese Probleme bei der Transformation hatten, denn ab Teil 4 ist die Seitenzahl der Romane extrem angestiegen, und das bekommt man einfach nicht in 150 Minuten hinein. Wer die Romane und die ersten Teile nicht kennt, dürfte gerade in der Anfangsphase des Filmes seine Problemchen haben, in der nicht nur extrem viel ausgelassen wird, sondern auch das, was noch drin ist, so knapp gehalten und stakkatoartig aneinandermontiert wird, dass man alles aus sich heraus kaum noch verstehen kann. Romankenntnis wird fast vorausgesetzt. Spätestens, wenn es beim Schulball wieder mehr Ruhe und auch deutlich mehr Humor gibt, findet der Film aber seine Form, und gegen Ende wird er ziemlich heftig. Leider komponiert John Williams nicht mehr, und das merkt man - die vorher von kraftvoll bis lyrisch bis skurril-atonal fein ausgearbeiteten Themen sind einer Orchestersauce gewichen, bei der zwar noch das nun schon bekannte Harry-Potter-Hauptthema übrig ist, aber viel mehr nicht. Vielleicht noch bemerkenswert: Bei dem ganzen tricktechnischen Furor ist eine der besten Szenen eine ganz unspektakuläre: Harry geht in ein winziges Zelt und steht in einem schnieken riesigen Innenraum. "Ich liebe Zauberei", sagt er in einem unschuldigen Kinderlächeln, das wir nun wirklich zum allerletzten Mal sehen. Aber es hat schon was, wenn ein "Trick" nur durch den Filmschnitt statt durch CGI bewerkstelligt wird...
Teil 5 - immerhin die Adaption des dicksten Buches - kürzt hier und da ein bißchen, aber niemals so viel, dass es dermaßen fragmentarisch wirkt wie der erste Teil von Teil 4. Man braucht über den Film nicht viel zu sagen: Er ist einfach gut. Das Raffen der über 1.000 Seiten gelingt mitunter über sehr gutes, sehr altes Filmhandwerk, nämlich Montagesequenzen. Wie in wenigen Minuten gezeigt wird, wie die fürchterliche Dolores Umbridge die Schule umkrempelt, ist ein meisterhaftes Lehrstück des ökonomischen, knappen, aber nicht hektischen Erzählens. Umbridge ist auch mal wieder mit einer charmanten Liebe zum Detail gestaltet (allein die Farbgebung in ihrem Büro und diese kitschigen Teller mit den Katzen drauf, alles passend zu ihren scheußlichen Klamotten, herrlich). Die optische Gestaltung der strengen Geometrie beim dramatischen Finale im Zaubereiministerium ist ebenfalls herausragend. Insgesamt wird natürlich alles tragischer, dramatischer und (was sich nicht erst in Teil 5 abzeichnet) adoleszenter. Doch Humor gibt es noch genug. So ist beispielsweise erfreulich, dass die Rolle der Scherzkekse Fred und George bis zu Teil 5 kontinuierlich ausgebaut wurde. Kleiner Ausblick: Die beiden haben in Teil 6 leider nur noch einen sehr kurzen (aber witzigen) Auftritt - aber wer im Gegenzug bei Teil 5 meint, die neu eingeführte Schülerin Luna Lovegood habe eine zu kleine Rolle und sei nicht abgedreht genug gestaltet, für den dürfte Teil 6 noch viel Positives bereithalten.
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5.0 von 5 Sternen
Fünf gute Filme in einer Box, 12. August 2009
Die vorliegende DVD-Box enthält alle bisher veröffentlichten Harry-Potter-Filme ohne allzu viel Schnick-Schnack. Für den, der sich einfach nur die Filme ansehen möchte, ist die Box daher genau das Richtige, da sie zudem recht günstig ist - auf jeden Fall wesentlich günstiger, als wenn man versucht, sich die Filme einzeln zusammenzukaufen.
Die Filme sind, da von unterschiedlichen Regisseuren gedreht, naturgemäß auch von unterschiedlicher Qualität.
Insgesamt sind es aber doch gelungene Buch-Verfilmungen, denen es vor allem gelungen ist, all die aus den Büchern bekannten und berühmten Handlungsorte ebenso wie die wichtigsten magischen Geschöpfe und Wesen bildgewaltig und überzeugend ins Visuelle zu transferieren, wie z.B. das beeindruckende Hogwarts-Schloss mit seiner "Großen Halle" und seinen unzähligen Zimmern, das Zaubererdorf Hogsmeade, den dreiköpfigen Riesenhund Fluffy, den Hauselfen Dobby, die düsteren Dementoren und noch viele andere.
Die Filme sind einzeln betrachtet zwar von unterschiedlicher Spannung und Intensität, aber insgesamt eigentlich alle unterhaltam und kurzweilig; zudem - und das ist mit das Wichtigste - sind die Charaktere von den Schauspielern wirklich gut getroffen und werden, auch von den in den ersten Teilen noch recht jungen drei Hauptdarstellern, überzeugend und glaubhaft dargestellt.
Somit sind es fünf gute bis sehr gute Filme, die hier in einer preisgünstigen Box auf einen Schlag erstanden werden können - empfehlenswert.
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