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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nicht alles ist so, wie es zu sein scheint, 24. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Harry Potter and the Deathly Hallows (Harry Potter 7) (Gebundene Ausgabe)
* Spoiler * Bei einer solchen Fülle an bisherigen Handlungssträngen und Charakteren ist es natürlich nahezu unmöglich, allen Ansprüchen in einem Abschlussband gerecht zu werden. Jeder hat beim Lesen bestimmte Personen besonders in sein Herz geschlossen und wünscht sich, mehr über sie und ihr weiteres Leben zu erfahren. Allen gleichermaßen eine umfangreiche Aufmerksamkeit im letzten Band zu widmen, hätte vermutlich Brockhaus-Ausmaße angenommen (und wäre sicherlich immer noch nicht genug). J. K. Rowling hat es mit diesem letzten Band geschafft, alle losen Enden zu verknüpfen: Einige Handlungsstränge wurden sehr elegant gelöst, andere wirken zwar ein wenig an den Haaren herbeigezogen, aber nicht unlogisch. Etliche Entwicklungen ließen sich erahnen, andere waren wirklich überraschend. Von Anfang an besteht kein Zweifel daran, dass die Grundstimmung düster bleiben wird, was sich Laufe der Handlung mit den zunehmenden Kämpfen und Todesfällen steigert. Diese Verluste, die auch einige liebgewonnene Charaktere treffen, kennzeichnen den Ernst der Lage. Je mehr Macht und Einfluss Voldemort über die Zaubererwelt gewonnen hat, desto brutaler scheinen auch die Begegnungen mit den Death Eaters zu werden. Ethnische Säuberungen sind inzwischen an der Tagesordnung, teilweise umgesetzt von Fieslingen, die den Lesern nicht unbekannt sind. Während der langen Suche nach den Horcruxes werden die Beziehungen von Ron, Hermione und Harry ausgiebig beleuchtet. Harry erreicht eine Stufe der Selbstlosigkeit und Reife, die ihn auf vieles verzichten lässt und sich am Ende als der richtige Weg erweist. Beeindruckt hat mich die mutige Entwicklung des früher so unbeholfenen Neville Longbottom, die sich schon in den letzten Bänden abzeichnete. Einige Charaktere erfahren Wandlungen zum Positiven. Der Grund dafür ist zwar nicht immer ganz nachvollziehbar, aber es würzt die Geschichte mit dem Überraschungseffekt. Die Vergangenheit von Albus Dumbledore spielt eine große Rolle, sie zeigt ihn als Zauberer, der an seinen Schwächen gereift ist, aber für den die Vergangenheit bis zum Schluss präsent war. Die interessanteste Figur war und ist für mich Snape. Ich bedaure sehr, dass Harry den Hintergrund für Snapes Handlungen nur durch dessen Erinnerungen erfährt. So gab es keine Möglichkeit mehr für einen direkten Austausch und diese wichtige Figur erfährt erst im Epilog eine wirkliche Würdigung. Unglaublich erscheinen mir allerdings in dem Zusammenhang die Schikanen und Gemeinheiten durch Snape, denen Harry jahrelang ausgesetzt war. Dass jemand so tief liebt, aber gleichzeitig seinem Schutzbefohlenen das Leben noch schwerer macht, als es für diesen ohnehin schon ist - mit der Begründung, dass er ihn zu sehr an dessen Vater erinnert und nicht an die Mutter - das ist mehr als tragisch und schwer zu verdauen. Das Ende ist nach all den Verlusten und Kämpfen ein guter Ausklang. J. K. Rowling hat mir mit Harry Potter viele schöne Lesestunden geschenkt und ich bin gespannt darauf, was als Nächstes aus ihrer Feder fließt.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein insgesamt harmonischer Schlußakkord ..., 31. Juli 2007
... mit einigen Überraschungen ist Frau Rowling hier gelungen. Das ist definitiv ansprechende Belletristik. Ein knapper Dialog auf Seite 308 zwischen Harry und Ron bringt z.B. die Beziehung zwischen den beiden aus meiner Sicht schön auf den Punkt: "You've sort of made up for it tonight", said Harry."Getting the sword. Finishing off the Horcrux. Saving my life." "That makes me sound a lot cooler than I was," Ron mumbled. "Stuff like that always sounds cooler than it really was," said Harry. "I've been trying to tell you that for years." Viele Handlungsfäden, die in den ersten Bänden aufgenommen wurden, kommen hier zu einem stimmigen Abschluss. Gut und Böse werden nochmals ordentlich durcheinander gewürfelt, so dass manche Vorverurteilung aus früheren Bänden in ganz neuem Licht betrachtet werden muss. Einige Längen im Mittelteil sind sicher auch unter dem Aspekt zu betrachten, möglichst vielen der im Laufe der vorangegangenen sechs Bände eingeführten Figuren gerecht zu werden. Mir hat es Spaß gemacht, auf Englisch in die Welt der Zauberer, Reinblüter, Muggel, Horcruxe und Squibs einzutauchen. Das Vokabular ist so einfach, dass es mir auch ohne Wörterbuch möglich war, der Geschichte zu folgen, allerdings nicht so einfach, dass es langweilig würde. Frau Rowling verfügt über ein gutes Sprachgefühl und diese feine britische Ironie, die insbesondere auch in den Gesprächen der drei Hauptpersonen Harry, Ron und Hermine immer mal wieder hervortreten darf. Über das Ende wurde vorab viel spekuliert. Mir gefällt die Lösung, die die Autorin gefunden hat, denn sie hat einen gewissen Zauber und beinhaltet eine durchaus noch einmal überraschende Wendung. Fazit: Flüssig lesbarer mit fantasievollen Wendungen bestückter magischer Abenteuerroman als würdiges Finale der erfolgreichsten Buchreihe aller Zeiten. Joanne K. Rowling hat sich ihre vielen Hundert Millionen Pfund redlich verdient und darf sich nun entspannt zurücklehnen und ihr Leben genießen.
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dezente Ernüchterung nach erdrückender Erwartungshaltung, 23. Juli 2007
"Harry Potter and the Deathly Hallows" hinterläßt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist es ein durchaus annehmbarer Abschluß der Potter-Voldemort-Saga. Andererseits sind die Erwartungen durch den Medienhype in derart unermeßliche Höhen gesteigert worden, dass diese nahezu unerfüllbar sind. Wer eine Art "Superbuch" erwartet, dürfte enttäuscht werden. Einerseits werden angenehm viele, im Laufe der Geschichte aufgeworfene, Handlungsfäden zu Ende geführt und sehr viele Nebencharaktere der ersten 6 Potter-Jahre habe noch mal einen Auftritt. Andererseits wird vieles leider nur kurz&knapp abgehandelt und man fragt sich, ob man nicht auf das ein oder andere Detail hätte verzichten können, wenn statt dessen anderes ausführlicher behandelt worden wäre (100 Seiten mehr, wären natürlich auch nicht schlecht gewesen....). Einerseits ist schön, in diese Parallelwelt einzutauchen (ein letztes Mal *schnief*) und ihre liebgewonnene Bevölkerung wieder zu treffen. Andererseits unterscheidet sich der Ablauf des Romans deutlich von seinen 6 Vorgängern (was nach dem Ende des 6. Bandes allerdings auch zu erwarten war). "Anders" muss zwar nicht zwangsläufig "schlechter" bedeuten, aber leider stellt Frau Rowling in diesem Fall unter Beweis, dass sie zwar eine traumhafte Märchenwelt mit wunderbaren Menschen erschaffen kann, aber dass Dramaturgie und Spannungsaufbau einer Abenteuergeschichte nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört. So plätschert die Geschichte nach gutem Beginn ca. 200 Seiten lang recht langatmig und ereignislos dahin und die Jagd nach den Horcruxes (die man durchaus sehr spannend hätte schildern können) wird zu einer ziemlich zähen Angelegenheit. Der Schul- und Qudditschalltag der ersten Bände hatte da für den Leser weit mehr interessante und amüsante Geschehnisse zu bieten. Zum Glück bekommt Rowling aber noch die Kurve und der Roman mündet letztlich in der erhofft bombastischen Auseinandersetzung zwischen Gut gegen Böse. Dieses Einerseits-Andererseits-Spielchen könnte man noch weiter spinnen, letztlich ist es aber vor allem wichtig, dass Freunde der ersten 6 Bücher auch um das 7. nicht herum kommen werden. Dass der Roman nicht ganz so perfekt ist, wie es sich viele gewünscht hätten, sollte auf keinen Fall ein Grund sein, ihn nicht zu lesen. Aber es schadet nichts, die eigenen Erwartungshaltung ein klein wenig herunter zu schrauben ... sofern möglich.
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