Dan Harrington ist ein erfolgreicher Profispieler. Er hat 1995 das Mainevent der "World Series of Poker" gewonnen. Bisher kam er bei dem wohl wichtigsten Pokerturnier der Welt 7 mal in die bezahlten Ränge. Er ist ein Vertreter der alten Pokerschule, was man aber seinen Büchern nicht anmerkt. Seine drei Bücher behandeln No Limit-Turniere, die Konzepte sind aber auch teilweise auf Cash-Games übertragbar. Der Zusatz des Titels "The Endgame" ist etwas irreführend. Selbstverständlich behandelt Harrington in dieser Fortsetzung die spätere Phase eines Turniers, aber darüber hinaus giobt es noch viel mehr wissenswertes Material. Harrington geht sehr ausführlich auf diverse Bluffmöglichkeiten ein (Continuation Bet, Squeeze Play, Semi-Bluff, Dark-Tunnel Bluff, Post-Oak Bluff, Check-Raise Bluff...) und sagt auch, wann man diese besser nicht anwenden sollte. Das nächste Kapitel ("Inflection Points") ist meiner Meinung nach auch das wichtigste. Hier wird unter anderem das M-Konzept genau erklärt. Diese benötigt man während des gesamten Turnierverlaufs, aber besonders, wenn die Blinds im Vergleich zu den Chips ziemlich groß sind. Zu guter letzt wird dem Leser erklärt, wie man sich am Besten in der abschließenden Phase eines Turniers verhält: Wenn am Tisch nur noch wenige Spieler sitzen und wenn man HU spielt. Auch für den 2. Teil gilt obige Kritik: Am Ende jedes Kapitels folgen viele Beispielhände, die alle genauso wirklich gespielt wurden und die Theorie festigen sollen. Harrington schreibt Schritt für Schritt, wie er spielen würde und warum. Seine Ausführungen sind logisch und gut verständlich. Auch für Leute, die dem Englischen nicht so mächtig sind ist dieses Pokerbuch geeignet. Schulenglisch reicht zum Verständnis vollkommen aus. Für diejenigen die gar kein englisch können wird in den nächsten Monaten der erste Teil auf deutsch erscheinen. Das einzige Manko ist die Verarbeitung des Buches. Der Karton ist sehr dünn und das Buch ist schlecht verleimt. Das ist leider typisch für den 2+2-Verlag.
Fazit: Das Buch ist für jeden fortgeschrittenen und ambitionierten Pokerspieler ein absolutes Muss! Die Beispielhände sorgen dafür, dass das Buch nie langweilig wird, im Gegenteil: es macht viel Spaß zu sehen, wie man spielt und wie z.B. Chris Moneymaker die Hand gespielt hat.
10 von 10 Punkte
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Viel Erfolg
Christopher