Harolds Mutter ist eine exaltierte, enervierende, amerikanische Upperclass- Tussi.
Ihr introvertierter, depressiver, exzentrischer Sohn wird von ihr nicht wahrgenommen. Sie verfügt über ihn und gängelt ihn. Wegen seiner absonderlichen Handlungsmuster schickt sie Harold zum Psychologen. Damit ist der Fall für sie erledigt. Sie fühlt sich nicht zuständig. Wenn sie ihrem 20 jährigen Sohn Harold ( Bud Cort) etwas Gutes tun möchte, schenkt sie ihm ein teueres Auto, organisiert Treffen mit potentiellen Ehekandidatinnen etc. . Beachtung und emotionale Zuwendung vermag sie ihm nicht zu geben,
Harold simuliert immer wieder Selbstmorde um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Einen Zusammenhang zwischen Harolds Handlungsmustern und ihrer Distanziertheit kommt ihr nicht in den Sinn.
Vereinsamt besucht der schüchterne Junge mit Vorliebe Beerdigungen. Zu diesen fährt er mit einem zu einer Art Leichwagen umgebauten Jaguar E.
Auf einer der besagten Beerdigungen lernt er die 79 jährige Maude( Ruth Gordon) kennen.
Maude ist eine positiv denkende, künstlerisch begabte, kreative Frau, die trotz ihres Alters Liebreiz und Jugend ausstrahlt, obschon sie im KZ inhaftiert war, wie man der Zahlen- Tätowierung am Arm entnehmen kann.
Die überaus sympathische Maude ist unkonventionell, etwas überdreht, weise, freiheitsliebend, genießt jeden Augenblick und umarmt auf ihre Art alle Menschen, die ihr begegnen. Sie hat für sich erkannt, dass dies ein besserer Weg ist Harmonie und Frieden zwischen den Menschen herbeizuführen als zu protestieren und zu kämpfen.
Harold verliebt sich in Maude und möchte sie heiraten...
Dieser Film ist ein Ja zum Leben und zur Liebe, fernab von allen Äußerlichkeiten und eine klare Absage an das einengende Korsett der Konventionen.
Die beiden Hauptdarsteller spielen ihre Rollen überzeugend. Die Dialoge sind voller Nachdenklichkeit.
Mir ist kein Film bekannt, der es geschafft hat zu verdeutlichen, was Liebe wirklich ist.
Der Regisseur Hal Ashby und der Drehbuchautor Colin Higgens dokumentieren mit " Harold und Maude", (1971) dass wahre Liebe eine Herzensangelegenheit und nur allein das ist.
Die Musik von Cat Stevens im Hintergrund spiegelt das Lebensgefühl junger Menschen aus den 70er Jahren.
Die Bild -und die Tonqualität haben mich zufrieden gestellt.
Sehr empfehlenswert.