Der junge, morbide angehauchte Harold hat schon 15 Selbstmordversuche hinter sich, als er auf einer Beerdigung die lebenslustige, fast 80-jährige Maude kennenlernt. Zwischen dem ungleichen Paar entwickelt sich bald eine tiefe Freundschaft. Und während Harolds Mutter weiterhin vergeblich versucht, ihren Sohn an die Frau zu bringen, hat dieser die Frau seines Lebens längst gefunden: Maude...
Was für eine wunderbare Geschichte. Ständig zwischen heiter-beschwingt und traurig-melancholisch pendelnd, schafft es Higgins von Anfang an, den Leser auf die Seite Harolds und Maudes zu ziehen und ihn all ihre skurrilen Abenteuer und Leiden miterleben zu lassen. Manchmal muss man dabei lachen, manchmal auch staunen und manchmal glaubt man auch, das Herz bliebe einem stehen. Eine Überraschung folgt der Nächsten und so fällt es einem nicht schwer, Seite um Seite nahezu zu verschlingen. Die größte Überraschung ist aber das Ende, so wuchtig und unvorhergesehen, dass man wirklich tot sein muß, um nicht davon ergriffen zu sein. "Harold & Maude" vereint alles, was eine Geschichte für die Ewigkeit braucht: Wundervolle Charaktere, leisen Witz, unvergessliche Momente und das wahrscheinlich größte - und ungewöhnlichste! - Liebespaar seit "Romeo und Julia". Wer das längst zum Kult avancierte "Harold & Maude" einmal gelesen hat, der wird es wohl nie mehr vergessen. Schließen möcht ich mit einem Satz Maudes, der mich tief bewegte und der hier stellvertretend stehen soll für all die wunderbaren Momente dieser Geschichte: "And the main thing in life, my dear Harold, is not to be afraid to be human." (126).