Das Buch ist die erste Veröffentlichung, in der Poirot als Detektiv auftritt und gleich sind alle ihn so lange beliebt machenden Manierismen zu finden: Der Bart, die kleinen grauen Zellen, die Pedanterie, die Galanterie, etc.. Es ist beeindruckend, wie 'perfekt' diese Figur von Anfang an entwickelt wird.
Die Geschichte ist ein klassischer Plot auf einem Landhaus: Die Landhausbesizterin wird ermordet, der viel jüngere Ehemann wird sofort der Erbschleicherei und des Mordes verdächtigt, aber es gibt auch reichlich andere Hinweise und die psychologischen Beziehungen zwischen den Figuren sind mannigfaltig. Poirot untersucht genau, redet mit den Beteiligten und analysiert.
Von allen Poirot-Romanen ist das einer der Besten, die ich gelesen habe. Sehr gut finde ich, dass Christie hier schneller zur Sache kommt und die privaten Beziehungen zwischen den Figuren zügig abhandelt. In späteren Romanen dauert es mir manchmal zu lange, bis ein Mord geschieht und die psychologischen/sozialen Aspekte werden in die Länge gezogen (ohne dabei entscheidend vertieft zu werden!). Nichts von dem hier. Es geht schnell, straff und sehr kurzweilig zur Sache. Es gibt auch reichlich handfeste Hinweise, Beobachtungen und Indizien (natürlich auch falsche Fährten), angenehmerweise spielt dieses 'handfeste' eine größere Rolle als die stärkere Betonung psychologischer Betrachtungen in späteren Poirot-Romanen.
Die Auflösung fand ich sehr gut. Überraschend, ohne an den Haaren herbeigezogen zu wirken oder von oben übergestülpt durch eine völlig neue Information begründet zu sein (also natürlich spielt was Neues eine Rolle, aber nicht sowas in der Art wie "XY ist eigentlich der seit 20 Jahren verschollen geglaubt Sohn von..."). Die Begründung, wie das Verbrechen stattgefunden hat und warum gerade an diesem Tag, unter diesen Umständen fand ich besonders einfallsreich. - Im ganzen also für Christie-Fans eine absolute Empfehlung.