Die großen Mimen als akustischer Genuss
Der Harenberg Schauspielführer bietet dem Leser eine Fülle von informativen (Text) sowie sinnlichen (Abbildungen) Eindrücken. Die 12-CD-Edition erweitert den sinnlichen Bereich, indem sie den Leser zusätzlich zum Hörer macht.
Dieses Kompendium ist das erste seiner Art. Viele Aufnahmen wurden erst nach mühsamen Recherchen (wieder-)entdeckt und liegen nach jahre- und jahrzehntelangem Archivdasein hier erstmals auf CD vor. Wie bei den Harenberg Opern-, Konzert-, Kammermusik- Klaviermusik- und Chormusikführern vermittelt diese 12-CD-Edition durch die Auswahl signifikanter Stellen Eindrücke über die im Buch beschriebenen Werke.
Das Schauspiel ist in seiner Erscheinung noch stärker dem Interpreten verhaftet als vergleichsweise die Musik. Mehr noch als die Stilistik des Autors gibt der Schauspieler seinem Part ein persönliches, unverwechselbares Gepräge. Daher bietet die 12-CD-Edition gleichzeitig Momentaufnahmen großer Int erpretationskunst. Letzteres macht ihren besonderen Wert aus.
Für reifere Theaterfreunde bietet die 12-CD-Edition zahlreiche Wiederbegegnungen mit Schauspielerinnen und Schauspielern, die sie noch selbst auf der Bühne erlebt haben, eventuell sogar in hier dokumentierten Inszenierungen. Theatereinsteigern, vor allem auch Schülern und Jugendlichen, bietet sich hier die Möglichkeit der Begegnung mit vielen maßgeblichen Persönlichkeiten der Bühne.
Mancher mag hier (vielleicht zu seiner Überraschung?) feststellen, dass beispielsweise Der Alte Siegfried Lowitz, Zaluskowsky Uwe Friedrichsen und Derrick Horst Tappert ihr Handwerk "auf den Brettern" gelernt haben. Die 12-CD-Edition schlägt den Bogen weit zurück bis an den Anfang des Jahrhunderts und macht Theater- bzw. Interpretationsgeschichte lebendig. Die Wortproduktion hatte ihre Blütezeit nach dem Krieg bis zu Beginn der achtziger Jahre. Dann gewann das Regietheater gegenüber dem Sprechtheater zunehmend an Bedeutung. Da die opt ische Komponente auf Tonträger nicht übertragbar war, kam die Wortproduktion praktisch zum Erliegen.
Die Repertoireauswahl orientierte sich notgedrungen an dem verfügbaren Material. Außer dem umfangreichen PolyGram-Repertoire standen auch die Kataloge von Amadeo, BMG Berlin Musik GmbH, Teldec Classics, Preiserrecords, dem Hörverlag, dem Deutschen Rundfunkarchiv und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung zur Verfügung.