Dieser dicke, schwere und teure Operführer enttäuscht bei genauerem Hinsehen. Doch zuerst das Positive: 1. Die hohen Zahl von 500 Opern lässt uns auch weniger bekannte Opern großer Komponisten (z. B. das Frühwerk "Die Feen" von R. Wagner)und viele "kleinere" Komponisten finden. 2. Das Buch ist sehr übersichtlich und klar gestaltet. 3. Die Handlung jeder Oper wird ausführlich und klar nacherzählt.
Die Liste der negativen Punkte ist leider länger: 1. Die hohe Zahl von Opern führt dazu, dass die einzelne nicht viel Raum hat. 2. Viel Platz wird zusätzlich durch großformatige Fotos verschwendet. Diese Fotos sagen nichts über die Werke selber aus, sondern geben entweder Interpretationen wieder oder sind nichtssagend. 3. Recht ausführlich wird aufgelistet, wer wo und wann die Opern aufgeführt hat (ist das so wichtig?) 4. Fotos, Handlung und Wirkungsgeschichte nehmen so viel Raum ein, dass das Eigentliche meist in wenigen dürren Zeilen abgehandelt wird: WAS IST DAS BESONDERE, DAS NEUARTIGE, DAS UNGEWÖHNLICHE DIESER OPER? WIE STEHEN TEXT UND MUSIK ZUEINANDER? AN WELCHEN VORGÄNGERN ORIENTIERT SICH DAS WERK UND WELCHEN EINFLUSS HAT ES AUF NACHFOLGENDES GEHABT? WAS IST DAS FÜR MUSIK, DIE DORT ZU HÖREN IST? 5. Die dazugehörigen CDs beschränken sich auf ein oder zwei "Nummern" aus dem jeweiligen Werk. Bringt das etwas?
Fazit: Wem eine oberflächliche Beschäftigung mit Opern ausreicht, wird mit diesem nahezu vollständigen Bilderbuch zufrieden sein, wer dagegen etwas tiefer schürfen will, wird enttäuscht. Leider ist es fraglich, ob es zur Zeit auf dem Markt etwas besseres gibt!