In diesem 5-bändigem Werk finden sich sowohl Artikel über Autoren als auch über Werke und anonyme Werke und sogar (ausgewählte) Begriffe der Weltliteratur. Der Leser erhält also 3 Lexika in einem. Die Werkartikel erreichen natürlich nicht die Ausführlichkeit eines Kindler. Die Texte sind aber einwandfrei, vergleichbar in Qualität und Umfang mit dem Wilpert. Das Besondere, ja das Einmalige dieses Lexikons ist der Zusatz von hochwertigen Abbildungen, oftmals in Farbe. Es finden sich z.B. Autorenporträts, Frontispizes von Erstausgaben, Szenen aus Verfilmungen usw. Die Autoren haben recht. Literatur ist mehr als ein Gewimmel aus Buchstaben. Der Leser möchte auch einmal einen bildlichen Eindruck von Literatur gewinnen. Auch Literaturangaben wurden hier nicht vergessen. Bei diesen wie auch bei Autoren, die erst in neuerer Zeit in die Öffentlichkeit getreten sind, wird allerdings offensichtlich, dass das Werk allmählich an Aktualität verliert. Das ist schade, weil es im Grunde den modernsten Ansatz aller Literaturlexika verfolgt. Die seither im gleichen Verlag erschienenen einbändigen Kurzausgaben des Literaturlexikons können das hier behandelte fünfbändige Werk nicht ersetzen. Autoren und Verlag seien daher ermuntert, eine Neubearbeitung des ganzen Harenberg Lexikon der Weltliteratur zu wagen.