Was für ein Buch! Ja, am Beginn war es etwas schwierig. Ich war sogar etwas enttäuscht auf Grund meiner hohen Erwartungen. Die Ursache für diese leichte "Fadesse" lag darin, dass mir die französische Kunst/Kulturszene des ausgehenden 19. Jhd. nicht so vertraut ist wie es das Buch eigentlich verlangt. Daher geraten die detaillierten Bild/Kulturbeschreibungen franz.Künstler für mich einfach zu langweilig. Erst als die Szene nach Wien wechselte kam richtige Begeisterung auf. Die Familiengeschichte, die Beschreibung des Palais, die gesellschaftlichen Veränderungen - alles ging tief in mich hinein und beschäftige mit intensiv. Diese Intensität war so groß, dass ich mit den handelnden Personen im Palais "wohnte, lebte" bzw. Teil der Familie war. Ich habe viele Bücher über die NAZI Zeit gelesen, aber wenige haben mich so berührt wie dieses. Manchmal musste ich pausieren, so schrecklich waren die Ereignisse. Tiefe Trauer erfüllte mich ob der Grausamkeiten zu denen Menschen fähig sind. Großartig das Erforschen aller Familiendetails seitens des Autors, seine Sprache, seine oft nüchterne Berichterstattung dieser Zeit und ganz wichtig: die Stammtafel der Familie!