Ist das noch Pop, oder schon songwriter Mucke? So genau lässt sich die Schwedin auf ihrem zweiten Album nicht festnageln, und das ist auch gut so, lebt doch der Reiz dieser Platte vor allem vom Stilmix der auch schon ab und zu dancerhythmen integriert.
Tori Amos kann man hier raushören, genauso aber auch Alicia Keys oder Princess Superstar. Die teilweise sehr tollen Melodien werden immer prägnant vom Klavier getragen, und trotz gelegentlichem Einsatz von Elektronik kommt das alles sehr organisch und sehr warm rüber. Die Stimme ist's wohl die den größten Anteil daran hat, und da macht es auch gar nichts, dass ,Like A Fading Rainbow' bspw. nur aus einem Refrain besteht, der aber durch die ständige Wiederholung etwas chantartiges bekommt, dass einen auch wieder in seinen Bann zieht.
Die großen songs hier sind ,Anchor Made Of Gold' und ,Only Here For The Fight' die mit ausserordentlich guten Melodien glänzen - das luftige und nie überladene Arrangement ist eh bei allen Liedern vorhanden.
Ein kleines Manko ist, dass sie es noch nicht - wie die ihr durchaus verwandte Amos - versteht die ganz großen Emotionen zu wecken und man hat manchmal fast das Gefühl, sie könnte es, hat aber Angst davor, dass ihre Kompositionen dann zu kitschig würden.
4 Sterne aber für ein aussergewöhnliches Indie Pop Album, dass eingängig aber nie zu anbiedernd wirkt, und wenn die Dame sich beim songwriting mal so richtig gehen lassen würde, könnten Sie zukünftig noch ganz große Platten produzieren. Das Potential dazu hat Sie.